Alles zur Versicherung: Zusatzkrankenversicherung
Wie viel zahlt die Krankenkasse beim Wahlarzt zurück?
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Kurz gesagt
Zahlt eine Zusatzversicherung Privatleistungen beim Arzt in Österreich? Teilweise. Eine Wahlarztversicherung ersetzt einen Prozentsatz der Rechnung bis zu einem Jahreshöchstbetrag, vor allem für Heilbehandlung; Vorsorge nur, wenn der Tarif sie nennt. Den Gesundheits-Check ab 18 bekommen Sie einmal im Jahr kostenlos, der Tarif kostet mit 41 bis 50 Jahren etwa 65 bis 90 Euro im Monat.
Wahlarzthonorare und Kassenrückersatz in Wien sowie Prämien ambulanter Zusatztarife aus veröffentlichten Angaben.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Gynäkologische Kontrolle beim Wahlarzt | etwa 100 bis 150 Euro, Rückersatz etwa 35 bis 45 Euro |
| Ultraschall Bauch beim Wahlarzt | etwa 80 bis 150 Euro, Rückersatz etwa 40 bis 60 Euro |
| Gesundheits-Check der Sozialversicherung ab 18 | 0 Euro, einmal im Jahr |
| Wahlarztversicherung Basis, 25 bis 30 Jahre | etwa 35 bis 50 Euro im Monat |
| Wahlarztversicherung Basis, 41 bis 50 Jahre | etwa 65 bis 90 Euro im Monat |
| Wahlarztversicherung Komfort, 41 bis 50 Jahre | etwa 90 bis 130 Euro im Monat |
Honorare und Prämien Stand Juli 2026, Richtwerte für Wien aus einem veröffentlichten Ratgeber.
Wahlärzte legen ihr Honorar selbst fest.
Der Erstattungssatz im Rechenbeispiel ist eine Annahme.
Ihre Prämie hängt von Alter, Gesundheit und Selbstbehalt ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Sie geht einmal im Jahr zur gynäkologischen Kontrolle und lässt den Bauch per Ultraschall untersuchen, beides beim Wahlarzt. Sie überlegt, dafür eine Wahlarztversicherung abzuschließen.
| Gynäkologische Kontrolle | 100 bis 150 Euro |
| Ultraschall Bauch | 80 bis 150 Euro |
| Rückersatz der Kasse | etwa 75 bis 105 Euro |
| Eigenanteil ohne Zusatzversicherung | etwa 75 bis 225 Euro im Jahr |
| Wahlarztversicherung Basis, 65 bis 90 Euro im Monat | 780 bis 1.080 Euro im Jahr |
Selbst wenn der Tarif angenommen 80 Prozent des Eigenanteils erstattet, kommen nur etwa 60 bis 180 Euro zurück. Für Vorsorge allein rechnet sich der Tarif nicht; der Gesundheits-Check der Kasse ist kostenlos.
Den deutschen Begriff IGeL gibt es in Österreich nicht. Gemeint sind hier Leistungen, die Sie beim Wahlarzt oder als Selbstzahler bekommen, weil Sie schneller einen Termin wollen, mehr Zeit oder eine Untersuchung ohne Beschwerden.
Viel Vorsorge ist in Österreich aber schon kostenlos. Alle Personen ab 18 mit Wohnsitz in Österreich können einmal im Jahr zum Gesundheits-Check, auch ohne Versicherung. Dazu gehören Gespräch, Untersuchung, Harntest und Blutlabor, ab 45 die Darmkrebs-Früherkennung, für Männer ab 50 die Abklärung auf Prostatakrebs. Für Frauen gibt es den PAP-Abstrich und ab 40 das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.
| Leistung beim Wahlarzt | Honorar | Rückersatz der Kasse |
|---|---|---|
| Allgemeinmedizin | etwa 80 bis 120 Euro | etwa 30 bis 40 Euro |
| Internist | etwa 120 bis 180 Euro | etwa 40 bis 50 Euro |
| Gynäkologische Kontrolle | etwa 100 bis 150 Euro | etwa 35 bis 45 Euro |
| Ultraschall Bauch | etwa 80 bis 150 Euro | etwa 40 bis 60 Euro |
| MRT Knie oder Rücken | etwa 300 bis 450 Euro | etwa 130 bis 160 Euro |
Die ambulante Zusatzversicherung, meist Wahlarzt- oder Privatarztversicherung genannt, ist eine Krankheitskostenversicherung. Nach § 178b Abs. 1 VersVG ersetzt sie die Kosten medizinisch notwendiger Heilbehandlung wegen Krankheit oder Unfallfolgen im vereinbarten Umfang. Vorsorge ohne Beschwerden ist davon nicht automatisch erfasst, sondern nur, wenn der Tarif sie ausdrücklich nennt.
In der Praxis erstattet der Tarif einen Prozentsatz der Rechnung nach Abzug des Kassenersatzes, begrenzt durch Höchstbeträge je Kalenderjahr und Leistungsart. Ein veröffentlichtes Informationsblatt nennt etwa Arztbehandlung als Privatpatient, auch Alternativmedizin wie Akupunktur, sowie Impfungen; kosmetische Behandlungen und Nahrungsergänzungsmittel sind ausgeschlossen.
Ein Basistarif kostet mit 41 bis 50 Jahren etwa 65 bis 90 Euro im Monat, also 780 bis 1.080 Euro im Jahr. Wer nur eine Vorsorge beim Wahlarzt im Jahr macht, zahlt damit deutlich mehr Prämie, als er zurückbekommt. Allein für Vorsorge lohnt sich der Tarif deshalb nicht, zumal der Gesundheits-Check kostenlos ist.
Anders sieht es aus, wenn Sie regelmäßig zum Wahlarzt gehen, etwa wegen langer Wartezeiten auf Kassentermine, oder Psychotherapie, Sehbehelfe und Alternativmedizin nutzen. Dann ist die Vorsorge eine Beigabe. Achten Sie auf die Wartezeit, sie beträgt meist drei Monate.
Fragen Sie vor einer Privatleistung nach dem Honorar und lassen Sie es sich schriftlich geben. Fragen Sie auch, ob dieselbe Untersuchung als Kassenleistung möglich ist, etwa im Gesundheits-Check oder mit Überweisung bei Beschwerden.
Reichen Sie die bezahlte Wahlarztrechnung zuerst bei Ihrer Krankenkasse ein. Mit dem Beleg über den Kassenersatz holen Sie sich den Rest bei der Zusatzversicherung, so weit der Tarif die Leistung deckt.
Fragen und Antworten
Den Begriff nicht.
Was in Deutschland IGeL heißt, sind in Österreich meist Untersuchungen,
die Sie beim Wahlarzt oder als Selbstzahler bezahlen.
Gespräch, Untersuchung, Harntest und Blutlabor, ab 45 die Darmkrebs-Früherkennung,
für Männer ab 50 die Abklärung auf Prostatakrebs.
Er steht allen ab 18 einmal im Jahr zu.
80 Prozent ihres eigenen Tarifs für dieselbe Leistung, nicht 80 Prozent der Rechnung.
Oft bleibt deshalb der größere Teil bei Ihnen.
In der Regel nicht.
Sie ist für den Spitalsaufenthalt gedacht.
Für Behandlungen in der Ordination brauchen Sie eine ambulante oder Wahlarzt-Versicherung.
Nein.
Behandlungen vor Beginn und während der Wartezeit zahlt der Tarif nicht.
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