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Mit dem Motorboot vor Anker übernachten: braucht es eine Ankerwache?
Kurze Antwort
Wer mit dem Motorboot vor Anker übernachtet, braucht nicht jede Nacht eine Ankerwache, aber Sorgfalt: Ankerlicht, genug Kette, Ankeralarm und den Wetterbericht im Blick. Ist Starkwind angesagt, bleibt jemand wach.
Mit dem Motorboot vor Anker übernachten, in einer Bucht in Istrien oder vor einer dalmatinischen Insel, ist für viele Eigner aus Österreich der schönste Teil des Sommers. Braucht es dafür eine Ankerwache, also jemanden, der die ganze Nacht wach bleibt? Eine allgemeine Vorschrift, die für Sportboote jede Nacht eine durchgehende Wache verlangt, gibt es in aller Regel nicht. Verlangt wird Sorgfalt, und wie viel davon nötig ist, entscheiden Wetter, Ankergrund und Platz. Slipt der Anker, treibt das Boot auf Felsen, Strand oder Nachbarn.
Auf See gelten die Kollisionsverhütungsregeln: Wer ankert, zeigt nachts ein weißes Rundumlicht und tagsüber einen schwarzen Ankerball; sehr kleine Boote abseits von Fahrwassern und Ankerplätzen sind davon teilweise ausgenommen. Auf österreichischen Seen und Flüssen gelten eigene Vorschriften. Dazu kommt das Handwerk: haltender Grund, ausreichend Kette, als Faustregel ein Mehrfaches der Wassertiefe, und Platz zum Schwojen. Ein GPS-Ankeralarm ersetzt keine Wache, weckt Sie aber, wenn das Boot wandert. Ist Starkwind oder ein Winddreher angesagt, bleibt jemand wach an Deck.
Lesen Sie vor dem Ankern den Wetterbericht bis zum Morgen und überlegen Sie, ob die Bucht nach einem Winddreher noch Schutz bietet. Fahren Sie den Anker rückwärts mit Motorkraft ein, schalten Sie das Ankerlicht ein und stellen Sie den Ankeralarm. Treibt Ihr Boot auf ein anderes, haften Sie für den Schaden. Beim eigenen Schaden prüft der Versicherer, ob sorgfältig geankert wurde; wer bei angesagtem Sturm in einer offenen Bucht schläft, riskiert in Österreich bei grober Fahrlässigkeit, dass der Versicherer grundsätzlich ganz leistungsfrei ist.
Zum Merken
Ruhige Nacht
Ankerlicht, genug Kette und Ankeralarm reichen meist
Starkwind angesagt
jemand bleibt wach oder Sie wechseln die Bucht
Ob vor Anker Wache gegangen wird, entscheidet der Wetterbericht für die Nacht, nicht eine Vorschrift.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Muss in der Nacht jemand Ankerwache gehen?
Nicht jede Nacht. Eine durchgehende Wache schreibt für Sportboote in aller Regel keine Vorschrift vor, Sorgfalt aber schon. Bei angesagtem Starkwind, einem Winddreher oder offener Bucht bleibt jemand wach an Deck.
Brauche ich vor Anker ein Ankerlicht?
Auf See ja: nachts ein weißes Rundumlicht, tagsüber ein Ankerball. Sehr kleine Boote abseits von Fahrwassern und Ankerplätzen sind teilweise ausgenommen, auf österreichischen Binnengewässern gelten eigene Vorschriften.
Wer zahlt, wenn mein Boot vor Anker treibt und ein anderes beschädigt?
Für den Schaden am fremden Boot haften Sie, dafür ist die Haftpflicht da. Beim eigenen Schaden prüft der Versicherer die Sorgfalt; bei grober Fahrlässigkeit kann er in Österreich grundsätzlich ganz leistungsfrei sein.
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