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Wann sollte man mit der Pensionsvorsorge beginnen?

Kurz gesagt

So früh wie möglich, sobald teure Schulden weg sind, eine Rücklage liegt und Ihre Arbeitskraft abgesichert ist. Für 200.000 Euro mit 65 brauchen Sie ab 25 rund 100 Euro im Monat, ab 35 rund 199 Euro, ab 45 rund 433 Euro. Gerechnet ist mit 6 Prozent Rendite im Jahr, die niemand garantiert.

Wann sollte man mit der Pensionsvorsorge beginnen?

Was es kostet

Eigene Rechnung: monatliche Einzahlung, 6 Prozent Rendite im Jahr, Ziel 200.000 Euro mit 65, dem Regelpensionsalter.

BeispielRichtwert
Start mit 25, Ziel 200.000 Euro mit 65rund 100 Euro im Monat, insgesamt rund 48.000 Euro eingezahlt
Start mit 35, gleiches Zielrund 199 Euro im Monat, insgesamt rund 71.600 Euro eingezahlt
Start mit 45, gleiches Zielrund 433 Euro im Monat, insgesamt rund 103.900 Euro eingezahlt
Zukunftsvorsorge 2026, volle Förderung3.817,04 Euro Einzahlung, 162,22 Euro Prämie

Die 6 Prozent sind eine Annahme, keine Zusage. Historisch lag ein zwanzig Jahre laufender Sparplan auf einen weltweiten Aktienindex im Schnitt über 8 Prozent im Jahr; wir rechnen darunter, weil Kosten, Steuern und schwache Jahrzehnte dazugehören. Die Inflation ist in den Endbeträgen nicht abgezogen. Stand September 2026.

Rechenbeispiel

Lena und Markus, gleiches Ziel, zwanzig Jahre Abstand

Beide wollen mit 65 auf 200.000 Euro kommen, gerechnet mit 6 Prozent im Jahr.

Lena beginnt mit 25 und zahlt 100 Euro im Monat480 Monate, rund 48.000 Euro eingezahlt
Markus beginnt mit 45 und zahlt 433 Euro im Monat240 Monate, rund 103.900 Euro eingezahlt
Kapital mit 65bei beiden rund 200.000 Euro
Unterschied bei der eigenen Einzahlungrund 55.900 Euro

Lena zahlt weniger als die Hälfte ein und erreicht dasselbe Ziel. Den Unterschied macht die Zeit, nicht das Produkt. Fällt die Rendite niedriger aus, sinkt das Ergebnis bei beiden, Lenas Vorsprung bleibt.

Warum die Zeit mehr bringt als die Rate

Wer spart, bekommt Erträge, und diese Erträge bringen selbst wieder Erträge. Dieser Zinseszins wirkt langsam: In den ersten Jahren sieht man kaum etwas, in den letzten Jahren vor der Pension wächst das Kapital am stärksten.

Ein kleiner Betrag über vierzig Jahre schlägt deshalb einen großen Betrag über zwanzig Jahre. Wer zwanzig Jahre später beginnt, braucht für dasselbe Ziel gut das Vierfache im Monat.

StartMonatlich für 200.000 Euro mit 65Insgesamt eingezahlt
mit 25 Jahrenrund 100 Eurorund 48.000 Euro
mit 35 Jahrenrund 199 Eurorund 71.600 Euro
mit 45 Jahrenrund 433 Eurorund 103.900 Euro

Was vor dem Sparen kommt

Ein überzogenes Konto oder ein Ratenkredit kostet meist mehr Zinsen, als ein Sparplan im Schnitt bringt. Diese Schulden zuerst loszuwerden ist die sicherste Rendite, die es gibt.

Danach eine Rücklage von etwa drei Netto-Monatsgehältern auf einem täglich verfügbaren Konto. Ohne sie müssen Sie bei der ersten großen Reparatur verkaufen, oft gerade dann, wenn die Kurse unten sind.

Und dann die Absicherung der Arbeitskraft. Die staatliche Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension reicht selten für den gewohnten Lebensstandard. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen Sie jung und gesund am leichtesten und am günstigsten.

Die Renditeannahme offen gerechnet

Jede Hochrechnung hängt an ihrer Annahme. Wir rechnen mit 6 Prozent im Jahr. Sparpläne auf einen weltweiten Aktienindex kamen über zwanzig Jahre im Schnitt auf mehr als 8 Prozent, gemessen über eine Datenreihe von fünfzig Jahren.

Wir bleiben bewusst darunter, weil Kosten, 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer auf Gewinne im Depot und schwache Jahrzehnte dazugehören. Die Beträge sind außerdem nominal: Bei 2 Prozent Inflation sind 200.000 Euro in vierzig Jahren nur noch rund 91.000 Euro von heute wert.

