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Wenn die Werft kippt, wohin geht das Geld
Eine französische Katamaranwerft ist Anfang September in ein Insolvenzverfahren gegangen. Der Fall ist klein, die Frage dahinter groß: Was wird aus dem bereits überwiesenen Geld?
Werften NAMMERT Assekuradeur GmbH
Am 2. September 2026 hat die Werft Black Pepper Yachts im französischen Nantes ein Insolvenzverfahren eröffnet. Fünfzehn Beschäftigte, ausgelöst nach Angaben des Fachdienstes Boat Industry durch zwei große Katamarane, deren Bau die Kalkulation von 2024 deutlich überschritten hat. Der Betrieb läuft während des Verfahrens weiter, Angebote für eine Übernahme waren bis zum 14. September einzureichen.
Für sich genommen ist das eine Meldung unter vielen. Interessant wird sie durch die Frage, die sich jedes Mal gleich stellt: Was passiert mit dem Geld, das ein Käufer schon überwiesen hat, wenn sein Boot noch in der Halle steht?
Die Antwort hängt fast vollständig am Vertrag. Entscheidend sind drei Dinge: ob Anzahlungen durch eine Bankgarantie gesichert sind, ob das Eigentum am angefangenen Rumpf mit jeder Rate übergeht oder erst bei Übergabe, und in welchem Land der Vertrag geschlossen wurde. Wer einen Neubau bestellt, sollte diese drei Punkte vor der ersten Zahlung geklärt haben und nicht danach.
Der dritte Punkt wiegt für Käufer aus Österreich besonders schwer. Wer in Frankreich, Italien oder Kroatien bestellt, unterschreibt in aller Regel nach dem Recht des Werftlandes und streitet im Ernstfall dort. Ein Vertrag, der auf Deutsch vorliegt, ist deshalb noch lange kein Vertrag nach heimischem Recht.
Was das für Eigner heißt
Eine Bootsversicherung deckt diesen Fall nicht ab. Sie versichert das Boot, nicht das Geschäft darüber, und ein Boot, das noch nicht existiert, kann sie nicht ersetzen. Gegen dieses Risiko hilft allein der Vertrag mit der Werft. Wir sagen das lieber vorher, als es später erklären zu müssen.
Unsere Sicht als Assekuradeur, nicht Teil der Meldung. Was Ihr Vertrag leistet, steht im Wortlaut.
Woher wir das haben
Der Text ist unser eigener; aus den Quellen stammen Sachverhalte und Zahlen, keine Formulierungen.