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Muss ich die Berufsunfähigkeitspension in Österreich versteuern?

Kurz gesagt

Das hängt am Weg. Die Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspension aus der gesetzlichen Pensionsversicherung ist voll lohnsteuerpflichtig. Eine Rente aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung gilt dagegen als Gegenleistungsrente: steuerpflichtig wird sie erst, sobald die Summe der Zahlungen Ihre eingezahlten Prämien übersteigt. Das ist keine Steuerberatung.

Muss ich die Berufsunfähigkeitspension in Österreich versteuern?

Was es kostet

Belegte Prozentsätze und Beträge für Österreich, damit Sie die Belastung der drei Wege gegenüberstellen können.

BeispielRichtwert
Krankenversicherungsbeitrag von der Bruttopension6,0 Prozent, seit 1. Juni 2025, davor 5,1 Prozent
Rehabilitationsgeld, vorläufige Besteuerung durch die Gesundheitskasse30 Euro am Tag bleiben frei, vom Rest 20 Prozent
Topf-Sonderausgaben für Personenversicherungen, letztmals für 2020Höchstbetrag 2.920 Euro, für Alleinverdiener 5.840 Euro
Private Rente 1.500 Euro im Monat, Gegenleistung 24.000 Euro Prämierund 16 Monate ohne Steuer, danach steuerpflichtig
Prämie einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, Büro, 30 Jahre, 1.500 Euro RenteRichtwert 70 bis 100 Euro im Monat
Prämie im Handwerk, gleiche Rente und LaufzeitRichtwert 140 Euro im Monat und mehr

Stand September 2026. Der Krankenversicherungsbeitrag von 6,0 Prozent und die vorläufige Besteuerung des Rehabilitationsgeldes sind belegt, ebenso die Höchstbeträge der ausgelaufenen Topf-Sonderausgaben und die Einordnung privater Renten nach § 29 Z 1 Einkommensteuergesetz 1988. Die beiden Prämienangaben sind Richtwerte aus der Angebotspraxis und kein Angebot. Der Zeitpunkt, ab dem eine private Rente steuerpflichtig wird, hängt von der tatsächlich eingezahlten Prämiensumme ab und ist im Einzelfall zu ermitteln. Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung.

Rechenbeispiel

Angestellte aus Linz, 42 Jahre, private Polizze bis 65

Sie wird berufsunfähig und bekommt aus ihrer privaten Versicherung 1.500 Euro im Monat. Bis zum Leistungsfall hat sie 16 Jahre Prämie gezahlt, zusammen etwa 24.000 Euro einschließlich Versicherungssteuer.

Rente aus der privaten Versicherung1.500 Euro im Monat, 18.000 Euro im Jahr
Gegenleistung, also die eingezahlten Prämienetwa 24.000 Euro
Solange die Summe der Renten darunter liegtkeine Einkommensteuer auf die Rente
Erreicht ist die Gegenleistung nachrund 16 Monaten
Prämie als Sonderausgabe0 Euro, der Abzug ist mit 2020 ausgelaufen
Zum Vergleich, gesetzliche Pension in gleicher Höhevom ersten Euro lohnsteuerpflichtig, dazu 6,0 Prozent Krankenversicherungsbeitrag

Die private Rente bringt ihr im ersten Jahr die vollen 1.500 Euro, die gesetzliche Pension in gleicher Höhe hätte nach Lohnsteuer und Krankenversicherungsbeitrag deutlich weniger gebracht. Ab dem 17. Monat zählt auch die private Rente zum Einkommen. Wer in diesem Jahr Rechnungen plant, sollte das wissen.

Drei Wege, drei verschiedene Antworten

In Österreich entscheidet nicht der Name der Leistung, sondern woher sie kommt. Die gesetzliche Pension wird wie ein Gehalt versteuert. Eine private Rente wird als Gegenleistungsrente behandelt und bleibt eine Zeit lang unbesteuert. Eine Leistung aus der betrieblichen Vorsorge liegt dazwischen. Wer nur eine dieser drei Antworten kennt, rechnet mit der falschen.

