Alles zur Versicherung: Unfallversicherung
Zahlt die AUVA bei einem Freizeitunfall?
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Kurz gesagt
Eine Übergangsleistung wie in Deutschland gibt es in der österreichischen Unfallversicherung meist nicht unter diesem Namen. Die Musterbedingungen kennen sechs Bausteine, darunter Dauerinvalidität und Taggeld, aber keine Übergangsleistung. Für die Zeit bis zur Invaliditätsleistung bieten viele Polizzen eine Sofortleistung bei Schwerverletzung, als Pauschale oder als Vorauszahlung.
Öffentlich genannte Prämien für Österreich mit 100.000 bis 150.000 Euro Versicherungssumme, Stand Oktober 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Büroangestellte, 30, 100.000 Euro, 500 Prozent Progression | ab etwa 9 Euro im Monat |
| Elektriker, 35, 100.000 Euro, 500 Prozent Progression | ab etwa 9 Euro im Monat |
| Tischler, 40, 150.000 Euro, Unfallrente und Spitalgeld | ab etwa 26 Euro im Monat |
| Aufpreis für eine Sofortleistung von 10.000 Euro | Richtwert 10 bis 30 Euro im Jahr |
Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Prämienbeispielen.
Der Aufpreis für die Sofortleistung und die Zahlen im Beispiel sind Richtwerte aus der
Angebotspraxis.
Ihre Prämie hängt von Alter, Beruf und Umfang ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Mehrfachverletzung mit Beckenbruch, Wochen im Spital, danach lange Reha. Der Grad der Dauerinvalidität steht erst nach Monaten fest.
| Versicherungssumme Dauerinvalidität | 150.000 Euro |
| Sofortleistung bei Polytrauma als Pauschale | 10.000 Euro, kurz nach dem Unfall |
| Spitalgeld, 25 Tage zu 50 Euro | 1.250 Euro |
| Abschlagszahlung | möglich, wenn die Erhebungen sich hinziehen |
| Dauerinvalidität | Kapitalleistung, sobald der Grad ärztlich feststeht |
Die Pauschale und das Spitalgeld bringen gut 11.000 Euro in den ersten Wochen. Wäre die Sofortleistung nur eine Vorauszahlung, würde sie später von der Invaliditätsleistung abgezogen.
Der Versicherungsverband veröffentlicht unverbindliche Musterbedingungen, die AUVB 2022. Sie nennen sechs Leistungsbausteine: Dauerinvalidität, Unfallrente, Todesfall, Taggeld, Spitalgeld und Unfallkosten. Eine Übergangsleistung nach sechs Monaten, wie sie deutsche Tarife kennen, ist nicht darunter. Jeder Versicherer kann davon abweichen und eigene Bausteine anbieten.
Die Dauerinvalidität muss innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten sein. Im ersten Jahr zahlt der Versicherer eine Invaliditätsleistung nur, wenn Art und Umfang der Unfallfolgen ärztlich eindeutig feststehen. Steht der Grad nicht fest, können beide Seiten ihn jährlich neu bemessen lassen. Bis Geld kommt, kann es also dauern.
In Österreich übernehmen andere Bausteine die Aufgabe einer Übergangsleistung. Die Tabelle zeigt, was jeweils zahlt und wann.
Wichtig wird die private Überbrückung vor allem für Selbstständige ohne laufendes Einkommen bei Arbeitsunfähigkeit und für alle, die nach einem schweren Unfall rasch Geld für Umbau oder Betreuung brauchen.
| Baustein | Was er zahlt | Wann |
|---|---|---|
| Sofortleistung bei Schwerverletzung | feste Pauschale oder Vorauszahlung auf die Invaliditätsleistung | kurz nach definierten schweren Verletzungen |
| Taggeld | Tagessatz bei voller Arbeitsunfähigkeit | für die vereinbarte Zahl an Tagen |
| Spitalgeld | Tagessatz je Spitalstag | während des stationären Aufenthalts |
| Abschlagszahlung | Mindestbetrag in Anrechnung auf die Gesamtforderung | wenn die Erhebungen einen Monat nach der Anzeige nicht beendet sind |
| Dauerinvalidität | Kapitalleistung nach Gliedertaxe | sobald der Grad feststeht |
Die Sofortleistung bei Schwerverletzung kommt der deutschen Übergangsleistung am nächsten. Sie zahlt nach bestimmten schweren Verletzungen, die in der Polizze aufgezählt sind, etwa Querschnittlähmung, Schädel-Hirn-Trauma oder Polytrauma, noch bevor die Invalidität feststeht.
Entscheidend ist die Art: Eine Pauschale bleibt Ihnen zusätzlich. Eine Vorauszahlung wird später von der Invaliditätsleistung abgezogen und ist damit nur Geld früher, nicht mehr Geld. Ob Sie bei ausbleibender Invalidität etwas zurückzahlen müssen, regeln die Bedingungen des Versicherers.
Die gesetzliche Unfallversicherung kennt ein Übergangsgeld. Es wird während einer Umschulung gezahlt und beträgt 60 Prozent der Bemessungsgrundlage, mit Zuschlägen für Angehörige. Das gilt nur nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
Eine Versehrtenrente zahlt die AUVA, wenn die Erwerbsfähigkeit über drei Monate nach dem Unfall hinaus um mindestens 20 Prozent gemindert ist. Freizeitunfälle sind dort nicht versichert, und genau dafür ist die private Polizze da.
Fragen und Antworten
Die Musterbedingungen sind unverbindlich, jeder Versicherer kann eigene Bausteine anbieten.
Lesen Sie dann Voraussetzungen,
Frist und Höhe genau und vergleichen Sie mit einer Sofortleistung bei Schwerverletzung.
Die Sofortleistung zahlt kurz nach bestimmten schweren Verletzungen einen festen Betrag.
Die Dauerinvalidität zahlt erst, wenn der bleibende Schaden feststeht,
und richtet sich nach der Gliedertaxe.
Nach den Musterbedingungen können Sie eine Abschlagszahlung in Höhe des Mindestbetrags verlangen,
wenn die Erhebungen einen Monat nach der Anzeige nicht beendet sind.
Für die Dauerinvalidität gelten zusätzlich die Regeln zum ersten Jahr.
Nein, die gesetzliche Unfallversicherung deckt Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten.
Bei Freizeitunfällen bleibt nur die private Unfallversicherung.
Für Selbstständige ohne andere Absicherung kann es sinnvoll sein.
Wer auch bei Arbeitsunfähigkeit weiter Einkommen bezieht, zahlt damit meist nur mehr Prämie.
Die Invalidität muss innerhalb eines Jahres eingetreten sein,
im ersten Jahr zahlt der Versicherer nur bei eindeutigem Befund.
Bei unklarem Grad wird jährlich neu bemessen, das kann sich über Jahre ziehen.
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