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Gibt es die Frühstart-Rente in Österreich?

Kurz gesagt

Nein. Die Frühstart-Rente ist ein deutsches Vorhaben mit 10 Euro im Monat vom Staat für Kinder mit Hauptwohnsitz in Deutschland, und sie ist dort noch nicht beschlossen. In Österreich gibt es kein Gegenstück. Am nächsten kommt die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge mit 4,25 Prozent Prämie, höchstens 162,22 Euro im Jahr, die mit Zustimmung des Pflegschaftsgerichts auch für ein Kind möglich ist.

Gibt es die Frühstart-Rente in Österreich?

Was es kostet

Österreichische Werte 2026 und das deutsche Vorhaben zum Vergleich, dazu eine eigene Beispielrechnung.

BeispielRichtwert
Familienbeihilfe je Kind 2026138,40 bis 200,40 Euro im Monat
Kinderabsetzbetrag70,90 Euro im Monat
Zukunftsvorsorge, staatliche Prämie 20264,25 Prozent, höchstens 162,22 Euro im Jahr
Deutsche Frühstart-Rente, geplant10 Euro im Monat, höchstens 1.440 Euro je Kind
25 Euro im Monat von 6 bis 18, angelegt bis 65etwa 29.000 bis 80.000 Euro bei 4 bis 6 Prozent, nicht garantiert

Stand Oktober 2026.

Die Hochrechnung ist eine eigene Rechnung mit angenommenen Renditen nach Kosten, ohne Inflation und ohne Steuern.

Die Frühstart-Rente ist in Deutschland noch nicht beschlossen.

Rechenbeispiel

Kind in Wien, Eltern legen ab dem 6. Geburtstag 25 Euro im Monat zur Seite

Gerechnet mit einem Fondssparplan von 6 bis 18, danach ohne weitere Einzahlungen bis 65, vor Steuern und Inflation.

Einzahlungen von 6 bis 1825 Euro im Monat, zusammen 3.600 Euro
Wert mit 18 bei 4 bis 6 Prozent im Jahretwa 4.600 bis 5.200 Euro
Wert mit 65 bei 4 Prozent im Jahrrund 29.000 Euro
Wert mit 65 bei 6 Prozent im Jahrrund 80.000 Euro
Staatlicher Zuschusskeiner

Ohne Staat erreichen Sie mit 25 Euro im Monat mehr als die deutsche Frühstart-Rente mit 10 Euro. Der Vorteil: Das Geld bleibt verfügbar. Der Nachteil: Niemand zwingt Sie, es bis zur Pension liegen zu lassen.

Was hinter der Frühstart-Rente steckt

In Deutschland soll der Staat ab 2027 für jedes Kind ab Jahrgang 2020 vom 6. bis zum 18. Geburtstag 10 Euro im Monat in ein Vorsorgedepot einzahlen, zusammen 1.440 Euro, gebunden bis 65. Stand Oktober 2026 ist das ein Gesetzentwurf, der Bundestag hat ihn am 25. September 2026 erstmals beraten.

Voraussetzung ist der Hauptwohnsitz des Kindes in Deutschland. Kinder, die in Österreich leben, sind nicht erfasst, auch wenn ein Elternteil deutscher Staatsbürger ist oder in Deutschland arbeitet.

Was es in Österreich stattdessen gibt

Ein staatliches Vorsorgedepot für Kinder gibt es in Österreich nicht, auch keinen Gesetzesplan dafür. Die Familienleistungen fließen als laufendes Geld an die Eltern, nicht in eine gebundene Altersvorsorge.

Die Familienbeihilfe beträgt 2026 je nach Alter 138,40 bis 200,40 Euro im Monat, dazu kommt der Kinderabsetzbetrag von 70,90 Euro. Beide Beträge werden 2026 und 2027 wegen der Budgetlage nicht an die Inflation angepasst.

Ob Sie davon etwas für Ihr Kind zurücklegen, entscheiden Sie selbst. Schon 25 Euro im Monat sind mehr als das Doppelte dessen, was der deutsche Staat einzahlen will.

