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Gibt es das Altersvorsorgedepot auch in Österreich?

Kurz gesagt

Nein. Das Altersvorsorgedepot ist ein deutsches Gesetz, das ab 1. Jänner 2027 gilt, mit bis zu 540 Euro Zulage im Jahr. In Österreich wird ein Vorsorgedepot seit Jahren diskutiert, beschlossen ist es nicht. Auch hier gibt es als Gegenstück die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge: 2026 legt der Staat 4,25 Prozent auf Einzahlungen bis 3.817,04 Euro drauf, höchstens 162,22 Euro.

Gibt es das Altersvorsorgedepot auch in Österreich?

Was es kostet

Gesetzliche Werte für 2026 in Österreich und für das deutsche Altersvorsorgedepot ab 2027.

BeispielRichtwert
Zukunftsvorsorge, Prämie 20264,25 Prozent der Einzahlung
Zukunftsvorsorge, höchste begünstigte Einzahlung 20263.817,04 Euro
Zukunftsvorsorge, höchste Prämie 2026162,22 Euro
Altersvorsorgedepot Deutschland, höchste Grundzulage540 Euro im Jahr
Altersvorsorgedepot Deutschland, Kostendeckel Standarddepothöchstens 1 Prozent im Jahr

Werte laut Wirtschaftskammer und deutschem Gesetz, Stand Oktober 2026.

Zum österreichischen Vorsorgedepot gibt es keine beschlossenen Zahlen, deshalb nennen wir keine.

Rechenbeispiel

Angestellte in Graz, 35, zahlt 3.817,04 Euro im Jahr ein

So viel bringt die Zukunftsvorsorge 2026 im besten Fall, verglichen mit dem deutschen Depot.

Einzahlung im Jahr3.817,04 Euro
Prämie in Österreich, 4,25 Prozent162,22 Euro
Zum Vergleich in Deutschland, 1.800 Euro Eigenbeitrag540 Euro Zulage
Förderquote Österreichrund 4 Prozent

Die österreichische Förderung ist deutlich kleiner. Ob sich der Vertrag lohnt, hängt vor allem an Kosten und Anlage, weniger an der Prämie.

Was das deutsche Altersvorsorgedepot ist

Deutschland ersetzt mit dem Altersvorsorgereformgesetz die Riester-Rente. Ab 1. Jänner 2027 gibt es dort ein gefördertes Wertpapierdepot ohne Pflichtgarantie. Der Staat zahlt 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag und 25 Prozent bis 1.800 Euro, höchstens 540 Euro im Jahr, dazu bis 300 Euro je Kind.

Gefördert wird nach deutschem Recht. Wer in Österreich wohnt, arbeitet und versichert ist, kann es nicht nutzen. Wer in Deutschland arbeitet und dort versichert ist, klärt seinen Anspruch mit der deutschen Zulagenstelle.

Der Stand in Österreich

Ein Vorsorgedepot nach deutschem Vorbild, etwa mit steuerfreien Kursgewinnen nach einer Behaltefrist, wird in Österreich seit Jahren politisch diskutiert. Die Regierungsparteien sind sich darüber nicht einig, ein Gesetz gibt es bis Oktober 2026 nicht.

Rechnen Sie also nicht mit einer Förderung, die noch nicht beschlossen ist. Wer heute vorsorgen will, nutzt die Wege, die es in Österreich schon gibt.

Österreichs Gegenstück: die Zukunftsvorsorge

Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge ist das nächste staatlich geförderte Produkt. 2026 beträgt die Prämie 4,25 Prozent. Begünstigt sind Einzahlungen bis 3.817,04 Euro, die höchste Prämie liegt bei 162,22 Euro im Jahr.

Die Bindung beträgt mindestens zehn Jahre. Wer sich das Geld dann bar auszahlen lässt, statt eine Pension zu wählen, muss die Hälfte der Prämie zurückzahlen, und die bis dahin steuerfreien Erträge werden mit 27,5 Prozent nachversteuert. Die Förderung gibt es nur, solange Sie keine gesetzliche Alterspension beziehen.

