Versicherungen für Fotografen und Videografen in Österreich
Die Speicherkarte mit allen Hochzeitsbildern ist leer. Das Stativ kippt auf den Parkettboden der Villa. Die Kamera bleibt im Zug liegen. Fotografinnen und Fotografen tragen ihr Werkzeug ständig mit sich und arbeiten auf fremdem Boden. Hier steht, was davon versichert sein sollte und was das in Österreich kostet.
Wer zahlt, wenn die Hochzeitsbilder verloren gehen?
Das Brautpaar kann Schadenersatz verlangen, und das kann weit über dem Honorar liegen, weil sich der Tag nicht wiederholen lässt. Eine Haftpflicht mit eingeschlossenen Vermögensschäden, wie sie im Rahmenvertrag der Landesinnung steht, kann solche Forderungen übernehmen oder unberechtigte abwehren. Viel wichtiger ist die Vorsorge: zwei Kartenschächte, Kopie noch am selben Abend.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Ausrüstung unterwegs
Kameras und Objektive im Wert von 10.000 Euro und mehr liegen im Auto, im Zug, am Set. Diebstahl und Sturzschäden sind hier der häufigste Schaden.
02
Verlorene Bilder
Defekte Karten, gelöschte Ordner, ein gestohlener Laptop vor der Sicherung. Bei Hochzeiten und Firmenevents gibt es keinen zweiten Versuch.
03
Schäden beim Shooting
Blitzstative kippen, Hintergrundsysteme fallen, Kabel werden zur Stolperfalle. Betroffen sind Menschen, Böden und fremde Einrichtung.
04
Bildrechte
Personen ohne Einwilligung, erkennbare Kunstwerke oder Marken im Bild: Ansprüche wegen Persönlichkeitsrechten und Urheberrecht nehmen zu.
05
Drohnenaufnahmen
Eine abgestürzte Drohne auf einem Auto oder einem Menschen ist ein Haftpflichtfall nach dem Luftfahrtgesetz, verschuldensunabhängig.
06
Knie und Rücken
Stundenlanges Tragen, Knien und Klettern bei Reportagen und Hochzeiten belastet den Körper. Wer ausfällt, verdient nichts.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Wer Luftaufnahmen anbietet, braucht eine gewerbliche Drohnenhaftpflicht mit mindestens 750.000 Sonderziehungsrechten, sonst gibt es keine Registrierung bei Austro Control.
Hilft, wenn Kundengalerien gehackt oder Bildarchive verschlüsselt werden.
Was es kostet: Beispielprämien
Fotografinnen und Fotografen in Österreich haben ein seltenes Glück: Die Landesinnung Berufsfotografie bietet in Oberösterreich und Wien einen günstigen Haftpflicht-Rahmenvertrag. Teurer wird die Ausrüstung, weil sie viel unterwegs ist.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Betriebshaftpflicht
Rahmenvertrag der Landesinnung OÖ und Wien, 2 Mio. Euro, Selbstbehalt 500 oder 250 Euro, inklusive Vermögensschäden
83,05 bis 97,70 Euro im Jahr inklusive 11 Prozent Versicherungssteuer
Betriebshaftpflicht
Derselbe Rahmenvertrag mit 3 Mio. Euro Deckung
87,72 bis 103,20 Euro im Jahr inklusive Versicherungssteuer
Elektronikversicherung
Kameras, Objektive und Licht im Neuwert von 15.000 Euro, weltweit, Allgefahren
etwa 300 bis 700 Euro im Jahr
Drohnenversicherung
Gewerbliche Drohnenhaftpflicht mit 3 Mio. Euro Deckung
etwa 168 bis 230 Euro im Jahr
Unfallversicherung
Selbstständige Fotografin, 100.000 Euro Invaliditätskapital mit Progression
etwa 150 bis 300 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Haftpflicht aus dem Rahmenvertrag und Allgefahrendeckung für die Kamera kosten zusammen im Jahr etwa so viel wie ein Passbild-Shooting für zwanzig Kunden.
Stand September 2026.
Die Beiträge für den Rahmenvertrag stammen aus dem Informationsblatt der Landesinnung,
die Drohnenbeiträge aus öffentlich genannten Tarifen;
die übrigen Werte sind Richtwerte aus unserer Angebotspraxis ohne Versicherungssteuer.
