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Zahlt die Unfallversicherung in Österreich nach einem Zeckenbiss?

Kurz gesagt

Die Unfallversicherung zahlt in Österreich nach einem Zeckenbiss bei FSME, wenn sie dauernde Invalidität oder den Tod verursacht. Das sieht das Muster AUVB 2022 vor, allerdings nur bis zur Versicherungssumme, ohne Progression. Borreliose ist im Muster nicht genannt und nur in manchen Tarifen eingeschlossen, oft mit einer eigenen Höchstgrenze.

Zahlt die Unfallversicherung in Österreich nach einem Zeckenbiss?

Was es kostet

Öffentlich genannte Monatsprämien für eine private Unfallversicherung in Österreich, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Student, 25 Jahre, 100.000 Euro Summe, 500 Prozent Progression, Bergungskostenab etwa 8 Euro im Monat
Elektriker, 35 Jahre, 100.000 Euro Summe, 500 Prozent Progression, Bergungskostenab etwa 9 Euro im Monat
Familie, Eltern 35 und 40 Jahre, Kinder 6 und 9 Jahre, 150.000 Euro Summeab etwa 40 Euro im Monat
Pensionist, 67 Jahre, 100.000 Euro Summe, 500 Prozent Progressionab etwa 12 Euro im Monat

Prämien Stand Oktober 2026 aus öffentlich genannten Beispielen.

Ob ein Borreliose-Baustein enthalten ist, geht aus den Beispielen nicht hervor;

das genaue Angebot mit Borreliose holen wir ein.

Rechenbeispiel

FSME mit bleibender Lähmung, 50 Prozent Invalidität

Ein Mann, 40 Jahre, erkrankt nach einer Wanderung an FSME. Es bleibt eine Lähmung, der Invaliditätsgrad wird mit 50 Prozent festgesetzt. Versicherungssumme 100.000 Euro mit 350 Prozent Progression. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel.

Leistung bei FSME nach dem Muster50.000 Euro, ohne Progression
Zum Vergleich: gleicher Grad nach einem Sturznach einer veröffentlichten Staffel 100.000 Euro
Borreliose mit gleichem Grad im Tarif mit 40.000 Euro Grenze40.000 Euro
Borreliose ohne Baustein0 Euro

Auch bei gedeckter FSME zahlt die Polizze weniger als nach einem Unfall, weil die Progression nicht greift. Eine ausreichende Versicherungssumme ist deshalb wichtiger als eine hohe Staffel.

Was das Muster AUVB 2022 regelt

Krankheiten gelten in der Unfallversicherung nicht als Unfälle, übertragbare Krankheiten auch nicht als Unfallfolgen. Das Muster des Versicherungsverbands macht davon eine Ausnahme für Kinderlähmung, Wundstarrkrampf, Tollwut und die durch Zeckenbiss übertragene Frühsommer-Meningoencephalitis, kurz FSME. Der Schutz gilt dort für die Bausteine dauernde Invalidität und Unfalltod.

Als Zeitpunkt des Versicherungsfalls zählt nicht der oft unbemerkte Biss, sondern der Tag, an dem Sie zum ersten Mal wegen der Beschwerden beim Arzt waren. Die FSME muss serologisch, also über eine Blutuntersuchung, festgestellt sein und darf erst eine bestimmte Zahl von Tagen nach Vertragsbeginn ausbrechen. Die Leistung ist mit der Versicherungssumme begrenzt, eine vereinbarte Leistungserhöhung wie die Progression kommt nicht zur Anwendung.

Folge nach dem ZeckenbissMuster AUVB 2022Tarif mit Borreliose-Baustein
FSME mit dauernder Invaliditätbis zur Versicherungssummebis zur Versicherungssumme, je nach Tarif
Borreliose mit dauernder Invaliditätnicht versichertversichert, oft mit eigener Höchstgrenze
Tod durch FSMEversichertversichert
Infektion heilt ohne Folgen auskeine Leistungkeine Leistung

Borreliose und die Höchstgrenzen der Tarife

Borreliose fehlt im Muster. Manche Tarife nehmen sie dennoch auf. In einem veröffentlichten Bedingungswerk sind FSME und Borreliose nach Zeckenbiss mitversichert, wenn die Erkrankung serologisch festgestellt ist und frühestens 15 Tage nach Beginn, spätestens 15 Tage nach Ende der Versicherung ausbricht. Gezahlt wird dort nur für Tod oder dauernde Invalidität, begrenzt auf 40.000 Euro.