MerkmalAltersvorsorgedepot DeutschlandZukunftsvorsorge Österreich
Förderungbis 540 Euro, plus bis 300 Euro je Kind4,25 Prozent, höchstens 162,22 Euro
Gilt ab1. Jänner 2027seit Jahren, laufend
Aktienfrei wählbar, keine Pflichtgarantievorgeschriebene Mindest- und Höchstquote
BindungAuszahlung frühestens mit 65mindestens zehn Jahre
Kinderförderungjanein

Wann die Zukunftsvorsorge wenig bringt

162 Euro Prämie im Jahr sind überschaubar, die Kosten mancher Verträge zehren einen Teil davon auf. Für jüngere Menschen mit langem Horizont ist ein eigener Fondssparplan oft flexibler, auch wenn er keine Prämie bekommt.

Die Zukunftsvorsorge passt eher, wenn Sie die Prämie voll ausschöpfen, die Kosten niedrig sind und Sie das Geld später als Pension beziehen wollen.

Was Österreicher in Deutschland wissen sollten

Wenn Sie in Deutschland arbeiten und dort rentenversichert oder steuerpflichtig sind, kann das Altersvorsorgedepot ab 2027 für Sie interessant sein. Klären Sie vor dem Abschluss, ob Sie zulageberechtigt sind und was bei einem späteren Umzug zurück nach Österreich mit der Förderung passiert.

Ziehen Sie mit einem laufenden Vertrag weg, kann die Förderung in Gefahr sein. Holen Sie dazu eine schriftliche Auskunft ein, bevor Sie viel Geld einzahlen.

Schritt für Schritt

  1. Klären, wo Sie versichert und steuerpflichtig sind: Österreich oder Deutschland.
  2. Bei Wohnsitz und Arbeit in Österreich: Zukunftsvorsorge und Fondssparplan vergleichen.
  3. Kosten des Vertrags genau ansehen, die Prämie ist klein.
  4. Bei Arbeit in Deutschland: Zulageberechtigung für das Altersvorsorgedepot prüfen.
  5. Politische Ankündigungen erst einplanen, wenn ein Gesetz beschlossen ist.

Checkliste

  • Land der Versicherungspflicht geklärt
  • Prämie 2026 und Höchstbetrag bekannt
  • Effektivkosten des Vertrags bekannt
  • Bindung von zehn Jahren passt zu Ihren Plänen
  • Keine Entscheidung auf Basis eines nicht beschlossenen Vorsorgedepots

Häufige Fehler

  • Deutsche Zulagen für Österreich einplanen
  • Nur auf die Prämie schauen und hohe Kosten übersehen
  • Die Zukunftsvorsorge nach zehn Jahren bar auszahlen lassen, ohne die Rückzahlung der halben Prämie einzurechnen
  • Auf ein österreichisches Vorsorgedepot warten und gar nicht vorsorgen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich das deutsche Altersvorsorgedepot von Österreich aus abschließen?

Gefördert wird nach deutschem Recht.

Wer in Österreich lebt, arbeitet und versichert ist, bekommt keine Zulage.

Kommt ein Vorsorgedepot in Österreich?

Es wird diskutiert, ein Gesetz gibt es bis Oktober 2026 nicht.

Ob und wann es kommt, ist offen.

Wie hoch ist die Prämie der Zukunftsvorsorge 2026?

4,25 Prozent auf Einzahlungen bis 3.817,04 Euro, also höchstens 162,22 Euro im Jahr.

Was passiert, wenn ich die Zukunftsvorsorge auszahlen lasse?

Frühestens nach zehn Jahren.

Bei Barauszahlung ist die Hälfte der Prämie zurückzuzahlen,

und die Erträge werden mit 27,5 Prozent nachversteuert.

Gibt es in Österreich eine Förderung für Kinder wie in Deutschland?

Eine eigene Kinderzulage wie beim deutschen Altersvorsorgedepot gibt es bei der Zukunftsvorsorge

nicht.

Quellen

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