Versicherungen für Werbe- und Marketingagenturen in Österreich
In einer Agentur geht selten etwas zu Bruch, aber oft etwas schief: das Sujet mit dem fremden Foto, die Kampagne mit dem falschen Preis, der Newsletter an die ganze Kundendatei. Solche Fehler kosten Geld und keinen Knochen. Hier steht, welche Versicherung dafür gedacht ist und warum der Gruppenvertrag der Fachgruppe oft nicht reicht.
Für sehr kleine Aufträge oft ja, für größere Kunden meist nicht. Der geförderte Vertrag der Fachgruppe Werbung in Niederösterreich etwa deckt 50.000 Euro für Personen- und Sachschäden und 25.000 Euro für Vermögensschäden. Eine einzige Abmahnung wegen eines Fotos plus Neudruck einer Auflage kann darüber liegen. Wir sehen uns Ihren Gruppenvertrag an und ergänzen nur, was fehlt, etwa mit einer Exzedentendeckung.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Fremde Bilder und Schriften
Ein Stockfoto ohne passende Lizenz, eine nicht bezahlte Schrift, eine Melodie im Spot: Rechteinhaber fordern Lizenzgebühr, Anwaltskosten und oft Schadenersatz vom Kunden, der sich an Sie hält.
02
Fehler in der Auflage
Ein falscher Preis im Flugblatt, ein Tippfehler in der Telefonnummer auf 50.000 Folders. Neudruck und Verteilung zahlt am Ende, wer die Freigabe vorbereitet hat.
03
Wettbewerbsrecht
Irreführende Aussagen, unzulässige Vergleiche, fehlende Kennzeichnung von Werbung: Klagen nach dem UWG treffen zuerst den Kunden und dann die Agentur, die den Text geschrieben hat.
04
Datenschutz bei Kampagnen
Newsletter ohne Einwilligung, falsch eingerichtete Tracking-Tools, ein offener Verteiler. Die Datenschutzbehörde und betroffene Personen können Ansprüche stellen.
05
Gehackte Konten
Wer die Social-Media-Konten der Kunden betreut, hat deren Zugänge. Wird die Agentur gehackt, sind mehrere Marken auf einmal betroffen.
06
Ausfall der Technik
Server, Laptops und Kameras sind das eigentliche Kapital. Ein Wasserschaden im Büro legt Projekte kurz vor der Deadline lahm.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Die Vermögensschadenhaftpflicht zahlt, wenn Ihr Kunde durch einen Fehler der Agentur Geld verliert, etwa durch eine Urheberrechtsverletzung oder eine fehlerhafte Auflage.
Eine Pensionskassen- oder Direktversicherungslösung hilft, gute Kreative zu halten, wenn das Gehalt nicht mehr steigen kann.
Was es kostet: Beispielprämien
Für Agenturen bestimmt vor allem die Vermögensschadenhaftpflicht den Beitrag. Er hängt von Honorarumsatz, Deckungssumme und Tätigkeiten ab: Mediaplanung und Programmierung kosten mehr als reine Gestaltung.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Berufshaftpflicht
Gruppenvertrag der WKNÖ-Fachgruppe Werbung, 50.000 Euro Personen- und Sachschäden, 25.000 Euro Vermögensschäden
22,20 Euro Kostenbeitrag im Jahr
Berufshaftpflicht
Ein-Personen-Agentur, eigene Polizze mit 250.000 Euro Vermögensschaden
etwa 300 bis 700 Euro im Jahr
Berufshaftpflicht
Agentur mit fünf bis zehn Personen, 500.000 Euro Vermögensschaden inklusive Personen- und Sachschäden
etwa 900 bis 2.200 Euro im Jahr
Elektronikversicherung
Rechner, Kameras und Server im Neuwert von 30.000 Euro
etwa 250 bis 550 Euro im Jahr
Cyberversicherung
Kleine Agentur mit Kundendaten und Zugängen zu Kundenkonten, 250.000 Euro Deckung
etwa 400 bis 1.000 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Eine eigene Vermögensschadenhaftpflicht für eine kleine Agentur kostet im Jahr etwa so viel wie fünf bis acht Stunden Kreativhonorar.
Richtwerte ohne 11 Prozent Versicherungssteuer, Stand September 2026.
Der WKNÖ-Beitrag stammt von der Fachgruppe selbst,
die übrigen Werte sind Richtwerte aus unserer Angebotspraxis.
Ihr Beitrag hängt vom Umsatz und vom Versicherer ab; das genaue Angebot holen wir für Sie ein.
Sechs Fehler, die in Agenturen wirklich passieren, hier alle an einem Donnerstag vor Kampagnenstart. Tippen Sie sich durch und sehen Sie, welche Versicherung einspringt.
