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Versicherungsmakler / Betriebsarten / Gesundheit und Pflege

Versicherungen für Privatkliniken und selbständige Ambulatorien

In einer Privatklinik kann ein einziger Fehler im OP ein Leben verändern und eine Forderung in Millionenhöhe auslösen. Dazu kommen Medizintechnik, die mehr kostet als das Gebäude, und Patientendaten, die Erpresser besonders schätzen. Hier steht, was das Krankenanstaltenrecht vorschreibt und wie Sie den Rest sinnvoll absichern.

Versicherungen für Privatkliniken

Die Frage, die hier fast jeder zuerst stellt

Reicht die gesetzliche Mindestsumme von 2 Mio. Euro?

Für viele Häuser nicht. Ein schwerer Geburts- oder Narkoseschaden mit lebenslanger Pflege, Verdienstausfall und Schmerzensgeld kann diese Summe übersteigen, und was darüber liegt, zahlt der Betreiber selbst. Wir empfehlen, die Summe nach Fachrichtungen zu bemessen und zu prüfen, ob Belegärzte über ihre eigene Pflichtversicherung nach dem Ärztegesetz ausreichend geschützt sind.

Was in dieser Branche schiefgeht

  1. 01

    Behandlungsfehler

    Falsche Seite operiert, Tupfer vergessen, Komplikation zu spät erkannt: Einzelne Personenschäden erreichen Millionenbeträge.

  2. 02

    Hygiene und Keime

    Krankenhausinfektionen führen zu Klagen und können einen OP-Saal für Tage sperren, bis die Ursache gefunden ist.

  3. 03

    Organisationsverschulden

    Zu wenig Personal im Nachtdienst, fehlende Aufklärung, unklare Zuständigkeiten: Hier haftet nicht der einzelne Arzt, sondern der Betreiber.

  4. 04

    Medizintechnik

    MRT, CT, Endoskopieturm und Sterilisatoren kosten hunderttausende Euro und reagieren empfindlich auf Wasser, Überspannung und Bedienfehler.

  5. 05

    Cyberangriff

    Gesundheitseinrichtungen sind bevorzugtes Ziel von Erpressern. Ohne Krankenhausinformationssystem müssen Operationen abgesagt werden.

  6. 06

    Brand und Evakuierung

    Patienten an Beatmung oder frisch operiert lassen sich nicht schnell räumen. Schon ein kleiner Brand verursacht enorme Folgekosten.

Risiko-Radar
Haftung 5Feuer und Wasser 5Diebstahl 2Cyber 5Ausfall 5Gesundheit 4

Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.

Welche Versicherungen Sie brauchen

Unverzichtbar

Berufshaftpflicht

Die nach § 5c KAKuG vorgeschriebene Haftpflicht des Betreibers für Behandlungs- und Organisationsfehler, ohne Ausschluss der Nachhaftung.

Betriebshaftpflicht

Deckt alles außerhalb der Behandlung: Sturz eines Besuchers, Wasserschaden beim Nachbarn, Schäden durch Haustechnik.

Betriebsinhalt

Ersetzt Einrichtung, Betten, Vorräte und Apotheke nach Feuer, Leitungswasser, Sturm und Einbruch.

Dringend empfohlen

Elektronikversicherung

Für Großgeräte und Medizintechnik, auch bei Bedienfehlern, Kurzschluss und Wasser.

Betriebsunterbrechung

Zahlt entgangene Erlöse und laufende Kosten, wenn nach einem Sach- oder Geräteschaden nicht operiert werden kann.

Cyberversicherung

Übernimmt Forensik, Wiederherstellung, Ertragsausfall und Datenschutzkosten nach einem Angriff auf das Klinik-IT-System.

Betriebsgebäude

Für Betreiber, denen das Klinikgebäude gehört: Brand, Sturm, Hagel und Leitungswasser.

Sinnvoll je nach Betrieb

D&O-Versicherung

Schützt Geschäftsführung und Aufsichtsrat bei Vorwürfen zu Organisation, Hygiene oder Finanzen.

