Startseite / Branche / Verband
Europas Bootsverbände tagen in Hamburg: Notstopp, GPS und Seegras
Europas Bootsverbände tagen zweimal im Jahr in der EBA, Anfang Oktober in Hamburg. Es ging um den Notstopp auf offenen Booten, um GPS-Störungen, elektronische Notsignale und Seegras unter Mooringbojen.
Verband NAMMERT Assekuradeur GmbH
Die European Boating Association, in der die nationalen Bootsverbände Europas zusammengeschlossen sind, hat sich am 2. und 3. Oktober 2026 zu ihrer zweiten Generalversammlung des Jahres in Hamburg getroffen. Gastgeber war der Deutsche Segler-Verband. Die EBA hat seither einen neuen Präsidenten: Peter Lauritz Larsen aus Norwegen, Delegierter des norwegischen Seglerverbands, für die nächsten vier Jahre.
Ein Schwerpunkt war der Notstopp auf offenen Motorbooten. Eine Umfrage unter den Mitgliedern ergab, dass verbindliche Regeln nur aus den Niederlanden bekannt sind: Wer dort ein offenes Boot fährt, das 20 km/h oder mehr erreicht, muss die Notstoppleine anlegen. Bei den elektronischen Notsignalen, den eVDS, sieht die EBA Vorteile gegenüber Handfackeln. Eine SOLAS-Zulassung fehlt ihnen aber, und in den meisten europäischen Ländern ersetzen sie die vorgeschriebene Pyrotechnik nicht, sie gelten nur als Zusatzausrüstung.
Dazu berichtete der finnische Verband über GPS-Störungen und gefälschte Positionen in der Ostsee; die Verbände raten, Kompass, Karte und Peilung nicht zu vernachlässigen. Beim Umweltschutz ging es um Seegraswiesen, die Anker und Mooringketten beschädigen, und um Bojensysteme, deren Kette nicht über den Grund schleift. Ob die EBA einen eigenen Standard für elektronische Sportbootkarten anstößt, ist noch offen.
Was das für Eigner heißt
Für österreichische Eigner an der Adria zählt vor allem der Notstopp. Ein offenes Motorboot oder ein RIB, das nach einem Sturz über Bord ohne Fahrer weiterfährt, kann andere Boote und Badende treffen, und für diesen Schaden steht die Haftpflicht des Eigners ein. Die Leine anzulegen kostet eine Sekunde, auch wo sie nicht vorgeschrieben ist. Bei den Notsignalen gilt: Ein elektronisches Licht ist eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt aber die vorgeschriebene Ausrüstung im jeweiligen Land nicht, und nach einem Seenotfall wird geprüft, was an Bord war. Wer in der Ostsee unterwegs ist, sollte dem GPS nicht blind vertrauen, dort sind Grundberührungen das typische Risiko für Segel- und Motoryachten.
Unsere Sicht als Assekuradeur, nicht Teil der Meldung. Was Ihr Vertrag leistet, steht im Wortlaut.
Woher wir das haben
- DMYV: EBA tagt in Hamburg, Peter L. Larsen aus Norwegen ist neuer EBA-Präsident
- YACHT: Gipfeltreffen, europäische Seglerverbände debattieren über Sicherheit auf See (06.10.2026)
Der Text ist unser eigener; aus den Quellen stammen Sachverhalte und Zahlen, keine Formulierungen.