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Blauwassersegler aus Österreich: der Vertrag vor dem Sprung über die Adria hinaus
Wer vom Liegeplatz in Kroatien oder Slowenien zur Langfahrt aufbricht, nimmt oft die alte Adria-Police mit. Auf dem Atlantik hören solche Verträge an Stellen auf, die man im Heimathafen nie bemerkt hat.
2. Oktober 20268 min LesezeitNAMMERT Assekuradeur GmbH
Viele österreichische Blauwassersegler starten nicht an der Küste vor der Haustür, sondern an einem Liegeplatz in Kroatien, Slowenien oder Italien, nach Jahren auf der Adria und davor auf Attersee, Traunsee oder Neusiedler See. Die Vorbereitung dauert Monate: Rigg, Wassermacher, Ersatzteile, die Route um die Sturmsaison. Die Versicherung kommt meistens ganz am Ende. Das ist der falsche Platz, denn eine Police, die für die Adria gereicht hat, hört auf Langfahrt an Stellen auf, die im Heimathafen niemand bemerkt.
Zuerst zählt das vereinbarte Fahrtgebiet im Versicherungsschein. Weltweit ist bei uns eines der wählbaren Gebiete, ohne zeitliche Beschränkung und ohne Zuschlag. Im Premium sind zusätzlich sechs Wochen je Versicherungsjahr über das vereinbarte Gebiet hinaus mitversichert. Wer weltweit fährt, übernimmt eine Pflicht: ab 300 Seemeilen Standortänderung wird das digitale NAMMERT-Logbuch geführt. Tritt ein Schaden außerhalb des gemeldeten Standortes ein, darf die Entschädigung um bis zu 50 Prozent gekürzt werden.
Dann kommt die Hurrikanklausel, der teuerste Satz der ganzen Langfahrt. Am Markt üblich sind Sperrzeiten, etwa vom 1. Juli bis 15. November zwischen 10 und 37 Grad Nord, oder lange Listen mit Auflagen: Mast legen, Segel abschlagen, Festmacher verdreifachen, ein Hurricane Hole anlaufen. Wer eine dieser Auflagen im Ernstfall nicht erfüllt hat, streitet nach dem Sturm über Kürzung oder Nichtzahlung. Unsere Premium-Bedingungen enthalten keinen Hurrikan-, Zyklon- oder Taifunvorbehalt und keine Sicherungsauflagen für die Saison.
Der dritte Punkt ist die Bergung. Sinkt eine Segelyacht oder ein Katamaran in einer fremden Bucht, ordnet die Behörde Hebung und Wrackbeseitigung an, und die Rechnung wird schnell sechsstellig. Bei uns trägt das der Premium-Tarif bis 2,5 Millionen Euro, Basis-Plus bis 1 Million Euro und Basis bis zur Versicherungssumme, jeweils dann, wenn ein Staat oder die zuständige Behörde die Bergung veranlasst oder angeordnet hat. Die Rettung von Menschen kostet nichts, sobald es um das Boot geht, kostet es.
Vierter Punkt ist die Haftpflicht unterwegs. Wird eine Yacht nach einem Unfall in einem fremden Hafen vorläufig festgehalten, ist die Sicherheitsleistung Sache des Eigners. Basis-Plus und Premium stellen dafür ein kurzfristiges Darlehen bereit, bis 50.000 beziehungsweise 200.000 Euro, alternativ über den Wassersport-Rechtsschutz. Die Haftpflicht selbst ist bis 50 Millionen Euro wählbar. Schon in der Adria gilt Pflicht: Kroatien verlangt die Haftpflicht ab 15 kW, Italien, Griechenland und Spanien ebenso.
Fünftens die Fragen, an denen ältere Fahrtenyachten und kleine Crews scheitern. Viele Konzepte zeichnen Boote über 25 Jahre nur mit Auflagen oder nehmen das Rigg heraus, unsere Bedingungen kennen keine Altersgrenze für das Fahrzeug, begrenzt sind nur einzelne Bausteine wie die Maschinenanlage mit zehn Jahren. Einhandsegeln ist mitversichert, obwohl es zwangsläufig Zeiten ohne besetzte Wache bedeutet. Fragen Sie bei jedem Angebot nach dem unbemannten Liegen vor offener Küste: das ist einer der schärfsten Ausschlüsse des Marktes.
Der sechste Punkt steht in keiner Bootspolice, auch nicht in unserer: die eigene Gesundheit. Auf Langfahrt ist das medizinische Risiko das größte, das Blauwassersegler tragen. Die Leistungen der österreichischen Sozialversicherung reichen außerhalb Europas nicht weit, und ein Rücktransport von einem Ankerplatz in der Südsee kostet so viel wie ein Riggverlust. Eine Auslandskrankenversicherung für Langzeitreisen bieten wir weder an noch vermitteln wir sie. Klären Sie vor dem Ablegen, ob eine Höchstdauer je Reise gilt und ob der Rücktransport ab Bord geleistet wird.
Unterm Strich brauchen Blauwassersegler aus Österreich keine teurere Police, sondern eine, deren Sätze zur Route passen. Betroffen sind vor allem Segelyachten und Katamarane auf Atlantikrunde, Pazifikpassage oder Weltumsegelung, gelegentlich ein Trawler. Legen Sie den Vertrag neben die Route, bevor die Leinen los sind. Ein Anruf unter +43 662 643 479 in Salzburg kostet zehn Minuten und klärt jeden der sechs Punkte vorher, nicht hinterher.
Zum Abhaken
Häufige Fragen
Welche Versicherung brauchen Blauwassersegler aus Österreich?
Eine Yachthaftpflicht und eine Kasko mit weltweitem Fahrtgebiet ohne Zeitlimit, ohne Sperrzeit in der Hurrikansaison und mit hoher Bergungssumme. Dazu eine eigene Auslandskrankenversicherung für Langzeitreisen, denn die Gesundheit deckt keine Bootspolice.
Gibt es bei NAMMERT eine Sperrzeit in der Hurrikansaison?
Nein. Die Premium-Bedingungen enthalten keinen Hurrikan-, Zyklon- oder Taifunvorbehalt und keine Sicherungsauflagen für die Saison. Andere Anbieter steuern die Saison über Sperrzeiten, Breitengrade, Auflagen oder höhere Selbstbehalte.
Ist Einhandsegeln auf Langfahrt mitversichert?
Ja, Einhandsegeln ist mitversichert. Viele Bedingungswerke beantworten die Frage nicht ausdrücklich, obwohl Einhandfahrt zwangsläufig Zeiten ohne besetzte Wache und ohne Ausguck bedeutet. Lassen Sie es sich bei jedem Angebot schriftlich bestätigen.
Reicht meine Adria-Police für die Atlantiküberquerung?
Meistens nicht. Viele Verträge für die Adria nennen das Mittelmeer als Fahrtgebiet. Für den Atlantik und die Karibik muss das Gebiet vor dem Ablegen erweitert werden, am einfachsten auf weltweit, und zwar schriftlich im Versicherungsschein.
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