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Was leistet eine ambulante Zusatzversicherung in Österreich?

Kurz gesagt

Eine ambulante Zusatzversicherung in Österreich, meist Wahlarztversicherung genannt, zahlt den Teil der Wahlarztrechnung, den die Krankenkasse nicht ersetzt. Was die Kasse leistet, sind 80 Prozent ihres eigenen Tarifs, oft nur 10 bis 30 Prozent der Rechnung. Der Tarif deckt Facharzt, Diagnostik, Sehbehelfe, Psychotherapie und Alternativmedizin beim Arzt. Mit 25 bis 30 Jahren kostet er etwa 35 bis 100 Euro im Monat.

Was leistet eine ambulante Zusatzversicherung in Österreich?

Was es kostet

Prämien und Arzthonorare aus öffentlich genannten Richtwerten für Österreich, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Wahlarztversicherung, 25 bis 30 Jahreetwa 35 bis 100 Euro im Monat
Wahlarztversicherung, 41 bis 50 Jahreetwa 65 bis 188 Euro im Monat
Kinder bis 18 Jahreetwa 25 bis 70 Euro im Monat
Erstordination beim Facharzt als Wahlarztetwa 120 bis 220 Euro je Besuch
Rückersatz der Krankenkasseoft 10 bis 30 Prozent der Rechnung

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Beispielen.

Die Erstattung von 80 Prozent des Restbetrags im Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ihre Prämie hängt von Eintrittsalter, Gesundheit, Bundesland und Selbstbehalt ab;

das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

35 Jahre, sechs Wahlarztbesuche und Psychotherapie

So rechnet sich ein mittlerer Wahlarzttarif über ein Jahr, wenn Sie den Facharzt regelmäßig privat aufsuchen.

Prämie 60 Euro im Monat720 Euro im Jahr
Sechs Wahlarztbesuche zu je 150 Euro900 Euro Rechnung, 240 Euro Ersatz der Kasse
Tarif zahlt 80 Prozent des Rests von 660 Euro528 Euro
Zehn Sitzungen Psychotherapie, Zuschuss 50 Euro500 Euro

Rund 1.028 Euro Erstattung für 720 Euro Prämie. Ohne die Psychotherapie bleiben 528 Euro, dann zahlen Sie drauf.

Welche Lücke sie schließt

Beim Kassenarzt zahlen Sie in Österreich meist nichts. Wer zum Wahlarzt geht, weil er schneller einen Termin bekommt oder einen bestimmten Arzt will, zahlt die Rechnung zuerst selbst. Die Krankenkasse, etwa die ÖGK, ersetzt danach 80 Prozent dessen, was ein Vertragsarzt für dieselbe Leistung bekommen hätte. Bei einer Rechnung von 150 Euro und einem Kassentarif von 50 Euro kommen 40 Euro zurück.

Die ambulante Zusatzversicherung zahlt einen großen Teil des Rests. Sie gilt für Behandlungen ohne Spitalsaufenthalt; für die Sonderklasse im Spital gibt es eigene Tarife.

LeistungWas der Tarif meist zahltWorauf achten
Allgemein und Facharzt beim WahlarztRest der Rechnung nach dem Kassenersatz, oft abzüglich SelbstbehaltJahreshöchstbetrag
Diagnostik wie MRT, CT, UltraschallKosten beim Wahlarzt oder Privatinstitutob eine Zuweisung nötig ist
Sehbehelfe, Heilbehelfe, HörgeräteZuschuss bis zu einem Betrag je JahrHöhe und Zeitraum
Psychotherapieoft etwa 50 bis 80 Euro je SitzungZahl der Sitzungen im Jahr
Akupunktur, Homöopathie, TCMbeim Arzt, je nach Tarifstufenur ärztliche Behandlung

Was sie kostet

Die Prämie richtet sich nach dem Eintrittsalter, dem Bundesland, dem Selbstbehalt und der Tarifstufe. Für Kinder liegen öffentliche Richtwerte bei etwa 25 bis 70 Euro im Monat, mit 25 bis 30 Jahren bei etwa 35 bis 100 Euro, zwischen 51 und 60 Jahren bei 90 bis über 250 Euro.

