Versicherungen für Textil-, Bekleidungs- und Lederbetriebe in Österreich
Stickereien in Vorarlberg, Trachtenschneider im Salzkammergut, Hersteller von Arbeitskleidung oder Lederwaren: Ihr Betrieb lebt von Stoffen, die leicht brennen, und von Maschinen, die niemand mehr baut. Dazu kommt Ware von Kunden in Ihrer Obhut. Hier steht, was Sie absichern sollten und was es kostet.
Wer zahlt, wenn ein Kundenstoff beim Besticken oder Ändern kaputtgeht?
Das ist ein sogenannter Bearbeitungsschaden, und genau der ist in vielen Betriebshaftpflichtverträgen ausgeschlossen oder stark begrenzt. Wenn Sie regelmäßig Stoffe, Trachten oder Uniformen von Kunden bearbeiten, lassen Sie Bearbeitungs- und Obhutsschäden mit ausreichender Summe einschließen. Sonst zahlen Sie den teuren Dirndlstoff oder die Vereinsuniform aus eigener Tasche.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Stoff brennt schnell
Baumwollstaub, Flusen und dicht gelagerte Stoffe machen aus einem Funken einen Großbrand. Rauch macht auch unverbrannte Ware unverkäuflich.
02
Fremde Ware in Obhut
Trachtenstoffe, Vereinsuniformen, Brautkleider: Was Kunden bringen, ist oft teurer als die Arbeit daran.
03
Alte Maschinen
Stickmaschinen und Webstühle sind oft Einzelstücke. Fällt eine aus, gibt es selten schnellen Ersatz.
04
Schadstoffe in Textilien
Verbotene Farbstoffe oder Chromrückstände im Leder können Hautreaktionen auslösen. Das betrifft vor allem Importware.
05
Wasserschaden im Lager
Ein Rohrbruch oder Starkregen genügt, um eine Saison Ware zu verderben.
06
Nadel und Schere
Stichverletzungen, Schnitte und Belastungen von Rücken und Händen gehören zum Alltag in Näherei und Zuschnitt.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Kleine Schneidereien zahlen wenig, große Stickereien und Webereien mit viel Lager deutlich mehr. Wert der Ware, Brandschutz und die Frage, ob Sie Kundenware bearbeiten, bestimmen die Prämie.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Betriebshaftpflicht
Schneiderei oder Trachtenwerkstatt mit zwei Dienstnehmern, mit Bearbeitungsschäden
etwa 250 bis 600 Euro im Jahr
Betriebshaftpflicht
Hersteller von Bekleidung für den Handel mit Produkthaftpflicht und Import
etwa 1.000 bis 3.000 Euro im Jahr
Betriebsinhalt
Maschinen und Ware im Wert von 200.000 Euro
etwa 600 bis 1.500 Euro im Jahr
Maschinenbruch
Stickmaschinen mit Neuwert 500.000 Euro
etwa 1.000 bis 2.500 Euro im Jahr
Betriebsunterbrechung
Haftzeit 12 Monate, 800.000 Euro Umsatz
etwa 400 bis 1.200 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Der Grundschutz aus Haftpflicht und Inhalt einer kleinen Trachtenwerkstatt kostet im Jahr ungefähr so viel wie ein maßgeschneidertes Dirndl.
Richtwerte aus unserer Angebotspraxis, Stand September 2026, ohne 11 Prozent Versicherungssteuer.
Veröffentlichte Tarife für Textilbetriebe in Österreich sind selten,
die Prämie richtet sich stark nach Lagerwert und Brandschutz.
Sechs Schäden, die Textil- und Lederbetrieben wirklich passieren. Hier alle an einem Donnerstag vor dem Kirtag. Tippen Sie sich durch und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt188.500 Euro
Die Stickmaschine verschiebt den Rahmen, 60 Vereinshemden sind verstickt und unbrauchbar.
4.200 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Beim Bügeln brennt ein Loch in ein handgenähtes Brautkleid.
2.800 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Das Hauptlager der Stickmaschine bricht, der Techniker kommt aus der Schweiz.
18.000 Euro · Zahlt: Maschinenbruch
Eine Kundin bekommt Ausschlag von einer importierten Lederjacke mit Chromrückständen.
5.500 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Nach einem Gewitter steht das Stofflager im Keller unter Wasser.
38.000 Euro · Zahlt: Naturkatastrophen
Flusen am Motor einer Nähmaschine entzünden sich, der Zuschnitt brennt aus.
120.000 Euro · Zahlt: Betriebsinhalt
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon zahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 188.500 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Lassen Sie Bearbeitungs- und Obhutsschäden an Kundenware ausdrücklich und mit ausreichender Summe einschließen.
Versichern Sie Stoffe und Fertigware zum Wiederbeschaffungspreis und passen Sie die Summe vor der Saison an.
Fragen Sie nach einer Vorsorgeversicherung für saisonale Lagerspitzen, etwa vor Weihnachten oder der Trachtensaison.
Bei Importen aus Asien: Produkthaftpflicht auf Importeurshaftung prüfen, denn in der EU haften Sie wie ein Hersteller.
Legen Sie Stofflager nicht in Keller ohne Hochwasserschutz, oder vereinbaren Sie Elementarschäden.
Reinigen Sie Absaugung und Maschinen regelmäßig von Flusen und dokumentieren Sie das.
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Bearbeitungsschäden sind bei Versicherern sehr unterschiedlich geregelt. Als Makler zeigen wir Ihnen den Unterschied, bevor der Schaden passiert.
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Unsere Beratung ist für Sie kostenlos, denn die Vergütung zahlt der Versicherer.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Braucht eine Schneiderei eine Betriebshaftpflicht?
Gesetzlich nicht, aber sie ist wichtig, weil Kundenware und Kundenbesuch Risiken bringen.
Achten Sie auf Bearbeitungsschäden, sonst fehlt der häufigste Fall.
Bin ich als Importeur von Kleidung haftbar?
Ja.
Wer Waren aus Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums einführt,
haftet nach dem Produkthaftungsgesetz wie ein Hersteller und braucht eine Produkthaftpflicht.
Sind Kundenstoffe bei einem Brand versichert?
Nur, wenn fremde Sachen in der Inhaltsversicherung mitversichert sind.
Das lässt sich mit einer eigenen Summe vereinbaren.
Was kostet eine Versicherung für eine Stickerei?
Haftpflicht, Inhalt und Maschinen zusammen liegen für einen kleinen Betrieb meist bei etwa 2.500
bis 6.000 Euro im Jahr.
Deckt die Versicherung Hochwasser im Lager?
Nur mit Elementarschadendeckung.
In Österreich ist sie oft auf niedrige Summen begrenzt, das sollten Sie prüfen.
Brauche ich eine Cyberversicherung für meinen Onlineshop?
Wenn Sie Kundendaten und Zahlungen online verarbeiten, ja.
Sie zahlt Wiederherstellung, Benachrichtigung und Ausfall.
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