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Wie hoch sollte die Grundsumme der Unfallversicherung in Österreich sein?

Kurz gesagt

Die Grundsumme der Unfallversicherung sollte in Österreich mindestens 100.000 Euro sein, für Berufstätige mit Familie eher 150.000 bis 200.000 Euro. In der Polizze heißt sie meist Versicherungssumme für Dauerinvalidität. Wie hoch genau, hängt von Einkommen und Alter ab. Eine hohe Progression ersetzt sie nicht, weil sie erst ab rund 26 Prozent Invalidität wirkt.

Wie hoch sollte die Grundsumme der Unfallversicherung in Österreich sein?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämien für Österreich und daraus gerechnete Auszahlungen, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Student, 25 Jahre, Graz, 100.000 bis 150.000 Euro Summe, 500 bis 600 Prozent Progressionab etwa 8 Euro im Monat
Elektriker, 35 Jahre, Wien, gleiche Bandbreiteab etwa 9 Euro im Monat
Softwareentwickler, 32 Jahre, Wien, gleiche Bandbreiteab etwa 23 Euro im Monat
Pensionist, 67 Jahre, Graz, gleiche Bandbreiteab etwa 12 Euro im Monat
Auszahlung bei 20 Prozent Invalidität, 150.000 Euro Summe30.000 Euro einmalig
Auszahlung bei 20 Prozent Invalidität, 50.000 Euro Summe10.000 Euro einmalig

Prämien Stand Oktober 2026 aus öffentlich genannten Beispielen inklusive Bergungskosten.

Die Auszahlungen sind einfache Rechnungen aus Summe mal Invaliditätsgrad.

Der Richtwert nach Einkommen und die Summen für Kinder und Pensionisten sind Richtwerte aus der Angebotspraxis;

das genaue Angebot holen wir für Sie ein.

Rechenbeispiel

Angestellte, 35 Jahre, Wien, 45.000 Euro brutto im Jahr, ein Kind

Zwei Angebote mit fast gleicher Leistung bei Vollinvalidität, aber sehr unterschiedlicher Grundsumme.

Richtwert drei- bis vierfaches Einkommen135.000 bis 180.000 Euro
Angebot A: 50.000 Euro, 600 Prozent, bei 20 Prozent Invalidität10.000 Euro
Angebot B: 150.000 Euro, 350 Prozent, bei 20 Prozent Invalidität30.000 Euro
Angebot A bei Vollinvalidität300.000 Euro
Angebot B bei Vollinvalidität525.000 Euro

Angebot B zahlt beim häufigen mittleren Schaden das Dreifache und erreicht auch im schweren Fall die Zielgröße. Was die höhere Summe mehr kostet, hängt von Beruf, Alter und Wohnort ab; das genaue Angebot rechnen wir für Sie.

Was die Grundsumme bewirkt

Die Grundsumme ist der Betrag, aus dem die Leistung bei bleibenden Unfallfolgen berechnet wird. Die Invalidität muss meist innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eintreten, ein Arzt stellt den Grad fest, und der Grad mal Summe ergibt die Auszahlung. Bei 100.000 Euro und 20 Prozent Invalidität sind das 20.000 Euro.

Die Progression erhöht die Leistung erst bei schweren Fällen. Ein steifer Finger, ein instabiles Sprunggelenk oder ein Kreuzbandschaden mit Restfolgen bleiben oft unter 26 Prozent. Diese häufigen Fälle zahlt allein die Grundsumme, deshalb ist sie die wichtigste Zahl in der Polizze.

Die österreichische Eigenheit: hohe Progression, kleine Summe

In Österreich sind Progressionen von 500 und 600 Prozent verbreitet. Damit sieht eine Polizze mit 50.000 Euro Versicherungssumme bei Vollinvalidität nach 250.000 oder 300.000 Euro aus. Bei 20 Prozent Invalidität kommen aber nur 10.000 Euro heraus.

Besser ist der umgekehrte Weg: zuerst die Grundsumme so wählen, dass ein mittlerer Dauerschaden spürbar Geld bringt, dann die Progression so, dass bei Vollinvalidität rund 500.000 Euro erreicht werden. Bei 150.000 Euro Summe reicht dafür eine Progression von 350 Prozent.

Versicherungssumme und ProgressionBei 20 Prozent InvaliditätBei 100 Prozent Invalidität
50.000 Euro, 600 Prozent10.000 Euro300.000 Euro
100.000 Euro, 500 Prozent20.000 Euro500.000 Euro
150.000 Euro, 350 Prozent30.000 Euro525.000 Euro
200.000 Euro, 300 Prozent40.000 Euro600.000 Euro

Wie viel Sie persönlich brauchen

Eine verbindliche Formel gibt es in Österreich nicht. Als Richtwert aus der Angebotspraxis taugt das Drei- bis Vierfache des Bruttojahreseinkommens, nie unter 100.000 Euro. Wer jung ist, Kinder hat oder einen Wohnkredit abzahlt, geht an das obere Ende, weil ein schwerer Unfall mehr Jahre und mehr Verpflichtungen trifft.

