Versicherungen für Rechtsanwaltskanzleien und Notariate
Eine versäumte Frist, ein übersehenes Grundbuchsrecht, eine E-Mail an den falschen Empfänger: In einer Kanzlei entsteht der teure Schaden nicht an Sachen, sondern im Vermögen der Mandanten. Hier steht, was die Rechtsanwaltsordnung vorschreibt, warum die Mindestsumme oft zu knapp ist und was Kanzleien darüber hinaus brauchen.
Für eine Kanzlei, die nur kleine Zivil- und Familiensachen betreut, oft ja. Wer Liegenschaftskäufe, Unternehmenstransaktionen, Treuhandschaften oder Bauprojekte begleitet, sollte deutlich höher gehen, denn ein einziger Fehler bei einem Kaufvertrag über eine Zinshauswohnung übersteigt diese Summe leicht. Üblich ist eine Grundversicherung mit Mindestsumme und eine Exzedentenversicherung darüber.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Fristen
Eine verpasste Rechtsmittelfrist oder Verjährung ist der Klassiker. Der Mandant verliert den Prozess, und die Kanzlei haftet für das, was er gewonnen hätte.
02
Liegenschaften und Treuhand
Bei Kaufverträgen und Treuhandabwicklungen geht es um sechs- und siebenstellige Beträge. Ein Fehler im Grundbuch oder bei der Auszahlung wird schnell teuer.
03
Zahlungsumleitung
Betrüger fälschen E-Mails und ändern Kontodaten bei Treuhandzahlungen. Der Schaden liegt bei der Kanzlei, wenn Prüfschritte fehlten.
04
Beratungsfehler
Falsche steuerliche Hinweise, übersehene Haftungsklauseln in Verträgen, unvollständige Aufklärung: Mandanten lassen solche Fehler heute konsequent prüfen.
05
Mitarbeiterfehler
Kanzleikräfte und Konzipienten erledigen viele Fristen und Eingaben. Für ihre Fehler haftet die Kanzlei.
06
Datenschutz
Verschwiegenheit ist Kern des Berufs. Ein Datenleck bedeutet Meldepflicht, Standesverfahren und Ansprüche von Mandanten.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Die Versorgungseinrichtung der Rechtsanwaltskammer leistet bei Berufsunfähigkeit, oft aber weniger als das bisherige Einkommen; eine private Rente schließt die Lücke.
Für Anwälte, die Aufsichtsrats- oder Stiftungsvorstandsmandate übernehmen, die die Berufshaftpflicht nicht deckt.
Was es kostet: Beispielprämien
Die Prämie richtet sich nach der Zahl der Berufsträger, dem Umsatz, den Tätigkeitsschwerpunkten und der gewählten Summe. Treuhandschaften und Liegenschaftsrecht erhöhen den Preis, reine Strafverteidigung senkt ihn.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Berufshaftpflicht
Einzelanwalt, gesetzliche Mindestsumme 400.000 Euro
etwa 1.000 bis 2.200 Euro im Jahr
Berufshaftpflicht
Exzedent über weitere 2 Mio. Euro für eine Einzelkanzlei
etwa 500 bis 1.500 Euro im Jahr zusätzlich
Berufshaftpflicht
Rechtsanwalts-GmbH mit fünf Berufsträgern, 2,4 Mio. Euro
etwa 6.000 bis 15.000 Euro im Jahr
Cyberversicherung
Kanzlei mit zehn Arbeitsplätzen, 500.000 Euro Deckung
etwa 900 bis 2.200 Euro im Jahr
Betriebsinhalt
Büroeinrichtung und Technik im Wert von 80.000 Euro
etwa 150 bis 350 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Die Pflicht-Haftpflicht eines Einzelanwalts kostet im Jahr ungefähr so viel wie fünf bis acht Stunden abrechenbarer Arbeit.
Richtwerte aus unserer Angebotspraxis ohne 11 Prozent Versicherungssteuer, Stand September 2026.
Für Anwaltskanzleien werden in Österreich kaum Tarife öffentlich genannt;
die Quellen belegen die gesetzlichen Mindestsummen.
Die Rechtsanwaltskammern bieten teils Rahmenverträge, die wir in den Vergleich einbeziehen.
Sechs Dinge, die in Kanzleien wirklich passieren. Hier alle an einem einzigen Freitag vor Weihnachten. Gehen Sie den Tag durch und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt566.000 Euro
Die Berufung in einem Bauprozess wurde einen Tag zu spät eingebracht. Der Mandant verlangt den Streitwert, den er in zweiter Instanz gewonnen hätte.
