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Lohnt sich ein Selbstbehalt in der Privathaftpflicht in Österreich?

Kurz gesagt

Für die Privathaftpflicht allein lohnt sich ein Selbstbehalt in Österreich selten: Eine eigene Polizze kostet ab etwa 23 bis 42 Euro im Jahr, da bleibt wenig zu sparen. Anders in der Haushaltsversicherung: Dort senkt ein Selbstbehalt von 150 bis 200 Euro die Prämie um rund 10 bis 15 Prozent. Prüfen Sie, ob er auch für Haftpflichtschäden gilt.

Lohnt sich ein Selbstbehalt in der Privathaftpflicht in Österreich?

Was es kostet

Prämien mit und ohne Selbstbehalt in Österreich, nach veröffentlichten Tarifbeispielen und Modellrechnungen.

BeispielRichtwert
Eigene Privathaftpflicht, Einzelperson, weltweit, 3 Millionen Euroab etwa 42 Euro im Jahr
Eigene Privathaftpflicht, übliche Spanneetwa 35 bis 60 Euro im Jahr
Haushaltsversicherung 70 Quadratmeter in Wien, Selbstbehalt bis 200 Euroetwa 72 bis 180 Euro im Jahr
Wirkung eines Selbstbehalts von 150 bis 200 Euro auf die Haushaltsversicherungrund 10 bis 15 Prozent weniger

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen.

Die Ersparnis eines Selbstbehalts bei einer eigenen Privathaftpflicht ist ein Richtwert aus der

Angebotspraxis;

das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Familie in Wien, zwei Kinder, zehn Jahre Vertrag

Haushaltsversicherung mit Haftpflicht um 150 Euro im Jahr. Mit 200 Euro Selbstbehalt, der auch für Haftpflichtschäden gilt, sinkt die Prämie um rund 12 Prozent. In zehn Jahren passieren drei kleine Haftpflichtschäden.

Ersparnis 18 Euro im Jahr über zehn Jahre180 Euro
Kind wirft die Brille des Nachbarn herunter, 250 Euro200 Euro selbst
Ausgeborgter Laptop fällt herunter, 600 Euro200 Euro selbst
Kratzer am geparkten Auto beim Radfahren, 400 Euro200 Euro selbst

Eigenanteil 600 Euro gegen 180 Euro Ersparnis: Die Familie zahlt mit Selbstbehalt 420 Euro drauf.

Was ein Selbstbehalt bedeutet

Ein Selbstbehalt ist der Betrag, den Sie bei jedem Schaden selbst tragen. Ist der Schaden kleiner, zahlen Sie ihn ganz. Ist er größer, zieht der Versicherer den Selbstbehalt ab und zahlt den Rest.

Große Schäden bleiben voll versichert. Ein Selbstbehalt verschiebt also nur die kleinen Beträge zu Ihnen, etwa das kaputte Handy der Freundin oder den Kratzer an der Tür des Nachbarn.

In Österreich meist eine Frage der Haushaltsversicherung

Die Privathaftpflicht steckt in Österreich fast immer in der Haushalts- oder Eigenheimversicherung. Wer dort einen Selbstbehalt wählt, spart auf den ganzen Vertrag. Ob der Selbstbehalt auch bei Haftpflichtschäden abgezogen wird oder nur bei Schäden an Ihren eigenen Sachen, regeln die Bedingungen. Fragen Sie das vor dem Abschluss.

Bei einer eigenen Privathaftpflicht ohne Haushaltsversicherung ist die Prämie so niedrig, dass ein Selbstbehalt kaum etwas bringt. Ein paar Euro Ersparnis im Jahr wiegen einen Eigenanteil von 150 Euro selten auf.

Selbstbehalt in der HaushaltsversicherungWirkung auf die Prämie
0 Eurokeine Ersparnis
150 bis 200 Eurorund 10 bis 15 Prozent günstiger
300 bis 500 Eurorund 20 bis 30 Prozent günstiger

Die Rechnung dahinter

Teilen Sie den Selbstbehalt durch die jährliche Ersparnis. Das Ergebnis ist die Zahl der Jahre, die Sie ohne Schadenmeldung bleiben müssen, damit es sich ausgeht.

Beispiel: Spart ein Selbstbehalt von 200 Euro in einer Haushaltsversicherung um 150 Euro rund 18 Euro im Jahr, brauchen Sie gut elf schadenfreie Jahre. Wer Kinder hat oder oft Sachen ausborgt, meldet meist öfter.

Wann er passt und wann nicht

Sinnvoll ist ein Selbstbehalt, wenn Sie kleine Schäden ohnehin selbst regeln würden und das Geld dafür auf der Seite haben.

Weniger passend ist er für Familien mit kleinen Kindern, für Menschen, die oft Geräte von anderen nutzen, und überall dort, wo die Ersparnis nur wenige Euro ausmacht. Gerade Haftpflichtschäden liegen oft bei einigen Hundert Euro: Brille, Handy, Laptop, Mietwohnung.

Schritt für Schritt

  1. Nachsehen, ob Ihre Privathaftpflicht in der Haushaltsversicherung steckt oder eigens läuft.
  2. Den Tarif mit und ohne Selbstbehalt rechnen lassen.
  3. Klären, ob der Selbstbehalt auch für Haftpflichtschäden gilt.
  4. Selbstbehalt durch die jährliche Ersparnis teilen.
  5. Ehrlich zählen, wie oft Sie in den letzten Jahren einen Schaden hatten.

Checkliste

  • Ersparnis im Jahr mindestens ein Fünftel des Selbstbehalts
  • Selbstbehalt gilt je Schaden, nicht je Jahr: Bedingungen gelesen
  • Geltung für Haftpflichtschäden geklärt
  • Kinder und Leihsachen im Haushalt mitbedacht
  • Rücklage für den Selbstbehalt vorhanden

Häufige Fehler

  • Nur auf die niedrigere Prämie schauen und die Zahl der Schäden vergessen
  • Bei einer eigenen Privathaftpflicht für wenige Euro Ersparnis einen Selbstbehalt wählen
  • Übersehen, dass der Selbstbehalt auch bei großen Schäden abgezogen wird
  • Nicht fragen, ob der Selbstbehalt der Haushaltsversicherung auch die Haftpflicht betrifft

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Welcher Selbstbehalt ist in Österreich üblich?

In der Haushaltsversicherung meist 150 bis 300 Euro, manche Tarife bieten bis 500 Euro.

Je höher, desto niedriger die Prämie.

Gilt der Selbstbehalt der Haushaltsversicherung auch für die Haftpflicht?

Das steht in Ihren Bedingungen.

Manche Verträge ziehen ihn bei jedem Schaden ab, andere nur bei Schäden an eigenen Sachen.

Fragen Sie vor dem Abschluss.

Zahlt der Versicherer bei Schäden unter dem Selbstbehalt gar nichts?

An den Geschädigten zahlt er dann nichts.

Die Abwehr unberechtigter Forderungen gehört aber zur Haftpflicht und bleibt in vielen Verträgen

erhalten.

Kann ich den Selbstbehalt später ändern?

Oft ja, zur nächsten Hauptfälligkeit oder bei einem Wechsel des Tarifs.

Lassen Sie sich die neue Prämie vorher nennen.

Lohnt sich ein Selbstbehalt für Singles?

Eher als für Familien, weil Singles seltener melden.

Entscheidend bleibt, ob die Ersparnis spürbar ist.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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