Versicherungen für Ordinationen und Gruppenpraxen in Österreich
Für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ist die Berufshaftpflicht in Österreich keine Frage des Wollens, sondern Voraussetzung für die Berufsausübung. Offen bleibt, wie gut sie ist: ob die Summe für eine Geburtsschädigung reicht, ob Vertretungen und Wahlarzttätigkeit mitversichert sind, und was passiert, wenn Ultraschall und Patientendaten an einem Tag ausfallen.
Reicht die gesetzliche Mindestsumme von 2 Millionen Euro?
Für viele Fächer nicht auf Dauer. Die 2 Mio. Euro gelten je Versicherungsfall, im Jahr muss der Vertrag bei Einzelordinationen mindestens das Dreifache und bei einer Gruppenpraxis in GmbH-Form das Fünffache leisten. Bei einem Kind mit lebenslangen Folgen summieren sich Pflege, Verdienstentgang und Rente aber leicht über 2 Mio. Euro. Höhere Summen kosten meist nur einen überschaubaren Aufpreis.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Behandlungsfehler
Eine übersehene Diagnose, eine Komplikation bei einem Eingriff, eine falsche Dosierung: Die Ansprüche kommen oft erst Jahre später und sind hoch.
02
Aufklärung
Viele Verfahren drehen sich nicht um den Fehler, sondern um die Frage, ob richtig und nachweisbar aufgeklärt wurde.
03
Geräte und Ausfall
Ultraschall, Röntgen und Labor kosten zehntausende Euro. Fällt ein Gerät aus, fehlen Leistungen und Einnahmen.
04
Patientendaten
E-Card-System, ELGA-Anbindung, Befunde: Ein Angriff auf die Ordinations-EDV legt die Arbeit lahm und löst Meldepflichten nach der DSGVO aus.
05
Stürze in der Ordination
Ältere Patienten, nasse Böden im Winter, eine Stufe beim Eingang: Auch das ist Haftung, aber aus dem Betrieb, nicht aus der Behandlung.
06
Sie selbst fallen aus
Eine Einzelordination ohne die Ärztin ist geschlossen. Miete, Personal und Leasing laufen weiter, die Honorare nicht.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Gesetzlich vorgeschrieben: deckt Behandlungsfehler, Aufklärungsmängel und reine Vermögensschäden, mit Vertretungen, Ordinationspersonal und Erster Hilfe.
Ein Straf- und Disziplinarrechtsschutz trägt Anwaltskosten, wenn gegen Sie wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt wird; die Haftpflicht zahlt das nicht.
Was es kostet: Beispielprämien
Die Prämie der Berufshaftpflicht hängt vor allem am Fach. Allgemeinmedizin, Kinderheilkunde und Psychiatrie liegen am unteren Ende, operative Fächer, Gynäkologie mit Geburtshilfe und Orthopädie deutlich darüber.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Berufshaftpflicht
Allgemeinmedizin, Kinderheilkunde oder Psychiatrie, 4 bis 5 Mio. Euro Summe
etwa 200 bis 350 Euro im Jahr
Berufshaftpflicht
Konservativ tätige Fachordination, zum Beispiel Innere Medizin
etwa 350 bis 900 Euro im Jahr
Berufshaftpflicht
Operative Fächer, Orthopädie oder Gynäkologie
etwa 1.500 bis mehrere tausend Euro im Jahr
Betriebsinhalt
Ordinationseinrichtung und Instrumente im Wert von 80.000 Euro
etwa 200 bis 500 Euro im Jahr
Elektronikversicherung
Ultraschall, EKG und EDV im Wert von 60.000 Euro
etwa 500 bis 1.100 Euro im Jahr
Cyberversicherung
Einzelordination mit ELGA-Anbindung und drei Arbeitsplätzen
etwa 400 bis 900 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Die Pflicht-Berufshaftpflicht einer Allgemeinmedizinerin kostet im Jahr ungefähr so viel wie zwei bis drei Erstordinationen bei einer Wahlärztin.
Richtwerte ohne die 11 Prozent Versicherungssteuer, Stand September 2026.
Die Spanne für Allgemeinmedizin stammt aus der genannten Quelle,
die übrigen Beträge sind Richtwerte aus unserer Angebotspraxis.
Die Ärztekammern bieten eigene Rahmenverträge an, die wir in jeden Vergleich einbeziehen.
Sechs Schäden, die in österreichischen Ordinationen wirklich vorkommen, hier alle an einem Montag im Jänner. Tippen Sie sich durch den Tag und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt288.000 Euro
Eine Patientin rutscht auf dem nassen Boden im Eingang aus und bricht sich den Oberschenkelhals.
