Alles zur Versicherung: Kfz-Versicherung
Welche Kfz-Versicherung brauche ich in Österreich?
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Kurz gesagt
Nein, eine einheitliche Typklassen- und Regionalklassenstatistik wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. Jeder Versicherer rechnet mit eigenen Tarifmerkmalen: vor allem Motorleistung in kW, Wohnort, Alter des Lenkers und Bonus-Malus-Stufe, in der Kasko zusätzlich Neuwert und Modell. Dazu kommt die motorbezogene Versicherungssteuer, die bei allen Versicherern gleich ist.
Öffentlich genannte Beispielwerte für Österreich, Stand 2025 und 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| BMW 1er, 110 kW Diesel, 38 Jahre, Wien, Bonus-Malus-Stufe 0, Haftpflicht mit Steuer | ab etwa 74 Euro im Monat |
| Motorbezogene Steuer, Diesel 110 kW, 130 g CO2, Erstzulassung 2026 | rund 457 Euro im Jahr |
| Motorbezogene Steuer, Elektroauto 100 kW, 2.000 kg | rund 495 Euro im Jahr |
Beispielprämie Stand August 2025, Steuerwerte für 2026 aus veröffentlichten Rechnungen. Die Werte im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis. Ihre Prämie hängt vom Tarif des jeweiligen Versicherers ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Ein Lenker mit guter Bonus-Malus-Stufe überlegt zwischen einem Kompaktwagen mit 85 kW und einem SUV mit 150 kW, jeweils Haftpflicht mit Steuer.
| Kompaktwagen 85 kW, Haftpflichtprämie | etwa 300 bis 400 Euro |
| Kompaktwagen, motorbezogene Steuer | etwa 250 bis 350 Euro |
| SUV 150 kW, Haftpflichtprämie | etwa 450 bis 600 Euro |
| SUV, motorbezogene Steuer | etwa 800 bis 1.100 Euro |
Das SUV kostet in der Haftpflicht mit Steuer etwa 700 bis 950 Euro mehr im Jahr, der größere Teil davon ist Steuer. Richtwerte aus der Angebotspraxis.
In Deutschland rechnet der Versicherungsverband jedes Jahr für jedes Automodell und jeden Zulassungsbezirk eine Schadenstatistik aus, die fast alle Versicherer übernehmen. In Österreich gibt es keine solche gemeinsame Tabelle. Jeder Versicherer baut seinen Tarif selbst und entscheidet, welche Merkmale er wie stark gewichtet.
Für Sie heißt das: Ein Modell, das in Deutschland als teuer gilt, muss es in Österreich nicht sein. Und derselbe Wohnort kann bei zwei Versicherern ganz unterschiedlich eingestuft sein. Vergleichen lohnt sich deshalb eher mehr als in Deutschland.
In der Haftpflicht ist die Motorleistung das wichtigste Merkmal. Dazu kommen Wohnort, Alter des Lenkers, jährliche Kilometer und die Bonus-Malus-Stufe. In der Kasko rechnen die Versicherer zusätzlich mit Listenpreis, Modell, Alter des Autos und Selbstbehalt, weil dort die Reparatur Ihres eigenen Autos bezahlt wird.
| Merkmal | Deutschland | Österreich |
|---|---|---|
| Automodell | Typklasse aus gemeinsamer Statistik | eigene Einstufung je Versicherer, in der Haftpflicht vor allem kW |
| Wohnort | Regionalklasse je Zulassungsbezirk | eigene Tarifzonen je Versicherer |
| Schadenfreiheit | Schadenfreiheitsklasse | Bonus-Malus-Stufe des Versicherers |
| Steuer | Kfz-Steuer getrennt an den Zoll | motorbezogene Steuer mit der Prämie |
Mit der Haftpflichtprämie hebt der Versicherer die motorbezogene Versicherungssteuer ein. Bei Verbrennern mit Erstzulassung ab Oktober 2020 richtet sie sich nach kW und CO2-Ausstoß, für Zulassungen 2026 mit Abzugsbeträgen von 59 kW und 97 Gramm. Ein Auto mit 110 kW und 130 Gramm zahlt rund 457 Euro im Jahr.
Seit April 2025 zahlen auch Elektroautos, nach Leistung und Gewicht. Ein Elektroauto mit 100 kW und 2.000 Kilogramm kommt auf rund 495 Euro. Diese Steuer ist bei jedem Versicherer gleich, sie macht beim Vergleich keinen Unterschied, wohl aber bei der Wahl des Autos.
Wenn Sie Ihr Auto behalten und nicht umziehen, ändert sich an diesen Merkmalen wenig. Anders als in Deutschland gibt es keine jährliche Neueinstufung aller Modelle. Prämienerhöhungen kommen meist über die Indexanpassung oder eine neue Bonus-Malus-Stufe nach einem Schaden.
Wichtig werden die Merkmale beim Autokauf: Zwischen einem Auto mit 70 kW und einem mit 150 kW liegen allein bei der Steuer mehrere hundert Euro im Jahr.
Fragen und Antworten
Nein. Sie ist eine deutsche Statistik. Österreichische Versicherer verwenden eigene Tarifmerkmale.
Weil sowohl Prämie als auch motorbezogene Steuer mit der Leistung steigen. Bei starken Autos ist die Steuer oft höher als die Prämie.
Bei den meisten Versicherern ja, weil in Städten mehr Schäden passieren. Wie viel, entscheidet jeder Versicherer selbst.
Nicht wie in Deutschland. Meist steigt die Prämie über die Indexanpassung oder nach einem Schaden über die Bonus-Malus-Stufe.
Oft ja in der Prämie, aber seit April 2025 zahlen sie ebenfalls motorbezogene Steuer, bei schweren Modellen nicht wenig.
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