Ein Selbstbehalt von 20 Prozent senkt die Prämie, Sie zahlen dann bei jeder Rechnung einen Teil selbst. Wer über den Arbeitgeber in einen Gruppenvertrag kommt, zahlt oft weniger und hat eine kürzere Wartezeit.

EintrittsalterPrämie im Monat
Kinder bis 18etwa 25 bis 70 Euro
25 bis 30 Jahreetwa 35 bis 100 Euro
31 bis 40 Jahreetwa 45 bis 130 Euro
41 bis 50 Jahreetwa 65 bis 188 Euro
51 bis 60 Jahreetwa 90 bis über 250 Euro

Wann sie sich lohnt und wann nicht

Sie lohnt sich, wenn Sie mehrmals im Jahr zum Wahlarzt gehen, regelmäßig Psychotherapie oder Physiotherapie brauchen oder chronisch krank sind und Ihren Arzt frei wählen wollen. Öffentliche Ratgeber nennen drei bis fünf Wahlarztbesuche im Jahr als Schwelle.

Sie lohnt sich nicht, wenn Sie gut mit Kassenärzten versorgt sind und nur selten zum Arzt gehen. Dann zahlen Sie mehrere hundert Euro Prämie im Jahr für wenige Rechnungen. Legen Sie das Geld in diesem Fall lieber zur Seite.

Gesundheitsfragen und Grenzen

Vor dem Abschluss fragt der Versicherer nach Ihrer Gesundheit. Bekannte Erkrankungen können zu Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung führen. Was vor Beginn schon behandelt wurde, ist oft nicht gedeckt.

Jeder Tarif setzt Grenzen: Jahreshöchstbeträge, Zuschüsse je Sitzung und Zeiträume für Sehbehelfe. Heilpraktiker gibt es in Österreich nicht, alternative Methoden zahlt der Tarif nur, wenn ein Arzt behandelt.

Schritt für Schritt

  1. Wahlarztrechnungen und Kassenersatz der letzten zwei Jahre zusammenzählen.
  2. Festlegen, welche Leistungen Sie wirklich nutzen: Facharzt, Diagnostik, Psychotherapie, Sehbehelfe.
  3. Jahreshöchstbeträge und Selbstbehalt vergleichen, nicht nur die Prämie.
  4. Fragen, ob Ihr Arbeitgeber einen Gruppenvertrag anbietet.
  5. Gesundheitsfragen vollständig und ehrlich beantworten.

Checkliste

  • Erstattung nach dem Kassenersatz in Prozent bekannt
  • Jahreshöchstbetrag für ambulante Leistungen notiert
  • Zuschuss für Psychotherapie je Sitzung geprüft
  • Wartezeit und Selbstbehalt bekannt
  • Laufende Behandlungen angegeben

Häufige Fehler

  • Glauben, die Kasse zahle 80 Prozent der Wahlarztrechnung
  • Einen Tarif abschließen, obwohl Sie fast nur zum Kassenarzt gehen
  • Den Selbstbehalt übersehen und mit voller Erstattung rechnen
  • Rechnungen nicht zuerst bei der Krankenkasse einreichen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ich die Rechnung zuerst bei der Kasse einreichen?

Meist ja. Der private Tarif zahlt in der Regel den Teil, der nach dem Kassenersatz offen bleibt. Für die Kasse haben Sie 42 Monate ab der Behandlung Zeit.

Was ist der Unterschied zur Sonderklasse?

Die Sonderklasse gilt im Spital, etwa für Arztwahl und Zimmer. Die ambulante Zusatzversicherung gilt beim Wahlarzt außerhalb des Spitals.

Zahlt sie Brillen?

Viele Tarife geben einen Zuschuss für Sehbehelfe bis zu einem Betrag im Jahr. Nur wegen der Brille rechnet sich der Tarif selten.

Zahlt sie Alternativmedizin?

Ja, viele Tarife ab der mittleren Stufe zahlen Akupunktur, Homöopathie oder TCM, wenn ein Arzt behandelt.

Gibt es eine Wartezeit?

Meist drei Monate, in Gruppenverträgen über den Arbeitgeber oft nur einen Monat. Bei Unfällen entfällt sie häufig.

Lohnt sie sich für Kinder?

Wenn Sie mit dem Kind oft zum Wahlkinderarzt gehen, ja. Ein Besuch kostet in Wien häufig 70 bis 180 Euro.

Quellen

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