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Pensionsversicherung oder ETF-Sparplan: Was ist in Österreich besser?

Kurz gesagt

Für den reinen Vermögensaufbau liegt der ETF-Sparplan meist vorn: etwa 0,05 bis 0,50 Prozent Fondskosten gegen 4 Prozent Versicherungssteuer auf jede Prämie plus Vertragskosten. Dafür zahlen Sie im Depot 27,5 Prozent KESt ohne Freibetrag. Die Pensionsversicherung gewinnt, wenn Sie eine Zahlung wollen, die nie endet. Neue klassische Verträge garantieren seit Juli 2022 keinen Zins mehr.

Pensionsversicherung oder ETF-Sparplan: Was ist in Österreich besser?

Was es kostet

Öffentlich genannte Werte für Österreich, Stand September 2026.

BeispielRichtwert
Fondskosten breiter Aktien-ETFetwa 0,05 bis 0,50 Prozent im Jahr
Versicherungssteuer auf laufende Prämien4 Prozent, von 100 Euro werden rund 96,15 Euro veranlagt
Versicherungssteuer bei Einmalerlag unter der Mindestlaufzeit11 Prozent
KESt auf ETF-Erträge27,5 Prozent, kein Freibetrag
Garantiezins neuer klassischer Verträge0 Prozent seit 1. Juli 2022
Staatliche Prämie der Zukunftsvorsorge 20264,25 Prozent, höchstens 162,22 Euro im Jahr

Richtwerte, Stand September 2026. Steuerregeln und Prämie gelten für Österreich und können sich ändern. Die Vertragskosten im Beispiel sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis. Keine Anlage- oder Steuerberatung; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

100 Euro im Monat über 30 Jahre

Angenommen sind 5 Prozent Rendite vor Kosten. Im Depot 0,2 Prozent Kosten, im Vertrag 1,2 Prozent Kosten und 4 Prozent Versicherungssteuer.

Eingezahlt in 30 Jahren36.000 Euro
Depot vor Steuerrund 80.500 Euro
KESt auf rund 44.500 Euro Gewinnrund 12.200 Euro
Depot nach Steuerrund 68.300 Euro
Pensionsversicherung, ohne KEStrund 64.600 Euro

Das Depot liegt auch nach KESt rund 3.700 Euro vorn. Weil die KESt auf ausschüttungsgleiche Erträge schon laufend anfällt, wird der Abstand in Wirklichkeit etwas kleiner. Die Versicherung gewinnt erst über die lebenslange Pension, wenn Sie lange leben.

Kosten: wo der Unterschied entsteht

Ein breit gestreuter Aktien-ETF kostet etwa 0,05 bis 0,50 Prozent im Jahr. Viele Banken und Broker führen Sparpläne ohne oder mit geringer Ordergebühr.

In der fondsgebundenen Pensionsversicherung stecken dieselben Fondskosten. Dazu kommen Abschluss- und Verwaltungskosten des Vertrags und vorweg die Versicherungssteuer von 4 Prozent. Von einer Sparrate von 100 Euro werden daher nur rund 96 Euro angelegt.

Verlangen Sie die Gesamtkosten in Prozent pro Jahr aus dem Basisinformationsblatt. Nur diese Zahl macht Angebote vergleichbar.

PostenETF-SparplanFondsgebundene Pensionsversicherung
Fondskosten im Jahretwa 0,05 bis 0,50 Prozentetwa 0,05 bis 0,50 Prozent
Versicherungssteuerkeine4 Prozent jeder Prämie
VertragskostenkeineAbschluss und Verwaltung zusätzlich
Ausstieg in den ersten Jahrennur OrdergebührRückkaufswert oft unter den Einzahlungen
FondswechselVerkauf, KESt wird fälligim Vertrag ohne KESt

Steuer: KESt gegen Versicherungssteuer

Im Depot fallen 27,5 Prozent KESt an: auf Ausschüttungen, auf den Gewinn beim Verkauf und bei thesaurierenden Meldefonds jedes Jahr auf die ausschüttungsgleichen Erträge, auch ohne Verkauf. Einen Sparerfreibetrag wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht.

In der Pensionsversicherung mit laufender Prämie fällt auf die Erträge keine KESt an, auch nicht beim Fondswechsel. Der Preis dafür sind die 4 Prozent Versicherungssteuer, die sofort und auf jede Prämie abgehen, egal ob der Vertrag später Gewinn macht.

Wird die lebenslange Pension ausbezahlt, wird sie nach der Regel für Renten erst steuerpflichtig, wenn die Summe der Zahlungen die eingezahlten Prämien übersteigt. Wer sehr alt wird, zahlt also spät Steuer auf den Teil darüber.

