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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Unfallversicherung

Zahlt die Unfallversicherung in Österreich bei Bänderriss oder Kreuzbandriss?

Kurz gesagt

Ja. Nach den Musterbedingungen AUVB 2022 gelten plötzliche Zerreißungen von Bändern an Gliedmaßen und plötzliche Meniskusverletzungen als Unfall. Die Unfallversicherung zahlt bei Bänderriss oder Kreuzbandriss in Österreich aber nur, wenn eine dauernde Invalidität bleibt. Bleibt das Knie um ein Zehntel instabil, sind das bei 70 Prozent Beinwert 7 Prozent, mit 100.000 Euro Summe 7.000 Euro.

Zahlt die Unfallversicherung in Österreich bei Bänderriss oder Kreuzbandriss?

Was es kostet

Rechenbeispiele mit einem angenommenen Beinwert und Prämien aus veröffentlichten Beispielen für Österreich.

BeispielRichtwert
Knie um ein Zehntel instabil, Beinwert laut Polizze 70 Prozent, 100.000 Euro7 Prozent, 7.000 Euro
Gleicher Fall, 40 Prozent Mitwirkung durch Arthrose4,2 Prozent, 4.200 Euro
Student, 25 Jahre, 100.000 Euro, 500 Prozent Progression, inklusive Bergungskostenab etwa 8 Euro im Monat
Büroangestellte, 30 Jahre, 100.000 Euro, mit 200 Euro Knochenbruchpauschaleab etwa 9 Euro im Monat

Der Beinwert von 70 Prozent ist eine Annahme für das Rechenbeispiel;

den Wert Ihrer Gliedertaxe finden Sie in der Polizze.

Prämien aus öffentlich genannten Tarifbeispielen, Stand Oktober 2026.

Rechenbeispiel

Kreuzbandriss beim Skifahren, 42 Jahre

Eine Skifahrerin verkantet beim Abschwingen und reißt sich das vordere Kreuzband, ohne zu stürzen. Versicherungssumme 100.000 Euro. Nach einem Jahr bleibt das Knie leicht instabil, der Gutachter findet beginnende Arthrose.

Unfallja, plötzliche Zerreißung eines Bandes
Dauernde Invaliditätein Zehntel des Beinwerts von angenommen 70 Prozent, 7 Prozent
Mitwirkung durch Arthrose20 Prozent, unter 25 Prozent, keine Kürzung
Leistung7.000 Euro

Sie bekommt 7.000 Euro. Wäre das Knie folgenlos verheilt, hätte es aus diesem Baustein nichts gegeben.

Warum der Kreuzbandriss in Österreich leichter als Unfall gilt

Die österreichischen Musterbedingungen erweitern den Unfallbegriff: Plötzliche Verrenkungen von Gliedern sowie Zerrungen und Zerreißungen von Muskeln, Sehnen, Bändern und Kapseln an Gliedmaßen und Wirbelsäule gelten als Unfall, ebenso plötzliche Meniskusverletzungen.

Anders als nach den deutschen Musterbedingungen ist dafür keine erhöhte Kraftanstrengung verlangt. Ein Kreuzbandriss beim Abschwingen auf der Piste oder beim Abstoppen am Fußballplatz ist damit in der Regel ein Unfall, auch ohne Sturz.

Ohne bleibenden Schaden keine Invaliditätsleistung

Die Hauptleistung der Unfallversicherung ist die Kapitalleistung bei dauernder Invalidität. Die Invalidität muss innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten und mit ärztlichem Befund innerhalb der Frist Ihrer Polizze geltend gemacht sein.

Ein gut verheilter Bänderriss am Sprunggelenk bringt deshalb meist nichts. Bleibt das Knie nach dem Kreuzbandriss instabil oder entwickelt sich eine Arthrose, wird ein Bruchteil des Beinwerts angesetzt.