22.000 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Das Ultraschallgerät fällt nach einer Überspannung aus, der Schallkopf ist defekt.
14.000 Euro · Zahlt: Elektronikversicherung
Ein Anwalt meldet Ansprüche: Ein Tumor sei vor zwei Jahren übersehen worden. Gutachten, Verfahren, Vergleich.
180.000 Euro · Zahlt: Berufshaftpflicht
Die Ordinations-EDV ist verschlüsselt, Befunde sind nicht abrufbar, Datenschutzbehörde und Patienten müssen informiert werden.
28.000 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung nach einer Injektion. Sie brauchen einen Verteidiger.
9.000 Euro · Zahlt: Rechtsschutz
Ein Wasserrohrbruch im Stockwerk darüber flutet Wartezimmer und Behandlungsraum. Zehn Tage keine Ordination.
35.000 Euro · Zahlt: Betriebsinhalt
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon zahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 288.000 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Wählen Sie mehr als die gesetzlichen 2 Mio. Euro, in operativen Fächern und der Geburtshilfe deutlich mehr. Der Aufpreis ist meist gering im Vergleich zum Risiko.
Lassen Sie Vertretungen, Wahlarzttätigkeit, Notarztdienste, Gutachten und Nebentätigkeiten im Spital ausdrücklich in die Polizze schreiben.
Achten Sie auf unbegrenzte Nachhaftung und die Vorwärtsversicherung für frühere Tätigkeiten, wenn Sie den Versicherer wechseln.
Kosmetische und ästhetische Eingriffe sind in vielen Verträgen eingeschränkt. Melden Sie sie vollständig und schriftlich an.
Die Haftpflicht zahlt keinen Strafverteidiger. Ergänzen Sie einen Straf- und Disziplinarrechtsschutz für Ärzte.
Rechnen Sie aus, was die Ordination im Monat kostet, und sichern Sie diesen Betrag mit einer Praxisausfallversicherung für Ihre eigene Krankheit.
Warum NAMMERT für Ihren Betrieb
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Die Rahmenverträge der Ärztekammern sind oft gut, aber nicht immer die beste Wahl. Als Makler stellen wir sie den Angeboten anderer Versicherer gegenüber, Klausel für Klausel.
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In der Bootsversicherung bearbeiten wir Schäden selbst. Wir wissen, wie wichtig Dokumentation und frühe Meldung sind, und begleiten Sie, wenn ein Anspruch kommt.
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NAMMERT ist in Österreich im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit tätig. Ihre Pflichtversicherung muss nach § 52d Ärztegesetz der Kammer gemeldet werden, das erledigt der Versicherer, wir behalten es im Blick.
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Ordination, Privates und Vorsorge bei einem Ansprechpartner, erreichbar unter +49 3375 29 12 77. Für Sie kostenlos, die Vergütung zahlt der Versicherer.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Wer muss in Österreich eine ärztliche Berufshaftpflicht haben?
Freiberuflich tätige Ärztinnen und Ärzte,
also niedergelassene und Wohnsitzärzte, sowie Gruppenpraxen (§ 52d Ärztegesetz).
Wer angestellt ist und nebenbei freiberuflich arbeitet,
braucht für diese Tätigkeit ebenfalls einen Vertrag.
Wie hoch muss die Versicherungssumme sein?
Mindestens 2 Mio.
Euro je Versicherungsfall.
Im Jahr muss der Versicherer mindestens das Dreifache leisten,
bei Gruppenpraxen in GmbH-Form das Fünffache.
Was kostet die Berufshaftpflicht für Allgemeinmediziner?
Etwa 200 bis 350 Euro im Jahr bei einer Summe von 4 bis 5 Mio.
Euro, zuzüglich Versicherungssteuer.
Fachärzte mit Eingriffen zahlen deutlich mehr.
Bin ich als angestellter Spitalsarzt versichert?
Für die Tätigkeit im Dienst grundsätzlich über den Rechtsträger.
Für Nebentätigkeiten, Vertretungen oder eine Wahlarztordination brauchen Sie einen eigenen Vertrag.
Was passiert nach der Pensionierung?
Ansprüche können Jahre später kommen.
Die gesetzliche Pflichtversicherung darf die Nachhaftung nicht ausschließen oder zeitlich
begrenzen.
Prüfen Sie trotzdem vor dem Ruhestand, ob Ihr Vertrag das sauber regelt.
Sind meine Ordinationsassistentinnen mitversichert?
Das Handeln Ihres Personals ist Teil der ärztlichen Berufshaftpflicht.
Bei Arbeitsunfällen, etwa einer Nadelstichverletzung, leistet die AUVA.
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