Was es kostet: Beispielprämien

Klinikversicherungen werden immer einzeln kalkuliert. Maßgeblich sind Fachrichtungen, Zahl der Betten und Eingriffe, Geburtshilfe ja oder nein, der Wert der Medizintechnik und die Schadenhistorie der letzten Jahre.

VersicherungBeispielRichtwert
BerufshaftpflichtTagesklinik oder Ambulatorium ohne Geburtshilfe, 5 Mio. Euro je Falletwa 15.000 bis 50.000 Euro im Jahr
BerufshaftpflichtPrivatklinik mit 50 Betten und mehreren operativen Fächernetwa 80.000 bis 250.000 Euro im Jahr
ElektronikversicherungMedizintechnik im Wert von 2 Mio. Euroetwa 8.000 bis 20.000 Euro im Jahr
CyberversicherungKlinik mit 150 Beschäftigten, 2 Mio. Euro Deckungetwa 10.000 bis 30.000 Euro im Jahr
BetriebsinhaltEinrichtung und Vorräte im Wert von 3 Mio. Euro, mit Ertragsausfalletwa 6.000 bis 15.000 Euro im Jahr

Zum Vergleich: Die Pflicht-Haftpflicht einer kleinen Tagesklinik kostet im Jahr ungefähr so viel wie zehn bis dreißig ambulante Eingriffe als Privatleistung.

Richtwerte aus unserer Angebotspraxis ohne 11 Prozent Versicherungssteuer, Stand September 2026. Kliniktarife werden nicht öffentlich genannt; die Quellen belegen die gesetzlichen Mindestsummen. Die Spannen sind breit, weil schon eine Fachrichtung mehr den Preis verändert.

Quellen der Preisbeispiele

Unsere Vorschläge: drei Pakete

01

Ambulatorium

Für: selbständiges Ambulatorium oder Tagesklinik ohne Betten

  • Berufshaftpflicht
  • Betriebshaftpflicht
  • Betriebsinhalt
  • Elektronikversicherung

Zusammen etwa 25.000 bis 70.000 Euro im Jahr

Dieses Paket anfragen

02

Klinik

Für: Privatklinik mit Betten und OP in gemieteten Räumen

  • Berufshaftpflicht
  • Betriebshaftpflicht
  • Betriebsinhalt
  • Elektronikversicherung
  • Betriebsunterbrechung
  • Cyberversicherung

Zusammen etwa 110.000 bis 320.000 Euro im Jahr

Dieses Paket anfragen

03

Träger

Für: Klinikbetreiber mit eigenem Gebäude, Aufsichtsrat und großem Personalstand

  • Berufshaftpflicht
  • Betriebshaftpflicht
  • Betriebsinhalt
  • Betriebsgebäude
  • Elektronikversicherung
  • Betriebsunterbrechung
  • Cyberversicherung
  • D&O-Versicherung

Zusammen individuell, meist ab 150.000 Euro im Jahr

Dieses Paket anfragen

Der schlimmste Tag in der Klinik

Sechs Fälle, die in Kliniken so vorkommen. Hier geschehen sie alle an einem einzigen Mittwoch. Gehen Sie den Tag durch und sehen Sie, wer zahlt.

Schaden bis jetzt1.428.000 Euro
  1. Das Krankenhausinformationssystem ist verschlüsselt. Alle geplanten Operationen des Tages werden abgesagt.

    320.000 Euro · Zahlt: Cyberversicherung

  2. Nach einer Knieoperation entwickelt ein Patient eine schwere Infektion und bleibt dauerhaft eingeschränkt. Er verklagt die Klinik wegen Hygienemängeln.

    240.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht

  3. Im Keller platzt eine Leitung, das Wasser erreicht die Sterilgutaufbereitung.

    180.000 Euro · Zahlt: Betriebsinhalt

  4. Ein Spannungsstoß beschädigt die Gradientenspule des MRT.

    210.000 Euro · Zahlt: Elektronikversicherung

  5. Eine Besucherin stürzt auf der frisch gewischten Eingangshalle und bricht sich die Hüfte.

    28.000 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht

  6. Durch die Wasser- und Geräteschäden bleiben zwei OP-Säle drei Wochen gesperrt.

    450.000 Euro · Zahlt: Betriebsunterbrechung

Welches Paket hätten Sie gehabt?