Denken Sie an die konkreten Kosten nach einem schweren Unfall: barrierefreier Umbau von Wohnung oder Haus, ein umgebautes Auto, Hilfsmittel, Betreuung. Die Invaliditätspension der Pensionsversicherung ersetzt laufendes Einkommen, aber nicht diese Einmalkosten.

Kinder, Studierende und Pensionisten

Kinder sind gesetzlich nur im verpflichtenden Kindergartenjahr, in der Schule und auf dem Weg dorthin unfallversichert, nicht beim Spielen und in der Freizeit. Weil ihnen ein ganzes Berufsleben fehlen kann, ist für sie eine Grundsumme von 150.000 bis 200.000 Euro als Richtwert aus der Angebotspraxis sinnvoll.

Im Ruhestand ist kein Einkommen mehr zu ersetzen, dafür steigt die Bedeutung von Hilfe im Alltag. Hier kann eine Grundsumme von 100.000 Euro genügen, ergänzt um Leistungen wie Pflege- oder Haushaltshilfe nach dem Unfall.

Die Summe regelmäßig prüfen

Viele österreichische Polizzen sind wertgesichert, Summe und Prämie steigen dann jedes Jahr mit dem Verbraucherpreisindex. Das hält den Schutz aktuell. Prüfen Sie trotzdem nach einer deutlichen Gehaltserhöhung, nach der Geburt eines Kindes oder bei einem neuen Kredit, ob die Summe noch passt.

Achten Sie bei langen Laufzeiten auf die Bindung. Ein Nachlass für zehn Jahre Laufzeit ist verlockend, eine zu kleine Summe für zehn Jahre aber nicht.

Schritt für Schritt

  1. Bruttojahreseinkommen vom letzten Jahreslohnzettel nehmen.
  2. Mit drei bis vier malnehmen und das Ergebnis mit 100.000 Euro als Untergrenze vergleichen.
  3. Bei Kindern, Kredit oder jungem Alter Richtung oberes Ende gehen.
  4. Progression so wählen, dass bei Vollinvalidität rund 500.000 Euro erreicht werden.
  5. Leistung bei 20 Prozent Invalidität ausrechnen und Angebote danach vergleichen.

Checkliste

  • Grundsumme mindestens 100.000 Euro
  • Summe passt zu Einkommen, Familie und Kredit
  • Summe mal Progression ergibt rund 500.000 Euro oder mehr
  • Leistung bei 20 Prozent Invalidität nachgerechnet
  • Wertsicherung vereinbart
  • Bindung durch Laufzeitrabatt bewusst gewählt

Häufige Fehler

  • Eine kleine Summe mit 600 Prozent Progression schönrechnen
  • Nur auf die Zahl bei Vollinvalidität schauen
  • Annehmen, die AUVA zahle auch beim Freizeitunfall
  • Die Summe seit Vertragsbeginn nie angepasst haben

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Reichen 100.000 Euro Grundsumme?

Als Untergrenze ja. Für Berufstätige mit Familie oder Kredit ist das meist zu wenig, der Richtwert liegt dort eher bei 150.000 bis 200.000 Euro.

Was ist der Unterschied zwischen Grundsumme und Versicherungssumme?

In Österreich meint die Versicherungssumme für Dauerinvalidität meist die Grundsumme. Die Leistung bei Vollinvalidität ergibt sich aus Summe mal Progression.

Ist eine hohe Progression nicht genauso gut?

Nein. Die Progression wirkt erst ab rund 26 Prozent Invalidität. Bei kleineren Dauerschäden zählt allein die Grundsumme.

Wie hoch sollte die Grundsumme für Kinder sein?

Als Richtwert 150.000 bis 200.000 Euro, weil Kinder in der Freizeit gesetzlich nicht unfallversichert sind und ein ganzes Berufsleben vor sich haben.

Was kostet eine Grundsumme von 150.000 Euro?

Öffentliche Beispiele mit 100.000 bis 150.000 Euro und hoher Progression beginnen bei etwa 8 bis 23 Euro im Monat, je nach Alter, Beruf und Wohnort.

Steigt die Summe automatisch?

Bei wertgesicherten Polizzen ja, mit dem Verbraucherpreisindex. Größere Änderungen wie ein Kind oder ein Kredit brauchen trotzdem eine bewusste Anpassung.

Quellen

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