Die Tabelle stellt die drei Wege nebeneinander. Unter der Tabelle wird jeder Weg einzeln erklärt, mit dem Rechenweg für den häufigsten Fall.

WegPrämie absetzbarLeistung steuerpflichtigSozialversicherungFür wen
Gesetzliche Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspensionentfällt, die Pflichtbeiträge mindern schon während des Erwerbslebens die Lohnsteuerbemessungsgrundlageja, vom ersten Euro, wie ein Gehalt6,0 Prozent Krankenversicherungsbeitrag von der BruttopensionVersicherte der Pensionsversicherung, die die Voraussetzungen erfüllen
Private Berufsunfähigkeitsversicherungnein, seit 2021 keine Sonderausgabe mehrerst, wenn die Summe der Renten die eingezahlte Gegenleistung übersteigtkeine Beiträge auf die Rente selbstwer die Lücke zur gesetzlichen Pension schließen will
Betriebliche Vorsorge, Pensionskasse oder betriebliche KollektivversicherungBeiträge des Arbeitgebers bleiben beim Dienstnehmer steuerfreija, der Teil aus eigenen, schon versteuerten Beiträgen ist begünstigtje nach Form der Leistung, im Einzelfall zu klärenAngestellte, deren Betrieb eine solche Vorsorge anbietet

Die gesetzliche Pension: voll steuerpflichtig

Arbeiter bekommen die Invaliditätspension, Angestellte die Berufsunfähigkeitspension, Selbstständige die Erwerbsunfähigkeitspension. Steuerlich ist der Fall in allen drei Varianten gleich: Die Pension ist ein Bezug wie ein Gehalt, der Pensionsversicherungsträger behält die Lohnsteuer ein und meldet sie an das Finanzamt. Dazu kommt der Krankenversicherungsbeitrag, der mit 1. Juni 2025 von 5,1 auf 6,0 Prozent der Bruttopension gestiegen ist und gemeinsam mit der Lohnsteuer abgezogen wird.

Wer ab dem 1. Jänner 1964 geboren ist, bekommt bei einer nur vorübergehenden Berufsunfähigkeit keine befristete Pension, sondern Rehabilitationsgeld von der Gesundheitskasse. Das ist steuerlich eine eigene Baustelle: Die Kasse besteuert vorläufig, lässt 30 Euro am Tag frei und behält vom übersteigenden Betrag 20 Prozent ein. Wer Rehabilitationsgeld bezieht, muss danach eine Arbeitnehmerveranlagung abgeben, und dort wird oft nachgezahlt. Rechnen Sie also nicht damit, dass der Abzug auf dem Bankauszug die endgültige Steuer ist.

Die private Rente: erst steuerfrei, dann steuerpflichtig

Hier liegt der große Unterschied zu Deutschland. Eine Rente aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist nach herrschender Auslegung eine Gegenleistungsrente, also eine Rente, für die Sie mit Ihren Prämien eine Gegenleistung erbracht haben. Solche Renten sind nach § 29 Z 1 Einkommensteuergesetz 1988 erst dann steuerpflichtig, wenn die Summe der bezogenen Renten den Wert der Gegenleistung übersteigt. Zur Gegenleistung zählen die eingezahlten Prämien einschließlich Versicherungssteuer, der Vergleichswert wird nach § 16 Bewertungsgesetz 1955 ermittelt.

Praktisch heißt das: Am Anfang fließt die Rente unbesteuert, und ab einem berechenbaren Monat kippt sie in die Steuerpflicht. Wie lange das dauert, hängt allein davon ab, wie viel Prämie bis zum Leistungsfall eingezahlt wurde. Wer jung abgeschlossen und lange gezahlt hat, hat länger Ruhe. Wer kurz vor dem Leistungsfall abgeschlossen hat, ist schnell in der Steuerpflicht. Wichtig: Die Einordnung im Einzelfall ist strittig und hängt an der Gestaltung des Vertrags, deshalb gehört die Frage vor dem ersten Steuerbescheid zur Steuerberatung.

So sieht der Rechenweg aus, wenn bis zum Leistungsfall 24.000 Euro Prämie eingezahlt wurden.