MöglichkeitStaatlicher ZuschussBindung
Frühstart-Rentein Österreich nicht verfügbarbis 65, nur Deutschland
Zukunftsvorsorge auf den Namen des Kindes4,25 Prozent, höchstens 162,22 Euro im Jahrmindestens zehn Jahre
Fondssparplan auf den Namen der Elternkeiner, 27,5 Prozent KESt auf Gewinnekeine
Sparbuch oder Sparkonto für das Kindkeinerkeine oder kurz
Familienbeihilfe ansparenFamilienbeihilfe selbst, nicht zweckgebundenkeine

Zukunftsvorsorge für ein Kind: geht, aber mit Hürden

Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge steht allen unbeschränkt Steuerpflichtigen offen, unabhängig von Alter und Einkommen. Ein Kind kann also Vertragspartner sein.

Damit die Prämie fließt, muss das Kind selbst Vertragspartner sein. Dafür brauchen Sie die Zustimmung beider Eltern und eine Genehmigung des Pflegschaftsgerichts. Fehlt sie, kann der Vertrag unwirksam sein, und das Zurückholen der Einzahlungen wird mühsam.

Die Prämie ist klein: Auf 300 Euro Einzahlung im Jahr gibt es 12,75 Euro. Nach zehn Jahren kann das Geld ausgezahlt werden, dann ist aber die Hälfte der Prämien zurückzuzahlen und auf die Erträge fallen 27,5 Prozent Steuer an.

Wann ein eigener Sparplan besser passt

Für die meisten Familien ist ein Fondssparplan auf den Namen eines Elternteils die einfachere Lösung. Er ist jederzeit verfügbar, Sie können ihn für Ausbildung, Führerschein oder die erste Wohnung verwenden oder später dem Kind schenken.

Gebunden bis zur Pension sollten Sie nur Geld anlegen, das Sie sicher nie vorher brauchen. Wer noch keine eigene Rücklage hat, legt sie zuerst an, bevor er für das Kind spart.

Schritt für Schritt

  1. Klären, ob Ihr Kind seinen Hauptwohnsitz in Österreich hat; dann gibt es keine Frühstart-Rente.
  2. Entscheiden, ob das Geld bis zur Pension gebunden sein soll oder für Ausbildung frei bleiben soll.
  3. Für freies Geld einen kostengünstigen Fondssparplan auf Ihren Namen wählen.
  4. Für eine Zukunftsvorsorge auf den Namen des Kindes vorher die Genehmigung des Pflegschaftsgerichts einholen.
  5. Eine feste Monatsrate festlegen, zum Beispiel einen Teil der Familienbeihilfe.

Checkliste

  • Keine Werbung für eine Frühstart-Rente in Österreich ernst genommen
  • Eigene Rücklage vorhanden, bevor Sie für das Kind sparen
  • Bei Verträgen auf den Namen des Kindes beide Eltern und Gericht eingebunden
  • Kosten des Sparplans geprüft
  • Zweck festgelegt: Pension oder Start ins Erwachsenenleben

Häufige Fehler

  • Einen Kindervertrag abschließen, weil er mit dem deutschen Begriff Frühstart-Rente beworben wird
  • Eine Zukunftsvorsorge für das Kind ohne gerichtliche Genehmigung unterschreiben
  • Viel Geld bis zur Pension binden, das später für Ausbildung fehlt
  • Erwarten, dass Österreich eine deutsche Förderung mitbezahlt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Bekommt mein Kind in Österreich die deutsche Frühstart-Rente?

Nein. Nach dem deutschen Entwurf zählt der Hauptwohnsitz des Kindes in Deutschland.

Plant Österreich etwas Ähnliches?

Ein Gesetzesvorhaben für ein staatliches Kinder-Vorsorgedepot ist uns Stand Oktober 2026 nicht bekannt.

Kann ich eine Zukunftsvorsorge für mein Kind abschließen?

Ja, aber das Kind muss Vertragspartner sein, beide Eltern müssen zustimmen und das Pflegschaftsgericht muss genehmigen.

Wie viel Prämie gibt es dafür?

2026 4,25 Prozent der Einzahlung, höchstens 162,22 Euro im Jahr. Auf 25 Euro im Monat sind es 12,75 Euro im Jahr.

Was ist die einfachste Lösung?

Ein Fondssparplan auf Ihren Namen. Er ist flexibel, dafür fällt auf Gewinne 27,5 Prozent KESt an.

Wird die Familienbeihilfe 2026 erhöht?

Nein, für 2026 und 2027 ist die jährliche Anpassung ausgesetzt.

Quellen

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