Annahme150 Euro im Monat von 25 bis 65Davon eingezahlt
4 Prozent im Jahrrund 177.000 Euro72.000 Euro
6 Prozent im Jahrrund 299.000 Euro72.000 Euro
7 Prozent im Jahrrund 394.000 Euro72.000 Euro

Was die staatliche Pension damit zu tun hat

Ihre Pension wächst im Pensionskonto: Jedes Jahr werden 1,78 Prozent Ihrer Beitragsgrundlage gutgeschrieben. Wer spät ins Berufsleben startet, Teilzeit arbeitet oder Kinder betreut, sammelt weniger an. Den eigenen Stand zeigt der Kontoauszug der Pensionsversicherung.

Frauen trifft das doppelt: Ihr Regelpensionsalter steigt bis 2033 schrittweise auf 65, und in den Jahren mit Teilzeit wächst das Konto langsamer. Je früher Sie Ihre Lücke kennen, desto kleiner ist der Monatsbetrag, der sie schließt.

Wann ein früher Vertrag nicht passt

Wenn die Ausbildung noch läuft oder das Einkommen stark schwankt, ist ein fester Vertrag über Jahrzehnte riskant. Besser passt dann ein Weg, den Sie jederzeit aussetzen können, etwa ein Fondssparplan.

Auch wer in wenigen Jahren eine Wohnung kaufen will, sollte das Geld nicht langfristig binden. Eine Pensionsversicherung, die nach drei Jahren prämienfrei gestellt wird, kostet durch Abschlusskosten und 4 Prozent Versicherungssteuer meist mehr, als sie bringt.

Schritt für Schritt

  1. Teure Schulden auflisten und zuerst tilgen, vor allem Kontoüberziehung und Ratenkredite.
  2. Drei Netto-Monatsgehälter als Rücklage auf ein täglich verfügbares Konto legen.
  3. Die Absicherung Ihrer Arbeitskraft prüfen, solange Sie jung und gesund sind.
  4. Den Kontoauszug des Pensionskontos lesen und die Lücke zum heutigen Netto schätzen.
  5. Mit einem Betrag beginnen, den Sie auch in einem schlechten Jahr durchhalten.
  6. Die Rate jedes Jahr um den Prozentsatz Ihrer Gehaltserhöhung anheben.
  7. Einmal im Jahr prüfen, ob Annahme und Wirklichkeit noch zusammenpassen.

Checkliste

  • Teure Schulden getilgt
  • Rücklage von rund drei Netto-Monatsgehältern vorhanden
  • Absicherung der Arbeitskraft geprüft
  • Stand des Pensionskontos bekannt
  • Sparrate so gewählt, dass sie auch bei schwankendem Einkommen hält
  • Kosten des Produkts in Euro benannt, nicht nur in Prozent

Häufige Fehler

  • Auf den perfekten Einstiegszeitpunkt warten und dabei Jahre verlieren
  • Einen langen Vertrag abschließen, bevor Rücklage und Arbeitskraftschutz stehen
  • Mit 8 Prozent rechnen und die Zahl für eine Zusage halten
  • Die Rate nie erhöhen, obwohl das Gehalt seit Jahren steigt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist es mit 45 zu spät für die Pensionsvorsorge?

Nein, aber deutlich teurer. Für dasselbe Ziel brauchen Sie mehr als das Vierfache der Rate, die mit 25 gereicht hätte. Oft ist es klüger, das Ziel anzupassen, als die Rate zu überdehnen.

Wie viel sollte ich monatlich zurücklegen?

Als Orientierung 10 bis 15 Prozent vom Netto, einschließlich einer Firmenpension. Wichtiger als die Höhe ist ein Betrag, den Sie dauerhaft durchhalten.

Lohnt sich die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge?

Die Förderung ist klein, 2026 höchstens 162,22 Euro im Jahr. Sie lohnt sich vor allem, wenn Sie das Geld später als Pension beziehen, denn eine Kapitalauszahlung kostet die halbe Prämie.

Soll ich schon für mein Kind sparen?

Das ist die längste Laufzeit, die es gibt, und entsprechend wirksam. Achten Sie darauf, dass das Geld flexibel bleibt.

Wo sehe ich, wie hoch meine Lücke ist?

Im Kontoauszug Ihres Pensionskontos. Vergleichen Sie den dort genannten Betrag mit Ihrem heutigen Netto und denken Sie an die Inflation.

Was mache ich bei schwankendem Einkommen?

Einen Sparweg wählen, den Sie jederzeit aussetzen können. Feste Prämien über Jahrzehnte passen schlecht zu unsicheren Einnahmen.

Quellen

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