SchrittWert im Beispiel
Eingezahlte Prämien bis zum Leistungsfall, also die Gegenleistungetwa 24.000 Euro
Monatliche Rente aus dem Vertrag1.500 Euro
Summe der Renten nach einem Jahr18.000 Euro, noch unter der Gegenleistung
Summe der Renten nach 16 Monaten24.000 Euro, die Gegenleistung ist erreicht
Ab dem 17. Monatdie weiteren Zahlungen sind steuerpflichtige wiederkehrende Bezüge

Die Prämie: den Abzug gibt es nicht mehr

Bis 2015 waren Prämien für freiwillige Personenversicherungen Sonderausgaben, und dazu gehörte auch die Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Abzug war ein Viertel der Prämie innerhalb eines gemeinsamen Höchstbetrags von 2.920 Euro, bei Alleinverdienern und Alleinerziehern 5.840 Euro. Für Verträge ab dem 1. Jänner 2016 gab es ihn nie, für ältere Verträge lief er mit dem Steuerjahr 2020 endgültig aus.

Seit 2021 gilt deshalb schlicht: Die Prämie Ihrer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung senkt Ihre Steuer nicht. Eine Betriebsausgabe wird daraus in der Regel auch nicht, weil der Schutz an Ihrer Person hängt und nicht am Betrieb. Wer Angebote vergleicht, in denen mit einer Steuerersparnis gerechnet wird, sollte deshalb nachfragen, woher sie kommen soll. Der Ausgleich für den fehlenden Abzug liegt in der Leistung: Die Rente bleibt zunächst unbesteuert, und das ist über mehrere Jahre gerechnet oft mehr wert als ein Viertel der Prämie.

Die betriebliche Vorsorge über den Arbeitgeber

Manche Betriebe sichern Berufsunfähigkeit über eine Pensionskasse oder eine betriebliche Kollektivversicherung mit. Die Beiträge des Arbeitgebers sind für den Dienstnehmer kein steuerpflichtiger Lohn, der Schutz kostet also im Erwerbsleben nichts an Steuer. Dafür ist die Leistung später steuerpflichtig.

Eine Ausnahme gibt es: Soweit die Leistung auf eigene Beiträge entfällt, die Sie aus bereits versteuertem Einkommen eingezahlt haben, ist sie begünstigt, weil dasselbe Geld sonst zweimal besteuert würde. Wie groß dieser Anteil ist, steht in der Mitteilung der Pensionskasse und muss im Einzelfall nachgerechnet werden. Fragen Sie danach, bevor Sie die Leistung in Ihre Haushaltsrechnung einsetzen.

Was diese Seite nicht ist

Das hier ist eine Orientierung mit Rechenweg und keine Steuerberatung. Das österreichische Recht behandelt private Renten anders als das deutsche, und die Einordnung einer bestimmten Rente kann im Einzelfall anders ausfallen, etwa bei einem Vertrag mit Kapitalbestandteil, bei einer Abfindung statt einer Rente oder wenn mehrere Bezüge zusammenkommen. Sobald zwei Pensionen oder eine Pension und ein Erwerbseinkommen zusammentreffen, wird die Lohnsteuer gemeinsam gerechnet, und das führt fast immer zu einer Pflichtveranlagung.

Was wir davor tun können: Wir sehen in der Polizze nach, welcher der drei Wege bei Ihnen vorliegt, halten die eingezahlte Prämiensumme fest und rechnen die zu erwartende Rente gegen Ihren Bedarf. NAMMERT ist Assekuradeur und übernimmt diesen Teil. Die steuerliche Einordnung bestätigt Ihre Steuerberatung.

Schritt für Schritt

  1. In der Polizze nachsehen, ob die Leistung aus der Pensionsversicherung, aus einer privaten Versicherung oder aus einer betrieblichen Vorsorge kommt.
  2. Bei der privaten Versicherung die bis heute eingezahlte Prämiensumme beim Versicherer abfragen, sie ist die Gegenleistung.
  3. Rente und Prämiensumme gegenüberstellen und ausrechnen, ab welchem Monat die Steuerpflicht beginnt.
  4. Beim Rehabilitationsgeld mit der Pflichtveranlagung rechnen und Geld für eine Nachzahlung zurücklegen.
  5. Den Rechenweg von einer Steuerberatung bestätigen lassen, bevor Sie eine Zahl in die Erklärung eintragen.