Schaden bis jetzt51.300 Euro
Ein Fotograf meldet sich per Anwaltsbrief: Sein Bild läuft seit drei Monaten ohne Lizenz auf der Website eines Kunden.
4.800 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Im Flugblatt für eine Handelskette steht ein Aktionspreis ohne Komma. 80.000 Stück müssen neu gedruckt und verteilt werden.
23.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Beim Aufbau eines Messestands kippt ein Display und beschädigt die Glasvitrine des Nachbarausstellers.
3.600 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Das Instagram-Konto eines Kunden wird über den Agenturzugang gekapert und postet Betrugslinks.
7.500 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
Ein Grafiker stößt ein Glas Wasser über den Laptop mit den Reinzeichnungen.
2.900 Euro · Zahlt: Elektronikversicherung
Ein Mitbewerber klagt nach dem UWG gegen einen Werbeslogan, den die Agentur getextet hat.
9.500 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon zahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 51.300 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Legen Sie den Gruppenvertrag Ihrer Fachgruppe neben Ihre Kundenverträge: Wenn ein Kunde 250.000 Euro Deckung verlangt, brauchen Sie eine Ergänzung.
Achten Sie darauf, dass Verletzungen von Urheber-, Marken- und Persönlichkeitsrechten ausdrücklich mitversichert sind.
Prüfen Sie, ob Programmierung, Webshops und Mediaeinkauf im Vertrag stehen. Diese Tätigkeiten sind oft ausgeschlossen.
Fragen Sie nach der Rückwärtsdeckung: Fehler aus Projekten vor Vertragsbeginn werden sonst nicht bezahlt.
Verwalten Sie Zugänge der Kunden in einem Passwortmanager mit Zwei-Faktor-Anmeldung. Das senkt Ihren Cyber-Beitrag und das Risiko.
Halten Sie Freigaben schriftlich fest. Eine dokumentierte Kundenfreigabe ist im Streit um Druckfehler oft das stärkste Argument.
Warum NAMMERT für Ihren Betrieb
Wir ergänzen, statt doppelt zu versichern
Wer schon über die Fachgruppe versichert ist, bekommt von uns keinen zweiten Vertrag für dasselbe, sondern eine Deckung, die dort anfängt, wo der Gruppenvertrag endet.
Vergleich mehrerer Versicherer
Als Makler holen wir Angebote verschiedener Häuser ein und zeigen, wer Urheberrecht, Datenschutz und Programmierung wirklich einschließt.
Wir kennen Schadenbearbeitung von innen
In der Bootsversicherung bearbeiten wir Schäden selbst. Dieses Wissen nutzen wir, wenn ein Versicherer bei einem Abmahnfall auf Zeit spielt.
Kostenlos für Sie
Unsere Arbeit bezahlt der Versicherer. Wir sind ein deutscher Familienbetrieb seit 1989 und in Österreich im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit tätig.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Brauche ich als Werbeagentur eine Versicherung?
Gesetzlich ist für das freie Gewerbe Werbeagentur keine vorgeschrieben.
Praktisch fragen Kunden, Ausschreibungen und Rahmenverträge fast immer nach einer
Vermögensschadenhaftpflicht.
Was ist der Unterschied zwischen Betriebshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht?
Die Betriebshaftpflicht zahlt, wenn Menschen verletzt oder Sachen beschädigt werden.
Die Vermögensschadenhaftpflicht zahlt,
wenn Ihr Kunde durch Ihre Arbeit Geld verliert, etwa durch einen Druckfehler.
Für Agenturen ist die zweite meist wichtiger.
Sind Abmahnungen wegen Bildrechten versichert?
Bei den meisten Agenturpolizzen ja,
wenn Urheberrechtsverletzungen ausdrücklich eingeschlossen sind.
Bewusst ohne Lizenz verwendete Bilder sind nie gedeckt.
Was kostet eine Versicherung für eine kleine Werbeagentur?
Eine eigene Vermögensschadenhaftpflicht beginnt bei etwa 300 Euro im Jahr.
Ein Paket mit Betriebshaftpflicht,
Elektronik und Cyber liegt für ein kleines Büro meist zwischen 1.400 und 3.200 Euro im Jahr,
jeweils ohne Versicherungssteuer.
Bin ich als Freelancer über die Agentur versichert?
In der Regel nicht.
Wer mit eigenem Gewerbeschein für eine Agentur arbeitet,
haftet selbst und braucht eine eigene Deckung oder den Gruppenvertrag seiner Fachgruppe.
Wer zahlt, wenn ich selbst in der Agentur stürze?
Bei der Arbeit sind Sie über die AUVA unfallversichert, auch als Selbstständige über die SVS.
Für Freizeitunfälle und ein höheres Unfallkapital lohnt eine private Unfallversicherung.
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