180.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Nach einer gefälschten E-Mail wird ein Kaufpreis vom Treuhandkonto auf ein fremdes Konto überwiesen.
240.000 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
In einem Liegenschaftskauf wurde ein eingetragenes Fruchtgenussrecht übersehen. Die Käufer verlangen Ersatz der Wertminderung.
95.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Die Kanzleisoftware ist verschlüsselt, der Fristenkalender für die nächsten Wochen nicht mehr lesbar.
28.000 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
Aus der Wohnung darüber läuft Wasser durch die Decke in das Archiv, Akten und zwei Rechner sind durchnässt.
14.000 Euro · Zahlt: Betriebsinhalt
Der Server ist nach dem Wasserschaden nicht mehr zu retten.
9.000 Euro · Zahlt: Elektronikversicherung
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon zahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 566.000 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Wählen Sie die Summe nach Ihren größten Mandaten, nicht nach dem Gesetz; bei Liegenschaften und Transaktionen sind 2 bis 5 Mio. Euro üblich.
Achten Sie auf die Jahreshöchstleistung: Bei mehreren Schäden in einem Jahr muss die Summe mehrfach zur Verfügung stehen.
Lassen Sie Treuhandschaften ausdrücklich einschließen und prüfen Sie, ob Veruntreuung durch Mitarbeiter gedeckt ist.
Die Cyberversicherung sollte Zahlungsumleitung durch gefälschte E-Mails einschließen, das sogenannte Fake President oder Social Engineering.
Organmandate in Aufsichtsräten und Privatstiftungen sind über die Berufshaftpflicht meist nicht gedeckt; hier braucht es eine D&O.
Prüfen Sie beim Wechsel in eine GmbH rechtzeitig die höhere Mindestsumme von 2,4 Mio. Euro, sonst haften die Gesellschafter persönlich.
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Mehrere Angebote, auch neben dem Kammervertrag
Als Makler vergleichen wir Rahmenverträge und Einzelangebote verschiedener Versicherer und zeigen die Unterschiede bei Treuhand, Exzedent und Jahreshöchstleistung.
Wir kennen Schadenbearbeitung von innen
In der Bootsversicherung bearbeiten wir Schäden selbst. Wir wissen, wie Versicherer mit Haftungsfragen umgehen, und das hilft, wenn ein Mandant Ansprüche stellt.
Kanzlei und Privates zusammen
Berufshaftpflicht, Cyber, Kanzleiinhalt und Ihre persönliche Vorsorge betreuen wir gemeinsam, erreichbar unter +49 3375 29 12 77.
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Ihre Kanzlei erhält von uns keine Honorarnote, die Vergütung zahlt der Versicherer. Wir sind ein deutscher Familienbetrieb seit 1989 und arbeiten in Österreich im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Wie hoch ist die Pflichtversicherung für Rechtsanwälte in Österreich?
Nach § 21a RAO mindestens 400.000 Euro je Versicherungsfall für Einzelanwälte und Partnerschaften,
für Rechtsanwalts-GmbH und Gesellschaften mit einer GmbH als einzigem Komplementär mindestens 2,4
Mio.
Euro.
Was passiert, wenn eine Rechtsanwalts-GmbH zu gering versichert ist?
Dann haften die Anwälte und Gesellschafter persönlich für den Teil,
der nicht versichert ist, unabhängig von einem eigenen Verschulden.
Deshalb sollte die Summe regelmäßig überprüft werden.
Sind Konzipienten mitversichert?
Fehler von Rechtsanwaltsanwärtern und Kanzleikräften sind über die Berufshaftpflicht der Kanzlei
gedeckt.
Wer als Substitut für andere Kanzleien auftritt, sollte das im Vertrag klären.
Was kostet die Berufshaftpflicht für einen Anwalt?
Für einen Einzelanwalt mit Mindestsumme meist 1.000 bis 2.200 Euro im Jahr ohne
Versicherungssteuer.
Mit Exzedent über weitere 2 Mio.
Euro kommen etwa 500 bis 1.500 Euro dazu.
Deckt die Berufshaftpflicht auch einen Cyberangriff?
Meist nur,
wenn ein Mandant dadurch einen Vermögensschaden erleidet und Ihnen ein Fehler vorgeworfen wird.
Eigene Kosten für Wiederherstellung, Forensik und Betriebsausfall deckt nur eine Cyberversicherung.
Sind Notare anders versichert?
Notare unterliegen der Notariatsordnung und sind ebenfalls versicherungspflichtig.
Summen, Einschlüsse und bestehende Rahmenverträge über die Notariatskammer prüfen wir im
Einzelfall.
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