Alles zur Versicherung: Berufsunfähigkeit
Bekomme ich eine Pension, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann?
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Kurz gesagt
Wie beantrage ich die Berufsunfähigkeitspension in Österreich? Sie stellen den Antrag beim Pensionsversicherungsträger, online mit ID Austria, mit Formular oder formlos. Danach folgen ärztliche Begutachtung und Bescheid. 2025 endeten rund 74 Prozent der Entscheidungen über Invaliditätspensionen mit einer Ablehnung. Gegen einen Bescheid klagen Sie binnen drei Monaten beim Arbeits- und Sozialgericht.
Zahlen der Sozialversicherung und des Sozialministeriums, die beim Antrag eine Rolle spielen.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Ablehnungsquote Invaliditätspension 2025 | 73,8 Prozent der Entscheidungen |
| Ablehnungsquote 2010 zum Vergleich | 58,8 Prozent |
| Rehabilitationsgeld mindestens, 2026 | 1.308,39 Euro im Monat, Ausgleichszulagenrichtsatz |
| Befristete Pension, Jahrgänge vor 1964 | höchstens 2 Jahre, Verlängerung binnen 3 Monaten ohne Lücke |
| Frist für die Klage | 3 Monate ab Zustellung des Bescheids |
Stand Oktober 2026.
Die Ablehnungsquoten stammen aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung und geben den Anteil
der Ablehnungen an allen Entscheidungen über Invaliditätspensionen an.
Der Richtsatz gilt 2026 für Alleinstehende.
Dass private Tarife meist 50 Prozent Einschränkung über sechs Monate verlangen,
ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis; maßgeblich ist Ihre Polizze.
Ihren Vertrag sehen wir gern mit Ihnen an.
Rechenbeispiel
Sie ist seit acht Monaten im Krankenstand, die Ärzte sehen keine baldige Besserung. Sie stellt im März formlos den Antrag bei der PVA und reicht Formular und Befunde nach. Sie hat zusätzlich eine private BU mit 1.200 Euro Rente.
| Antrag im März | Stichtag 1. April, frühere Monate gibt es nicht |
| Einschränkung voraussichtlich vorübergehend | Rehabilitationsgeld, mindestens 1.308,39 Euro |
| Bescheid negativ | Klage binnen 3 Monaten beim Arbeits- und Sozialgericht |
| Private BU getrennt gemeldet | 1.200 Euro im Monat, wenn ihre Bedingungen erfüllt sind |
| Prüfung dauert länger als einen Monat | Abschlagszahlung beim Versicherer verlangen |
Sie stellt beide Anträge sofort und unabhängig voneinander. Der staatliche Weg sichert ein Grundeinkommen, die private BU zahlt nach eigenen Regeln oft auch dann, wenn die PVA ablehnt.
Bei Angestellten heißt die Leistung Berufsunfähigkeitspension, bei Arbeitern Invaliditätspension, bei Selbständigen und Bauern Erwerbsunfähigkeitspension. Der Antrag läuft immer über Ihren Pensionsversicherungsträger.
Berufsunfähig sind Sie, wenn Ihre Arbeitsfähigkeit auf weniger als die Hälfte eines gesunden Versicherten mit vergleichbarer Ausbildung gesunken ist. Mit Berufsschutz, also mindestens 90 Pflichtversicherungsmonaten als Angestellter oder in einem erlernten Beruf in den letzten 15 Jahren, prüft die PVA nur Ihre Berufsgruppe und nicht jeden beliebigen Job.
Stellen Sie den Antrag, sobald klar ist, dass es länger dauert. Maßgeblich ist der Stichtag: der Tag des Antrags, wenn er auf einen Monatsersten fällt, sonst der folgende Monatserste. Ein formloser Brief genügt, um diesen Tag zu sichern, das Formular reichen Sie nach.
