Alles zur Versicherung: Unfallversicherung
Zahlt die AUVA bei einem Freizeitunfall?
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Kurz gesagt
Nur selten. Nach den Musterbedingungen AUVB 2022 zahlt die Unfallversicherung in Österreich bei einem Bandscheibenvorfall nur, wenn er durch direkte mechanische Einwirkung auf die Wirbelsäule entstanden ist, etwa durch einen Sturz auf den Rücken, und keine Verschlimmerung eines schon bestehenden Leidens ist. Ein Vorfall beim Heben oder Bücken bringt keine Leistung.
Rechenbeispiele nach den Musterbedingungen und Prämien aus veröffentlichten Beispielen für Österreich.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Vorfall beim Heben, keine direkte Einwirkung | 0 Euro |
| Sturz vom Gerüst, 10 Prozent dauernde Invalidität, 100.000 Euro | 10.000 Euro |
| Gleicher Fall, 30 Prozent Mitwirkung durch Abnützung | 7 Prozent, 7.000 Euro |
| Elektriker, 35 Jahre, 100.000 Euro, 500 Prozent Progression | ab etwa 9 Euro im Monat |
Rechenbeispiele nach den Musterbedingungen AUVB 2022;
der Grad im Einzelfall kommt aus dem Gutachten.
Prämien aus öffentlich genannten Tarifbeispielen, Stand Oktober 2026.
Rechenbeispiel
Ein 38-jähriger Maler stürzt am Wochenende beim Hausbau vom Gerüst auf eine Kante. Das MRT zeigt eine frische Verletzung einer Bandscheibe, die übrigen sind gesund. Versicherungssumme 100.000 Euro.
| Direkte mechanische Einwirkung | ja, Aufprall auf die Kante |
| Vorschaden | keiner nachweisbar |
| Dauernde Invalidität | angenommen 10 Prozent |
| Leistung | 10.000 Euro |
Er bekommt 10.000 Euro. Hätte er sich die Bandscheibe beim Tragen eines Zementsacks verletzt, gäbe es nichts.
Die österreichischen Musterbedingungen begrenzen den Schutz bei Bandscheiben ausdrücklich. Eine Leistung gibt es nur, wenn die Bandscheibenhernie durch direkt mechanische Einwirkung auf die Wirbelsäule entstanden ist und es sich nicht um die Verschlimmerung eines schon vorher bestehenden Leidens handelt.
Beide Bedingungen müssen erfüllt sein. Ein Sturz auf den Rücken bei vorgeschädigter Bandscheibe reicht deshalb oft nicht, weil der Versicherer die Verschlimmerung eines Vorschadens annimmt.
Der häufigste Bandscheibenvorfall entsteht beim Heben, Tragen oder einer ungünstigen Drehung. Hier wirkt nichts direkt von außen auf die Wirbelsäule, die Polizze zahlt nicht.
Anders ist es bei schweren Stürzen, Verkehrsunfällen oder Schlägen auf den Rücken. Dort kommt es darauf an, ob die Bildgebung eine frische Verletzung zeigt und ob die übrigen Bandscheiben weitgehend gesund sind.
| Fall | Leistung nach AUVB 2022 |
|---|---|
| Vorfall beim Heben einer Getränkekiste | nein |
| Vorfall beim Schneeschaufeln | nein, keine direkte Einwirkung |
| Sturz auf den Rücken vom Gerüst, frische Verletzung, sonst gesunde Wirbelsäule | ja |
| Auffahrunfall, deutliche Abnützung schon vorher | meist nein, Verschlimmerung eines Vorschadens |
Die Wirbelsäule steht nicht in der Gliedertaxe. Der Invaliditätsgrad richtet sich danach, wie stark die körperliche Leistungsfähigkeit insgesamt dauerhaft beeinträchtigt ist, nach medizinischen Gesichtspunkten.
Hat Abnützung an den Folgen mitgewirkt, wird der Grad um den Mitwirkungsanteil gekürzt, in den meisten Polizzen ab 25 Prozent. Bei Bandscheiben ist das fast immer Thema.
Auch bei der AUVA zählt, ob ein Unfall den Bandscheibenvorfall verursacht hat oder ob er nur bei der Arbeit aufgetreten ist. Ein Arbeitsunfall verlangt einen Zusammenhang zwischen Arbeit und Unfallereignis, nicht nur, dass die Beschwerden im Betrieb begonnen haben.
Eine Versehrtenrente gibt es ohnehin erst ab einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20 Prozent über drei Monate hinaus (§ 203 ASVG).
Wer sich gegen die finanziellen Folgen von Rückenleiden absichern will, ist mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung besser bedient. Sie zahlt eine Rente, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können, egal ob durch Unfall oder Abnützung.
Eine Unfallversicherung wegen des Rückens abzuschließen, lohnt sich in Österreich ebenso wenig wie in Deutschland. Ihr Wert liegt bei schweren Unfallfolgen an Armen, Beinen und Kopf.
Fragen und Antworten
Nein, es fehlt die direkte mechanische Einwirkung auf die Wirbelsäule.
Die Polizze zahlt dafür nach den Musterbedingungen nicht.
Ob ein Versicherer von der Musterregel abweicht, steht in seinen Bedingungen.
Lesen Sie die Klausel zu Bandscheibenhernien vor dem Abschluss.
Nur, wenn ein Unfallereignis im Zusammenhang mit der Arbeit den Vorfall verursacht hat.
Beschwerden, die nur bei der Arbeit beginnen, reichen nicht.
Ein Hexenschuss ohne Einwirkung von außen ist kein Unfall.
Dafür zahlt die Unfallversicherung nicht.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können.
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