Alles zur Versicherung: Private Pensionsvorsorge
Brauche ich in Österreich überhaupt eine private Pensionsvorsorge?
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Kurz gesagt
Eine fondsgebundene Lebensversicherung lohnt sich in Österreich meist erst bei sehr langer Laufzeit und niedrigen Kosten. Statt 27,5 Prozent KESt zahlen Sie 4 Prozent Versicherungssteuer auf jede Prämie, die Erträge in der Polizze bleiben bei laufender Prämie steuerfrei. Diesen Vorteil fressen Verwaltungs- und Fondskosten bei Laufzeiten unter 15 bis 20 Jahren meist wieder auf.
Steuerwerte und Kostenangaben aus Gesetz, BMF und Verbraucherinformationen für Österreich, Stand Oktober 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Versicherungssteuer auf laufende Prämien | 4 Prozent |
| KESt auf Erträge im Depot | 27,5 Prozent |
| Rückkauf eines Einmalerlags vor 15 Jahren, ab 50 vor 10 Jahren | 7 Prozent Nachversteuerung, zusammen 11 Prozent |
| Laufende Kosten eines Welt-Aktien-ETF | etwa 0,05 bis 0,50 Prozent im Jahr |
| Effektive Gesamtverzinsung klassischer Pensionsversicherungen laut AK-Erhebung | 1,24 bis 2,60 Prozent, im Schnitt 1,87 Prozent |
Steuerwerte sind gesetzlich festgelegt.
Die Mantelkosten Ihrer Polizze stehen im Basisinformationsblatt.
Dass sich die Polizze meist erst ab 15 bis 20 Jahren rechnet,
ist eine Einschätzung aus veröffentlichten Vergleichsrechnungen und hängt von den Kosten ab.
Rechenbeispiel
Vereinfachte Modellrechnung mit angenommenen 5 Prozent Fondsrendite vor Kosten. Eingezahlt werden 36.000 Euro.
| Polizze: veranlagt nach 4 Prozent Versicherungssteuer | 96,15 Euro im Monat |
| Polizze mit 1 Prozent Mantelkosten, steuerfrei | rund 66.700 Euro |
| Polizze mit 1,5 Prozent Mantelkosten | rund 61.100 Euro |
| ETF mit 0,2 Prozent Kosten, nach 27,5 Prozent KESt am Ende | rund 68.100 Euro |
Schon bei 1 Prozent Mantelkosten liegt das Depot in diesem Modell knapp vorn, bei höheren Kosten deutlich. Die Polizze gewinnt erst mit sehr niedrigen Kosten oder wenn Sie die lebenslange Pension wirklich wollen.
Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung fließt Ihre Prämie nach Abzug von Versicherungssteuer und Kosten in Investmentfonds. Eine Garantie gibt es in der Regel nicht: Fallen die Kurse, fällt auch Ihr Guthaben.
Der Vertrag zahlt am Ende Kapital oder eine Pension. Wie viel Pension aus dem Guthaben wird, regeln die Rechnungsgrundlagen im Vertrag. Lesen Sie, ob der Versicherer diese später ändern darf.
Im Depot zahlen Sie 27,5 Prozent KESt auf Gewinne und Erträge, einen Freibetrag gibt es nicht. In der Polizze zahlen Sie 4 Prozent Versicherungssteuer gleich auf jede Prämie, dafür bleiben die Erträge bei laufender Prämie steuerfrei.
Der Steuervorteil ist echt, aber er kommt erst über die Jahre zum Tragen. Die Kosten der Polizze laufen dagegen von Anfang an. Je kürzer die Laufzeit, desto eher gewinnt das Depot.
| Punkt | Fondsgebundene Lebensversicherung | ETF-Sparplan im Depot |
|---|---|---|
| Steuer beim Einzahlen | 4 Prozent Versicherungssteuer | keine |
| Steuer auf Erträge | keine bei laufender Prämie | 27,5 Prozent KESt |
| Laufende Kosten | Verwaltung, Abschluss, Fonds | Fondskosten, oft 0,05 bis 0,50 Prozent |
| Zugriff vor Ablauf | nur über Rückkauf mit Kosten | jederzeit |
| Lebenslange Pension | möglich | nicht vorgesehen |
Wer einmalig einzahlt, muss eine Mindestlaufzeit einhalten: 15 Jahre bei Verträgen seit März 2014, 10 Jahre, wenn Versicherungsnehmer und versicherte Personen bei Abschluss mindestens 50 waren. Wird vorher rückgekauft, unterliegt der Ertrag der Einkommensteuer, und es fallen weitere 7 Prozent Versicherungssteuer an, zusammen 11 Prozent.
Bei laufender Prämie gilt diese Regel nicht in derselben Form. Senken oder stellen Sie die Prämie in den ersten Jahren aber stark um, kann ebenfalls eine Nachversteuerung drohen. Fragen Sie vorher schriftlich nach.
Sinnvoll kann sie sein, wenn Sie 20 Jahre und länger sparen, die Polizze geringe Kosten hat, etwa als provisionsfreie Nettopolizze, und Sie im Alter eine lebenslange Pension wollen.
Eher nicht, wenn Sie das Geld vielleicht früher brauchen, die Kostenaufstellung undurchsichtig ist oder Sie Risikoschutz und Sparen in einem teuren Vertrag mischen würden. Dann sind eine günstige Ablebensversicherung und ein eigener ETF-Sparplan getrennt meist besser.
Bei einem Rückkauf im ersten Jahr dürfen die einmaligen Abschlusskosten nicht angerechnet werden, bis zum fünften Jahr nur anteilig. Trotzdem kostet ein früher Ausstieg meist Geld. Prüfen Sie Fondswechsel, niedrigere Prämie oder Prämienfreistellung.
Wurden Sie bei Abschluss über Ihr Rücktrittsrecht gar nicht oder grob fehlerhaft belehrt, ist unter Umständen noch Jahre später ein Spätrücktritt möglich. Die Arbeiterkammer prüft das.
Fragen und Antworten
Bei laufender Prämie fällt auf die Erträge keine Einkommensteuer an.
Dafür zahlen Sie 4 Prozent Versicherungssteuer auf jede Prämie.
In der Regel nicht.
Das Veranlagungsrisiko liegt bei Ihnen, am Ende kann weniger herauskommen als eingezahlt.
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Sie zahlen die Beratung gesondert, die Kosten im Vertrag sind niedriger.
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