Die Grenze fällt in diesem Bedingungswerk weg, wenn ein aktiver Impfschutz möglich ist und nachgewiesen wird. Bei FSME heißt das: Wer geimpft ist, bekommt bis zur vollen Versicherungssumme. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, die Grenze bleibt dort bestehen. Ein anderes Produktblatt nennt die Folgen von FSME und Borreliose ebenfalls ausdrücklich als versichert.

Warum die Impfung auch versicherungstechnisch zählt

Ein gesetzlicher Unfallversicherungsträger nennt die FSME-Impfung ein wirksames Mittel, um durch Zecken übertragene Erkrankungen zu verhindern. Neben dem gesundheitlichen Schutz kann der Impfnachweis in manchen Tarifen über die Höhe der Leistung entscheiden.

Heben Sie den Impfpass deshalb auf und halten Sie die Auffrischungen ein. Bei Borreliose bleiben nur lange Kleidung, Zeckenschutzmittel und das Absuchen nach dem Aufenthalt im Freien.

Fristen und was Sie festhalten sollten

Für die dauernde Invalidität gelten die Fristen Ihrer Polizze. Nach dem Muster muss die Invalidität binnen eines Jahres eintreten und mit ärztlichem Befund in der vereinbarten Frist geltend gemacht werden, sonst erlischt der Anspruch.

Notieren Sie Datum und Ort des Bisses, fotografieren Sie die Stelle und lassen Sie bei Fieber, Kopfschmerzen oder Rötung früh Blutwerte bestimmen. Ein Befund mit Datum macht den Arztbesuch als Zeitpunkt des Versicherungsfalls belegbar.

Schritt für Schritt

  1. Zecke rasch entfernen, Stelle fotografieren, Datum und Ort notieren.
  2. Bei Fieber, Kopfschmerzen oder Rötung zum Arzt und Blutwerte bestimmen lassen.
  3. Die Unfallversicherung informieren, sobald eine Infektion festgestellt ist.
  4. Bei bleibenden Folgen die Invalidität mit Befund fristgerecht geltend machen.
  5. In der Polizze nachlesen, ob Borreliose eingeschlossen ist und welche Grenze gilt.

Checkliste

  • FSME für Invalidität und Tod eingeschlossen
  • Borreliose ausdrücklich genannt
  • Höchstgrenze für Zeckenerkrankungen bekannt
  • FSME-Impfung aktuell und Impfpass aufbewahrt
  • Versicherungssumme hoch genug, weil die Progression hier nicht greift

Häufige Fehler

  • Davon ausgehen, dass die Progression auch bei FSME zahlt
  • Borreliose für mitversichert halten, ohne es in der Polizze zu lesen
  • Den Impfnachweis nicht aufheben, obwohl der Tarif die Grenze daran knüpft
  • Die Frist für die dauernde Invalidität versäumen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist ein Zeckenbiss in Österreich ein Unfall?

Nicht im eigentlichen Sinn.

Das Muster AUVB 2022 nimmt die FSME nach Zeckenbiss aber ausdrücklich in den Schutz für

Invalidität und Tod auf.

Zahlt die Unfallversicherung bei Borreliose?

Nur wenn Ihr Tarif Borreliose einschließt.

Im Muster ist sie nicht genannt, manche Tarife begrenzen die Leistung auf einen festen Betrag.

Gilt die Progression bei FSME?

Im Muster nicht.

Gezahlt wird höchstens die Versicherungssumme,

eine vereinbarte Leistungserhöhung kommt nicht zur Anwendung.

Ab wann zählt der Versicherungsfall bei FSME?

Ab dem Tag, an dem Sie erstmals wegen der Beschwerden beim Arzt waren, nicht ab dem Biss.

Spielt die FSME-Impfung eine Rolle?

In manchen Tarifen ja: Mit nachgewiesenem Impfschutz entfällt dort die Höchstgrenze für FSME.

Wer zahlt die Behandlung nach einem Zeckenbiss?

Die Krankenversicherung.

Die private Unfallversicherung zahlt nur bei dauernder Invalidität oder Tod.

Quellen

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