Sechs Dinge, die Fotografinnen und Fotografen wirklich passieren, alle an einem Samstag mit Hochzeit am Wolfgangsee. Tippen Sie sich durch und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt33.200 Euro
Beim Beladen fällt die Tasche mit zwei Objektiven vom Autodach auf den Asphalt.
3.800 Euro · Zahlt: Elektronikversicherung
In der Kirche kippt ein Blitzstativ gegen eine Holzstatue. Die Restaurierung ist aufwendig.
5.500 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Die Drohne verliert über dem Parkplatz das Signal und landet auf der Motorhaube eines Gastes.
2.700 Euro · Zahlt: Drohnenversicherung
Beim Fotografieren am Steg rutschen Sie aus und brechen sich das Handgelenk. Sechs Wochen keine Aufträge.
9.000 Euro · Zahlt: Unfallversicherung
Eine Speicherkarte mit der Trauung ist unlesbar. Das Brautpaar fordert Schadenersatz.
4.000 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Auf dem Parkplatz wird das Auto aufgebrochen, die Kameratasche ist weg.
8.200 Euro · Zahlt: Elektronikversicherung
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon zahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 33.200 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Fragen Sie bei Ihrer Landesinnung nach dem Rahmenvertrag. In Oberösterreich und Wien ist er mit 2 oder 3 Mio. Euro Deckung sehr günstig.
Achten Sie in der Elektronikversicherung auf Diebstahl aus dem versperrten Auto. Oft gilt das nur tagsüber oder mit Nachtzeitklausel.
Versichern Sie gemietete und geliehene Objektive mit, sonst zahlen Sie beim Verleiher selbst.
Prüfen Sie den Geltungsbereich: Der Rahmenvertrag gilt weltweit ohne USA, Kanada und Australien.
Für Drohnen reicht eine Privathaftpflicht nicht. Die Polizze muss sich auf das Luftfahrtgesetz beziehen und die gewerbliche Nutzung nennen.
Holen Sie schriftliche Einwilligungen für Bildveröffentlichungen ein. Das verhindert die meisten Streitfälle um Persönlichkeitsrechte.
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Wir bauen auf dem Rahmenvertrag auf
Wenn Ihre Landesinnung einen günstigen Haftpflichtvertrag bietet, nutzen Sie ihn. Wir kümmern uns um das, was dort fehlt: Ausrüstung, Drohne und Ihre eigene Absicherung.
Drohnen kennen wir aus der Luftfahrt
Die Anforderungen des Luftfahrtgesetzes an eine Drohnenpolizze prüfen wir, bevor Sie sich bei Austro Control registrieren.
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In der Bootsversicherung bearbeiten wir Schäden selbst. Wir wissen, welche Belege ein Versicherer bei einem Kameradiebstahl sehen will.
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Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Ist meine Kamera über die Haushaltsversicherung gedeckt?
Bei beruflicher Nutzung meist nicht, und unterwegs ohnehin nur eingeschränkt.
Eine Elektronik- oder Fotoapparateversicherung für den Betrieb ist der sichere Weg.
Muss ich als Fotograf versichert sein?
Für das Gewerbe Berufsfotografie gibt es keine Versicherungspflicht.
Nur für Drohnenflüge schreibt das Luftfahrtgesetz eine Haftpflicht vor.
Was kostet die Haftpflicht für Fotografen in Österreich?
Über den Rahmenvertrag der Landesinnung Oberösterreich und Wien etwa 83 bis 104 Euro im Jahr
inklusive Versicherungssteuer.
Eigene Verträge außerhalb liegen meist zwischen 150 und 400 Euro.
Deckt die Haftpflicht verlorene Bilder?
Wenn Vermögensschäden eingeschlossen sind, ja.
Der Rahmenvertrag der Landesinnung nennt reine Vermögensschäden ausdrücklich.
Grobe Fahrlässigkeit, etwa jahrelang ohne Sicherung, kann den Schutz gefährden.
Brauche ich für Videoaufträge eine andere Versicherung?
Die Grundbausteine sind dieselben.
Bei größeren Produktionen mit Darstellern und Drehgenehmigungen lohnt ein Blick auf die Seite zur
Filmproduktion.
Bin ich bei einem Unfall am Set versichert?
Bei beruflichen Tätigkeiten sind Sie über die AUVA unfallversichert.
Deren Leistungen sind aber begrenzt,
deshalb empfehlen wir eine private Unfallversicherung mit Invaliditätskapital.
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