Davon zahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 1.428.000 Euro

Beispielhafte Summen, ohne Selbstbeteiligung. Ob und wie viel gezahlt wird, hängt von den Bedingungen ab.

Konkrete Tipps vom Makler

  1. Bemessen Sie die Haftpflicht nach Fachrichtungen, nicht nach der gesetzlichen Mindestsumme; bei Geburtshilfe und Neurochirurgie reichen 2 Mio. Euro oft nicht.
  2. Klären Sie schriftlich, wie Belegärzte, Konsiliarärzte und Leihpersonal versichert sind, damit keine Lücke zwischen deren Polizzen und Ihrer entsteht.
  3. Achten Sie darauf, dass die Nachhaftung nicht ausgeschlossen ist; das KAKuG verbietet diesen Ausschluss ohnehin.
  4. Versichern Sie Großgeräte mit Mehrkosten für Ersatzgeräte und Mietlösungen, nicht nur mit dem Sachwert.
  5. Vereinbaren Sie in der Cyberversicherung einen Ertragsausfall für abgesagte Operationen und prüfen Sie die Wartezeit bis zur Zahlung.
  6. Lassen Sie klinische Studien und neue Behandlungsmethoden gesondert prüfen, sie sind oft vom Standardschutz ausgenommen.

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Wir arbeiten seit 1989 als Familienbetrieb; unsere Vergütung trägt der Versicherer. In Österreich sind wir im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit tätig.

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Welche Haftpflicht schreibt das Gesetz für Privatkliniken vor?

Nach § 5c KAKuG müssen private Krankenanstalten, die nicht von einer Gebietskörperschaft betrieben werden, eine Haftpflichtversicherung mit mindestens 2 Mio. Euro je Versicherungsfall halten. Die Jahreshöchstleistung muss mindestens das Fünffache betragen, ein Ausschluss der Nachhaftung ist unzulässig.

Können Patienten direkt gegen den Versicherer vorgehen?

Ja. Für die Pflichtversicherung nach dem KAKuG haften Versicherer und Betreiber zur ungeteilten Hand, Geschädigte können ihren Anspruch auch direkt beim Versicherer geltend machen.

Sind die Ärzte über die Klinik mitversichert?

Angestellte Ärzte sind in der Regel über die Klinik geschützt. Belegärzte und Wahlärzte brauchen ihre eigene Berufshaftpflicht nach § 52d Ärztegesetz mit mindestens 2 Mio. Euro je Fall.

Was kostet die Versicherung einer Privatklinik?

Das hängt stark von Fachrichtungen und Fallzahlen ab. Eine Tagesklinik ohne Geburtshilfe beginnt bei einigen zehntausend Euro Haftpflichtprämie im Jahr, größere Häuser liegen deutlich darüber.

Lohnt sich eine Cyberversicherung für eine Klinik?

Ja. Gesundheitseinrichtungen werden gezielt angegriffen, und ein Ausfall der IT stoppt den Betrieb sofort. Die Cyberversicherung bezahlt Fachleute für die Wiederherstellung und den Ertragsausfall.

Wer zahlt, wenn ein Großgerät ausfällt?

Die Elektronikversicherung zahlt die Reparatur oder den Ersatz, auch bei Bedienfehlern. Den Ausfall der Einnahmen deckt eine dazu vereinbarte Betriebsunterbrechung.

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Angebote für Klinik anfordern

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1Für wen?
2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder gewählten Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer für ein Angebot braucht.

Privat

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Betriebshaftpflichtversicherung

Berufshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht

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Betriebsgebäudeversicherung

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4Ihr bisheriger Vertrag
5Wie erreichen wir Sie?

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Haften wir, wenn eine Bewohnerin nachts aus dem Bett fällt?

Rettungsdienst

Zahlt die Kfz-Versicherung auch, wenn ein Patient im Wagen verletzt wird?

Amtliche Einordnung

Diese Seite gilt für folgende Wirtschaftszweige (ÖNACE entspricht auf Klassenebene der europäischen NACE):

  • 86.10 Krankenhäuser
  • 86.94 Krankenpflege, Geburtshilfe und Hebammen

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2025 (WZ 2025). Alle Betriebsarten

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