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Lohnt sich eine Wertanpassung in der Unfallversicherung?

Kurz gesagt

Lohnt sich eine Wertanpassung in der Unfallversicherung? Bei langer Laufzeit meist ja. In Österreich steigen Versicherungssumme und Prämie dabei jährlich mit dem Verbraucherpreisindex der Statistik Austria, 2025 lag die Inflation bei 3,6 Prozent. Ohne Anpassung verliert Ihre Summe Jahr für Jahr an Wert. Die Klausel lässt sich meist jährlich für sich allein kündigen.

Lohnt sich eine Wertanpassung in der Unfallversicherung?

Was es kostet

Öffentlich genannte Monatsprämien für Österreich, Stand Oktober 2026, daneben die Prämie nach einer Anpassung um 3,6 Prozent.

BeispielRichtwert
Student, 25 Jahre, 100.000 Euro Summe, 500 Prozent Progressionab etwa 8 Euro im Monat
Büroberuf, 30 Jahre, 100.000 Euro Summe, 500 Prozent Progressionab etwa 9 Euro im Monat, nach einer Anpassung um 3,6 Prozent etwa 9,32 Euro
Tischler, 40 Jahre, 150.000 Euro Summe, 500 Euro Unfallrente, 50 Euro Spitaltagegeldab etwa 26 Euro im Monat, nach einer Anpassung um 3,6 Prozent etwa 26,94 Euro
Pensionist, 67 Jahre, 100.000 Euro Summe, 500 Prozent Progressionab etwa 12 Euro im Monat
Familie, zwei Erwachsene und zwei Kinder, 150.000 Euro Summeab etwa 40 Euro im Monat

Prämien Stand Oktober 2026 aus öffentlich genannten Beispielen.

Die Werte nach der Anpassung sind mit der Jahresinflation 2025 gerechnet;

maßgeblich ist der Index in Ihrer Klausel.

Das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

35 Jahre, 100.000 Euro Summe, 500 Prozent Progression, zehn Jahre

So wirkt eine Wertanpassung, wenn der Index zehn Jahre lang um 3 Prozent steigt. Die Prämie von 9 Euro ist ein öffentlich genanntes Beispiel, die 3 Prozent sind eine Annahme für das Rechenbeispiel.

Versicherungssumme nach zehn Anpassungen134.392 Euro
Leistung bei Vollinvalidität mit 500 Prozentrund 672.000 Euro statt 500.000 Euro
Monatsprämie im elften Jahrrund 12,10 Euro statt 9 Euro
Prämien in zehn Jahren zusammenrund 1.238 Euro statt 1.080 Euro

Für rund 158 Euro mehr in zehn Jahren behält Ihre Polizze ihren Wert. Ohne Anpassung zahlen Sie weniger, haben im Ernstfall aber Geld von gestern.

Wie die Wertanpassung rechnet

In einer veröffentlichten Klausel für Sach- und Unfallversicherungen werden Versicherungssumme und Prämie jährlich zur Hauptfälligkeit angepasst. Maßgeblich ist die Veränderung des Verbraucherpreisindex vom Juni des Vorvorjahrs zum Juni des Vorjahrs. Beträgt die Veränderung höchstens 0,5 Prozentpunkte, unterbleibt die Anpassung, bis sie größer wird.

Summen, Mindest- und Höchstgrenzen, die in den Bedingungen als fester Betrag stehen, nimmt diese Klausel ausdrücklich aus. Steht dort etwa eine Grenze für Bergungskosten in Euro, bleibt sie gleich. Wie Ihre Polizze das regelt, steht in der Vereinbarung zur Wertanpassung.

JahrVersicherungssumme mit 3 Prozent pro JahrOhne Wertanpassung
Start100.000 Euro100.000 Euro
nach 5 Anpassungen115.927 Euro100.000 Euro
nach 10 Anpassungen134.392 Euro100.000 Euro
nach 20 Anpassungen180.611 Euro100.000 Euro

Warum sie sich in Österreich meist lohnt

Die Verbraucherpreise sind in Österreich 2024 um 2,9 Prozent und 2025 um 3,6 Prozent gestiegen. Eine Summe von 100.000 Euro, die vor zehn Jahren gut gewählt war, deckt heute deutlich weniger Umbau, Hilfsmittel und Pflege ab.