ZeitpunktETF-SparplanPensionsversicherung
Beim Einzahlenkeine Steuer4 Prozent Versicherungssteuer
Während der LaufzeitKESt auf ausschüttungsgleiche Erträgekeine KESt
Beim Verkauf oder Fondswechsel27,5 Prozent auf den Gewinnkeine KESt
Bei Auszahlung als Pensionkein eigener VorteilSteuer erst, wenn die Renten die Prämien übersteigen

Lebenslange Pension gegen eigenen Entnahmeplan

Ein Entnahmeplan aus dem Depot bleibt flexibel und geht an die Erben, kann aber leer werden. Die Pensionsversicherung zahlt, solange Sie leben. Ohne vereinbarte Garantiezeit endet sie mit dem Tod.

Wie viel Pension aus dem Kapital wird, zeigt der Rentenfaktor. Achten Sie darauf, dass er bei Vertragsabschluss garantiert wird und nicht erst bei Pensionsbeginn nach den dann gültigen Tafeln festgelegt wird.

Wann der ETF-Sparplan die bessere Antwort ist

Wenn Sie Vermögen aufbauen und später selbst entscheiden wollen, wie viel Sie entnehmen. Wenn die Sparrate schwanken oder pausieren können soll. Wenn Sie das Geld vielleicht vor der Pension brauchen.

Auch wenn Sie vererben wollen, liegt das Depot vorn. Und wenn Ihnen ein garantierter Zins wichtig war: Den gibt es in neuen klassischen Verträgen ohnehin nicht mehr.

Wann die Pensionsversicherung die bessere Antwort ist

Wenn Sie eine Zahlung wollen, die auch mit 95 noch kommt, und sich im Alter nicht um Verkäufe kümmern möchten. Wenn Sie häufig umschichten würden und im Depot jedes Mal KESt zahlen müssten.

Voraussetzung: niedrige laufende Kosten, freie Wahl günstiger Fonds, ein garantierter Rentenfaktor und die Möglichkeit, die Prämie freizustellen. Fehlt davon etwas, ist der ETF-Sparplan die ehrlichere Wahl.

Viele fahren zweigleisig: eine schlanke Pensionsversicherung für den Grundbedarf, alles darüber im Depot. Vorher gehört eine Reserve von drei bis sechs Monatsausgaben auf das Sparkonto.

Schritt für Schritt

  1. Klären, ob Sie eine lebenslange Pension brauchen oder frei verfügbares Kapital.
  2. Gesamtkosten in Prozent aus dem Basisinformationsblatt mit der Kostenquote des ETF vergleichen.
  3. Die 4 Prozent Versicherungssteuer in die Rechnung aufnehmen.
  4. Prüfen, ob der Rentenfaktor garantiert ist.
  5. Prämie so wählen, dass Sie sie 20 Jahre und länger halten.
  6. Bei einem ETF auf Meldefonds achten, sonst droht eine pauschale Besteuerung.

Checkliste

  • Gesamtkosten des Vertrags pro Jahr schriftlich
  • Garantierter Rentenfaktor, nicht nur der heutige
  • Freie Wahl günstiger Fonds im Vertrag
  • Prämienfreistellung und Zuzahlung möglich
  • ETF ist Meldefonds
  • Reserve von drei bis sechs Monatsausgaben außerhalb

Häufige Fehler

  • Die Versicherungssteuer übersehen, weil sie im Angebot nicht als Kosten ausgewiesen ist
  • Deutsche Zahlen wie den Sparerfreibetrag auf Österreich übertragen
  • Eine Pensionsversicherung als Geldanlage kaufen, obwohl keine lebenslange Zahlung gewünscht ist
  • Einen ETF kaufen, der kein Meldefonds ist

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was ist in Österreich besser, ETF-Sparplan oder Pensionsversicherung?

Für den Vermögensaufbau meist der ETF-Sparplan, weil er weniger kostet. Für eine Zahlung, die nie endet, die Pensionsversicherung. Beides nebeneinander ist oft die vernünftigste Lösung.

Gibt es einen Freibetrag für ETF-Gewinne?

Nein. In Österreich fällt die KESt von 27,5 Prozent ab dem ersten Euro an.

Muss ich beim thesaurierenden ETF jedes Jahr Steuer zahlen?

Ja, auf die ausschüttungsgleichen Erträge. Bei österreichischen Depots zieht die Bank die KESt meist automatisch ab, bei ausländischen Brokern müssen Sie sie selbst erklären.

Garantiert eine neue Pensionsversicherung noch einen Zins?

Klassische Verträge, die nach dem 30. Juni 2022 abgeschlossen wurden, garantieren 0 Prozent. Dazu kommt eine nicht garantierte Gewinnbeteiligung.

Ist die Zukunftsvorsorge eine Alternative?

Sie bringt 2026 bis zu 162,22 Euro Prämie im Jahr, bindet Sie aber an enge Anlageregeln und Fristen. Als alleiniger Baustein reicht sie selten.

Was passiert mit dem Geld, wenn ich sterbe?

Das Depot geht vollständig an die Erben. Bei der Pensionsversicherung nur, was vereinbart ist, etwa eine Garantiezeit oder eine Leistung vor Pensionsbeginn.

Quellen

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