Alles zur Versicherung: Private Pensionsvorsorge
Brauche ich in Österreich überhaupt eine private Pensionsvorsorge?
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Kurz gesagt
Meist nicht. Eine Lebensversicherung für Kinder lohnt sich in Österreich selten: Auf jede Prämie fallen 4 Prozent Versicherungssteuer an, ein Rückkauf vor 10 oder 15 Jahren kostet 7 Prozent nachträglich, und einen Ablebensschutz auf das Kind braucht niemand. Für Führerschein oder Studium sparen Sie mit einem Sparplan flexibler. Für die Pension des Kindes gibt es die Zukunftsvorsorge.
Gesetzliche Sätze und ein Vergleich der Prämien, keine Tarifpreise.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Versicherungssteuer bei 50 Euro im Monat | 4 Prozent, rund 23 Euro im Jahr |
| Prämien 50 Euro im Monat über 18 Jahre | 10.800 Euro eingezahlt |
| Nachversteuerung bei Rückkauf vor 10 oder 15 Jahren | 7 Prozent |
| Zukunftsvorsorge 2026, höchste Prämie | 162,22 Euro im Jahr |
| Kapitalertragsteuer bei einem Fondssparplan | 27,5 Prozent auf Gewinne |
Stand Oktober 2026.
Die Prämiensumme ist ein Rechenbeispiel,
Kosten und Überschüsse der Polizze sind Richtwert aus der Angebotspraxis und je Tarif verschieden.
Rechenbeispiel
Eine Er- und Ablebensversicherung, die zum 18. Geburtstag auszahlt, im Vergleich zum eingezahlten Geld.
| Prämien über 18 Jahre | 10.800 Euro |
| Davon Versicherungssteuer | rund 415 Euro |
| Abschluss- und Verwaltungskosten | je nach Tarif mehrere hundert bis über tausend Euro |
| Einkommensteuer auf den Ertrag | in der Regel keine |
Angelegt wird deutlich weniger als die 10.800 Euro. Ob am Ende mehr herauskommt als bei einem Sparplan, hängt an Kosten und Ertrag des Tarifs.
Unter dem Namen Kinderpolizze laufen meist Er- und Ablebensversicherungen, die zum 18. oder 21. Geburtstag auszahlen, oder fondsgebundene Lebensversicherungen mit langer Laufzeit. Oft ist eine Prämienbefreiung eingeschlossen: Stirbt der zahlende Elternteil, übernimmt der Versicherer die restlichen Prämien.
Diese Prämienbefreiung ist der eigentliche Versicherungsteil. Der Rest ist Geldanlage mit Versicherungsmantel, und die müssen Sie mit anderen Formen vergleichen.
Jede Prämie trägt 4 Prozent Versicherungssteuer. Bei 50 Euro im Monat sind das rund 23 Euro im Jahr, die nicht angelegt werden. Dazu kommen Abschluss- und Verwaltungskosten in den ersten Jahren.
Wer früh aussteigt, zahlt doppelt. Ein Rückkauf vor Ablauf von 10 oder 15 Jahren löst 7 Prozent Versicherungssteuer nachträglich aus, und der Rückkaufswert liegt anfangs oft unter den Prämien. Eine Polizze, die mit 18 auszahlt und bei Geburt beginnt, erreicht die 15 Jahre zwar, aber jeder Plan für einen früheren Zugriff wird teuer.
Steuerlich hat die Polizze einen Vorteil: Bei laufender, im Wesentlichen gleichbleibender Prämie sind die Erträge in der Regel einkommensteuerfrei. Ein Fondssparplan zahlt dagegen 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer auf Gewinne. Ob der Steuervorteil die Kosten aufwiegt, hängt vom Tarif ab.
| Weg | Steuer beim Einzahlen | Steuer auf Erträge | Flexibilität |
|---|---|---|---|
| Kinderpolizze mit laufender Prämie | 4 Prozent Versicherungssteuer | in der Regel keine | gering, Rückkauf mit Nachversteuerung |
| Fondssparplan | keine | 27,5 Prozent auf Gewinne | hoch |
| Zukunftsvorsorge | keine | keine, Pension steuerfrei | gering, mindestens 10 Jahre gebunden |
Eine Ablebensversicherung ersetzt Einkommen, das nach einem Todesfall fehlt. Von einem Kind lebt niemand, deshalb ist eine hohe Summe auf das Kind überflüssig.
Das Versicherungsvertragsgesetz zieht hier eine Grenze. Nach § 159 Absatz 3 VersVG braucht eine Versicherung auf ein minderjähriges Kind dessen Einwilligung, wenn sie schon beim Tod vor dem siebten Geburtstag mehr als die gewöhnlichen Begräbniskosten zahlen soll. Prüfen Sie deshalb, was eine Kinderpolizze in diesem Fall zahlt.
Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge steht allen unbeschränkt Steuerpflichtigen offen, unabhängig vom Alter und davon, ob sie Einkünfte haben. Der Staat zahlt 2026 eine Prämie von 4,25 Prozent auf bis zu 3.817,04 Euro im Jahr.
Das Geld ist mindestens zehn Jahre gebunden. Wer dann bar auszahlt, verliert die Hälfte der Prämie und zahlt 27,5 Prozent auf die Erträge. Für die Pension des Kindes ist das ein Weg, für Führerschein oder Studium nicht.
Für Kinder ist der wichtigste Schutz eine Ablebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsvorsorge auf jeden verdienenden Elternteil. Das Geld für Ausbildung oder erste Wohnung legen Sie besser in einem Sparplan an, den Sie anpassen können.
Eine Erbschaftssteuer gibt es in Österreich seit 1. August 2008 nicht. Ob Sie das Geld auf eigenen Namen oder auf das Kind ansparen, ist deshalb vor allem eine Frage der Kontrolle.
Kündigen Sie nicht im Ärger. Prüfen Sie zuerst Rückkaufswert, Laufzeit und Nachversteuerung. Ist die Mindestlaufzeit bald erreicht, ist Weiterzahlen oft günstiger. Brauchen Sie die Prämie anderweitig, fragen Sie nach einer Prämienfreistellung, achten Sie aber darauf, dass eine Freistellung von mehr als einem Jahr in den ersten drei Jahren ebenfalls eine Nachversteuerung auslösen kann.
Fragen und Antworten
Selten.
Ein Sparplan auf eigenen Namen, später verschenkt, ist flexibler.
Eine Erbschafts- oder Schenkungssteuer fällt in Österreich nicht an.
Die Zukunftsvorsorge steht allen unbeschränkt Steuerpflichtigen offen,
unabhängig vom Alter und von eigenen Einkünften.
Bei laufender, im Wesentlichen gleichbleibender Prämie in der Regel ja.
Beim Einmalerlag nur nach 15 Jahren Laufzeit.
Neben einem niedrigen Rückkaufswert 7 Prozent Versicherungssteuer nachträglich,
wenn Sie vor 10 oder 15 Jahren zurückkaufen.
Nein.
Wichtig ist die Ablebensversicherung der Eltern, damit das Kind versorgt ist.
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