VerletzungUnfall laut AUVB 2022?Leistung bei dauernder Invalidität
Kreuzbandriss beim Skifahren mit SturzjaBruchteil des Beinwerts
Kreuzbandriss beim Abstoppen ohne Sturzja, plötzliche ZerreißungBruchteil des Beinwerts
Außenbandriss nach Umknöcheln, folgenlos verheiltjakeine
Plötzliche MeniskusverletzungjaBruchteil des Beinwerts

Abnützung kürzt oft

Die AUVB 2022 nennen ausdrücklich abnützungsbedingte Einflüsse mit Krankheitswert wie Arthrose als Grund für eine Kürzung. Hat die Abnützung am Knie an der Verletzung oder ihren Folgen mitgewirkt, sinkt der Invaliditätsgrad um den Mitwirkungsanteil, in den meisten Polizzen ab 25 Prozent.

Den Anteil muss der Versicherer beweisen. Bei Streit über das Gutachten sehen die Bedingungen ein Verfahren mit einem Schiedsgutachter vor.

Wie viel es gibt

Die Gliedertaxe Ihrer Polizze legt den Prozentsatz für das ganze Bein fest. Bei einem Teilverlust der Funktion wird der entsprechende Bruchteil angesetzt. Mit einer Progression steigt die Leistung erst ab höheren Graden, oft ab 25 Prozent, bei einem Kreuzbandriss wirkt sie deshalb selten.

Wer viel Sport treibt, sollte deshalb vor allem auf eine ausreichende Versicherungssumme achten. Eine Pauschale für Bänderrisse gibt es nur, wenn sie eigens vereinbart ist.

Kreuzbandriss in der Arbeit

Passiert der Kreuzbandriss in der Arbeit oder am Arbeitsweg, ist die AUVA für Unfallheilbehandlung und Rehabilitation zuständig. Eine Versehrtenrente gibt es nach § 203 ASVG erst bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent über drei Monate hinaus.

Ein leicht instabiles Knie erreicht diese Schwelle selten. Die private Unfallversicherung zahlt dagegen schon bei kleinen Graden.

Schritt für Schritt

  1. Den Unfallhergang sofort festhalten, auch wenn Sie nicht gestürzt sind.
  2. Den Unfall dem Versicherer melden.
  3. MRT und Operationsbericht aufbewahren.
  4. Die dauernde Invalidität mit ärztlichem Befund innerhalb der Frist der Polizze geltend machen.
  5. Bei Streit über den Mitwirkungsanteil den Schiedsgutachter verlangen.

Checkliste

  • Unfallhergang aufgeschrieben
  • MRT bald nach dem Unfall
  • Frist für die Geltendmachung in der Polizze nachgesehen
  • Beinwert der Gliedertaxe geprüft
  • Gutachten auf Mitwirkungsanteil geprüft

Häufige Fehler

  • Glauben, ohne Sturz sei ein Kreuzbandriss kein Unfall
  • Die Frist für die Geltendmachung versäumen, weil die Reha noch läuft
  • Eine Kürzung wegen Arthrose ohne Prüfung hinnehmen
  • Auf Geld hoffen, obwohl der Bänderriss folgenlos verheilt ist

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die Unfallversicherung die Kreuzband-OP?

Die Behandlung zahlt die Krankenversicherung, bei Arbeitsunfällen die AUVA.

Die private Polizze zahlt Heilkosten nur mit dem Baustein Unfallkosten und soweit kein

Sozialversicherungsträger ersetzt.

Ist ein Meniskusriss versichert?

Nach den Musterbedingungen AUVB 2022 gelten plötzliche Meniskusverletzungen als Unfall.

Ein Meniskusschaden durch Abnützung ist es nicht.

Gibt es eine Pauschale für den Bänderriss?

Nur wenn Ihre Polizze einen solchen Baustein enthält, ähnlich der Knochenbruchpauschale.

Wann muss ich die Invalidität melden?

Innerhalb der Frist Ihrer Polizze, mit ärztlichem Befund.

Die Invalidität muss innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten sein.

Lohnt sich die Unfallversicherung für Skifahrer?

Für bleibende Knieschäden und die Bergungskosten ja.

Für folgenlos verheilte Bänderrisse zahlt sie nichts.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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Was ist die Gliedertaxe?

Die Gliedertaxe ist die Tabelle in Ihrer Polizze, die jedem Körperteil einen festen Prozentsa …

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Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO mit Sitz in Deutschland.

Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37.

In Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit.

Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen.

Sie vermittelt Ihren Vertrag nicht.

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