Checkliste

  • Art der Leistung geklärt: gesetzlich, privat oder betrieblich
  • Eingezahlte Prämiensumme schriftlich beim Versicherer angefordert
  • Monat notiert, ab dem die private Rente steuerpflichtig wird
  • Beim Rehabilitationsgeld an die Pflichtveranlagung gedacht
  • Mehrere gleichzeitige Bezüge gemeldet, damit die Lohnsteuer stimmt
  • Nachversicherungsgarantie geprüft, falls die Rente zu knapp ist

Häufige Fehler

  • Die deutsche Regel zum Ertragsanteil auf Österreich übertragen, obwohl hier die Gegenleistung zählt
  • Mit einer Steuerersparnis aus der Prämie rechnen, obwohl der Sonderausgabenabzug mit 2020 ausgelaufen ist
  • Den vorläufigen Abzug beim Rehabilitationsgeld für die endgültige Steuer halten und die Nachzahlung nicht einplanen
  • Zwei Bezüge gleichzeitig laufen lassen, ohne den zweiten zu melden, und dann eine hohe Nachforderung bekommen
  • Die Rentenhöhe an der Bruttopension messen, statt die Abzüge der jeweiligen Leistung zu rechnen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist die Berufsunfähigkeitspension der Pensionsversicherung steuerpflichtig?

Ja, in voller Höhe. Sie wird wie ein Gehalt behandelt, der Pensionsversicherungsträger behält die Lohnsteuer ein und zieht zusätzlich 6,0 Prozent Krankenversicherungsbeitrag ab.

Und die Rente aus meiner privaten Versicherung?

Sie gilt als Gegenleistungsrente. Steuerpflichtig wird sie erst, wenn die Summe der ausgezahlten Renten Ihre eingezahlten Prämien übersteigt. Bis dahin fließt sie unbesteuert.

Wie finde ich heraus, ab wann das der Fall ist?

Fragen Sie beim Versicherer die bis zum Leistungsfall eingezahlte Prämiensumme ab und teilen Sie sie durch die Monatsrente. Bei 24.000 Euro Prämie und 1.500 Euro Rente sind das rund 16 Monate.

Kann ich die Prämie als Sonderausgabe absetzen?

Nein. Freiwillige Personenversicherungen waren Topf-Sonderausgaben, und dieser Abzug ist für Verträge ab 2016 entfallen und für ältere Verträge mit dem Jahr 2020 ausgelaufen.

Was gilt beim Rehabilitationsgeld?

Die Gesundheitskasse besteuert nur vorläufig: 30 Euro am Tag bleiben frei, vom Rest werden 20 Prozent einbehalten. Danach müssen Sie eine Arbeitnehmerveranlagung abgeben, und dort kann eine Nachzahlung entstehen.

Was passiert, wenn ich Pension und Zuverdienst habe?

Dann wird die Lohnsteuer für beide Bezüge gemeinsam gerechnet, und es kommt zu einer Pflichtveranlagung. Melden Sie den zweiten Bezug, sonst wird die Nachforderung unangenehm groß.

Ist eine betriebliche Lösung steuerlich besser?

Im Erwerbsleben ja, weil die Beiträge des Arbeitgebers für Sie kein steuerpflichtiger Lohn sind. Die Leistung ist dafür steuerpflichtig, nur der Teil aus eigenen versteuerten Beiträgen ist begünstigt.

Ersetzt diese Seite eine Steuerberatung?

Nein. Sie zeigt den Rechenweg und die Belege dazu. Die Einordnung Ihres Vertrags und der Eintrag in die Erklärung gehören zu einer Steuerberatung.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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2Welche Versicherungen?

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3Angaben zu Ihren Wünschen

Berufsunfähigkeitsversicherung

4Ihr bisheriger Vertrag
5Wie erreichen wir Sie?

Passende Fragen

NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand

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