Die Wertanpassung läuft automatisch. Sie müssen nichts beantragen, die neue Summe folgt allein dem Index und wird Ihnen mit der Prämienmitteilung bekannt gegeben.

Wann Sie sie kündigen können

Wer seine Polizze ohnehin alle paar Jahre prüft und die Summe gezielt hebt, braucht die automatische Anpassung nicht unbedingt. Auch wenn die Summe schon sehr hoch ist, etwa 150.000 Euro oder mehr, ist der jährliche Zuwachs verzichtbar.

In der veröffentlichten Klausel kann jede Seite die Wertanpassung für sich allein jährlich mit einer Frist von drei Monaten auf die Hauptfälligkeit kündigen. Der übrige Vertrag bleibt bestehen. Gilt die Wertanpassung für mehrere Sparten desselben Vertrags, geht die Kündigung dort nur für alle gemeinsam.

Was die Wertanpassung nicht ersetzt

Sie gleicht nur die Preise aus, sie korrigiert keine von Anfang an zu niedrige Summe. Wer mit 50.000 Euro beginnt, hat nach Jahren immer noch zu wenig. Besser ist, gleich mit einer passenden Summe zu starten und die Wertanpassung dazuzunehmen.

Prüfen Sie auch, ob die Unfallrente mitwächst. Gerade ein fester Monatsbetrag, der über Jahrzehnte gezahlt wird, verliert ohne Anpassung viel an Kaufkraft.

Schritt für Schritt

  1. In der Polizze nachsehen, ob eine Wertanpassung vereinbart ist und nach welchem Index.
  2. Prüfen, ob die Summe heute passt, bevor Sie sie automatisch wachsen lassen.
  3. Nachlesen, ob Unfallrente und Taggeld mitwachsen.
  4. Kündigungsfrist der Klausel notieren, meist drei Monate vor der Hauptfälligkeit.
  5. Die jährliche Mitteilung über die neue Prämie lesen und mit dem Index vergleichen.

Checkliste

  • Index und Stichtag der Anpassung bekannt
  • Versicherungssumme zu Beginn ausreichend gewählt
  • Unfallrente nimmt an der Anpassung teil
  • Fixe Beträge in den Bedingungen geprüft, sie wachsen nicht mit
  • Kündigungsfrist der Wertanpassung notiert

Häufige Fehler

  • Die Wertanpassung kündigen, um ein paar Euro zu sparen, und die Summe dann jahrelang nicht anpassen
  • Mit zu niedriger Summe starten und hoffen, die Anpassung gleiche das aus
  • Glauben, auch fixe Grenzen wie Bergungskosten würden mitwachsen
  • Die jährliche Prämienmitteilung ungelesen ablegen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was ist eine Wertanpassung in der Unfallversicherung?

Versicherungssumme und Prämie steigen jährlich mit dem Verbraucherpreisindex,

damit Ihre Leistung ihren Wert behält.

Kann ich die Wertanpassung kündigen?

Ja, in der veröffentlichten Klausel jährlich mit drei Monaten Frist auf die Hauptfälligkeit,

ohne den restlichen Vertrag zu kündigen.

Muss ich die Anpassung jedes Jahr beantragen?

Nein, sie läuft automatisch nach dem Index.

Den aktuellen Indexwert und das Ausmaß der Anpassung finden Sie in der Mitteilung über die neue

Prämie.

Wie stark steigt meine Prämie?

Im selben Ausmaß wie der Index.

Bei 3,6 Prozent werden aus 9 Euro im Monat etwa 9,32 Euro.

Lohnt sich die Wertanpassung für Pensionisten?

Weniger als für Junge, weil die Laufzeit kürzer ist.

Wer die Polizze lange behält, verliert ohne Anpassung trotzdem an Wert.

Warum gab es dieses Jahr keine Anpassung?

In der veröffentlichten Klausel unterbleibt sie,

wenn sich der Index um höchstens 0,5 Prozentpunkte verändert hat.

Sie wird dann später nachgeholt.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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