Legen Sie alle vorhandenen ärztlichen Befunde und Gutachten bei. Die PVA lädt Sie dann zur Untersuchung, bei Jahrgängen ab 1964 im Kompetenzzentrum Begutachtung. Am Ende steht ein Bescheid.
| Unterlage | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Antragsformular | Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspension, bei Selbständigen Erwerbsunfähigkeitspension |
| Befunde und Gutachten | möglichst aktuell, mit Diagnose, Verlauf und Prognose |
| Beschreibung der Tätigkeit | was Sie zuletzt gearbeitet haben, mit Belastungen wie Heben, Stehen, Bildschirm |
| Ausbildungsnachweise | Lehrabschluss, Zeugnisse, wichtig für den Berufsschutz |
| Weitere Unterlagen | auf Anfrage der PVA, etwa Spitalsberichte oder Reha-Entlassungsbriefe |
Wer ab dem 1. Jänner 1964 geboren ist, bekommt die Berufsunfähigkeitspension nur bei dauerhafter Einschränkung. Ist die Einschränkung voraussichtlich nur vorübergehend, aber länger als sechs Monate, gibt es Rehabilitationsgeld von der ÖGK in Höhe des Krankengeldes, mindestens in Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes von 1.308,39 Euro im Jahr 2026.
Dazu gehören regelmäßige Begutachtungen, spätestens nach einem Jahr wird neu geprüft. Ist eine Umschulung zumutbar, zahlt stattdessen das AMS Umschulungsgeld.
Gegen den Bescheid können Sie innerhalb von drei Monaten ab Zustellung beim Arbeits- und Sozialgericht klagen. Das Gericht holt eigene Gutachten ein, die Ihre Krankheit oft anders bewerten als die PVA.
Holen Sie früh Rat, etwa bei der Arbeiterkammer, Ihrer Gewerkschaft oder einer Behindertenvertretung. Weil 2025 fast drei von vier Entscheidungen über Invaliditätspensionen ablehnend waren, ist ein negativer Bescheid kein Einzelfall.
Haben Sie eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, melden Sie den Fall dort getrennt. Der private Vertrag hat eigene Regeln, meist 50 Prozent Einschränkung im zuletzt ausgeübten Beruf über sechs Monate, und ist nicht an den Bescheid der PVA gebunden.
Nach § 11 Versicherungsvertragsgesetz können Sie eine Abschlagszahlung verlangen, wenn die Prüfung einen Monat nach der Meldung nicht abgeschlossen ist. Haben Sie zwei Monate nach der Meldung nichts gehört, können Sie eine Begründung verlangen, warum die Erhebungen noch laufen.
Sind Sie nur einige Wochen krank und die Ärzte erwarten eine Genesung, bleibt es beim Krankenstand und Krankengeld. Ein Antrag ohne klare Prognose wird fast sicher abgelehnt.
Dauert es länger oder ist der Verlauf unklar, stellen Sie den Antrag trotzdem. Ein zu später Antrag kostet Monate, die nicht nachgezahlt werden.
Fragen und Antworten
Nein, frühestens ab dem Stichtag, also dem Monatsersten nach dem Antrag.
Deshalb lohnt es sich, den Antrag früh und notfalls formlos zu stellen.
Die Pension beginnt grundsätzlich erst, wenn die Tätigkeit beendet ist,
die zur Berufsunfähigkeit geführt hat.
Bei Pflegegeld ab Stufe 3 darf sie weitergeführt werden.
Fragen Sie vor der Klage bei der Arbeiterkammer oder Ihrer Interessenvertretung nach.
Dort erfahren Sie, welche Kosten in Ihrem Fall anfallen können und ob Sie vor Gericht vertreten
werden.
Rehabilitationsgeld gibt es ab Jahrgang 1964 bei vorübergehender Einschränkung,
die Pension nur bei dauerhafter.
Der Antrag auf Pension gilt vorrangig als Antrag auf Leistungen der Rehabilitation.
Oft ja, weil sie nach eigenen Bedingungen prüft und meist den zuletzt ausgeübten Beruf zugrunde
legt.
Lesen Sie Ihre Polizze.
Eine feste Frist nennt die Behörde nicht.
Rechnen Sie mit mehreren Monaten bis zum Bescheid und bei einer Klage mit deutlich mehr.
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