Startseite / Themen / Recht & Pflichten
Charteryacht zu spät zurückgebracht: was verlangt die Basis?
Kurze Antwort
Wer von der Adria zurück nach Kroatien in die Basis muss und im Hafen festsitzt, zahlt die Verspätung in aller Regel selbst. Ein eingeplanter Reservetag und eine frühe Meldung an die Basis sind die beiden Griffe, die wirklich helfen.
Die meisten österreichischen Crews chartern an der Adria, und dort beginnt und endet der Törn samstags in derselben Basis. Das Boot wird am Vormittag übernommen, geputzt, betankt und am Nachmittag an die nächste Crew übergeben. Aus diesem engen Takt folgt die Uhrzeit im Chartervertrag, und daneben steht, was eine verspätete Rückgabe kostet: meist eine Pauschale für jeden angefangenen Tag, dazu das, was die Basis der wartenden Crew nachlassen muss.
Dass die Bora drei Tage lang bläst, ändert an dieser Uhrzeit wenig. Viele Skipper halten Starkwind für höhere Gewalt, die üblichen Verträge sehen das aber anders und belassen das Wetterrisiko bei dem, der den Törnplan macht. Deshalb schreiben die Basen oft vor, die letzte Nacht im Heimathafen oder in einer Bucht in dessen Nähe zu verbringen. Wer sich daran hält, hat am Rückgabemorgen eine kurze Anfahrt und keine Nachtfahrt gegen die Welle.
Drei Dinge helfen wirklich. Erstens: den Reservetag schon bei der Planung einbauen und nicht erst suchen, wenn das Barometer fällt. Zweitens: die Basis anschreiben, sobald die Verspätung absehbar ist, mit Position, Wetterlage und geplanter Ankunft; wer früh meldet, wird erfahrungsgemäß milder behandelt als wer sich erst am Rückgabemorgen rührt. Drittens: nie gegen das eigene seemännische Urteil auslaufen. Ein Schaden bei Starkwind kostet mehr als jede Verzugspauschale, und in Österreich ist der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit grundsätzlich zur Gänze leistungsfrei.
Zum Merken
1 Reservetag
schon bei der Törnplanung eingebaut
Verzugspauschale
läuft ab der vereinbarten Uhrzeit
Der Tag Luft im Plan ist billiger als jede Nachtfahrt gegen die Welle.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Muss ich zahlen, wenn mich die Bora festhält?
In aller Regel ja. Die üblichen Charterverträge lassen das Wetterrisiko beim Charterer und sehen eine Pauschale für jeden angefangenen Tag vor. Wer früh gemeldet hat, kann mit der Basis meist trotzdem reden.
Wie melde ich die Verspätung richtig?
Schriftlich und sofort, sobald sie absehbar ist, mit Position, Wetterlage und geplanter Ankunftszeit. Eine Nachricht an die Basis genügt, sie sollte nachweisbar sein und nicht erst kurz vor der Übergabe kommen.
Deckt eine Polizze die Verzugspauschale?
Nein. Es handelt sich um eine Forderung aus dem Chartervertrag und nicht um einen Schaden am Boot. Kautionsprodukte ersetzen in aller Regel Abzüge wegen einer Beschädigung, keine Pauschalen für verspätete Rückgabe.
Darf ich bei Starkwind auslaufen, um die Zeit zu halten?
Das entscheidet der Skipper nach seemännischem Urteil, und eine Uhrzeit im Vertrag ist dafür kein Maßstab. Wer Boot und Crew wegen eines Termins in eine Lage bringt, die er sonst meiden würde, riskiert deutlich mehr als die Pauschale.
Beratung deutschlandweit: NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen bei Berlin, telefonisch unter +49 3375 29 12 77, per E-Mail an info@nammert.com und über WhatsApp. Wir betreuen Bootseigner in Deutschland, Österreich und Spanien.
Passender Schutz
Weitere Themen
Recht & Pflichten, 10 Themen
In 5 Minuten versichert.
Beitrag online berechnen, Police am selben Tag, oder rufen Sie uns an: +49 3375 29 12 77.
War das hilfreich?