Alles zur Versicherung: Bestattungsvorsorge
Brauche ich eine Bestattungsvorsorge?
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Kurz gesagt
Ja, wenn Sie in der Sterbeversicherung als Bezugsberechtigter eingetragen sind; das Geld gehört dann nicht zur Verlassenschaft. Lautet das Bezugsrecht auf die Erben, sagt § 167 Absatz 2 VersVG ausdrücklich, dass eine Ausschlagung der Erbschaft keinen Einfluss hat. Ohne Bezugsrecht fällt das Sterbegeld in die Verlassenschaft und ist mit der Ausschlagung für Sie verloren.
Richtwerte aus veröffentlichten Tarifbeispielen für Österreich, inklusive Versicherungssteuer.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Sterbeversicherung, 60 Jahre, 5.000 bis 10.000 Euro | etwa 27 bis 53 Euro im Monat |
| Sterbeversicherung, 70 Jahre, 7.500 Euro | etwa 60 Euro im Monat |
| Bestattung selbst | rund 4.000 bis 6.000 Euro |
| Begräbnis mit Grab, Stein und Pflege | schnell 7.000 bis 13.000 Euro |
Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Tarifbeispielen und Preislisten.
Die Beträge im Rechenbeispiel sind Richtwert aus der Angebotspraxis.
Rechenbeispiel
Die Mutter hinterlässt 18.000 Euro Schulden. Ihre Sterbeversicherung über 7.500 Euro nennt den Sohn als Bezugsberechtigten.
| Schulden der Verlassenschaft | 18.000 Euro |
| Ausschlagung durch den Sohn | keine Haftung für die Schulden |
| Sterbegeld an den Sohn | 7.500 Euro |
| Begräbnis, vom Sohn bezahlt | etwa 5.000 Euro |
Der Sohn bekommt das Sterbegeld trotz Ausschlagung und kann damit das Begräbnis bezahlen. Ohne Bezugsrecht wären die 7.500 Euro in der Verlassenschaft geblieben.
Eine Sterbeversicherung ist eine Kapitalversicherung auf den Todesfall. Ist ein Dritter als bezugsberechtigt bezeichnet, erwirbt er das Recht auf die Leistung mit dem Versicherungsfall, § 166 Absatz 2 VersVG. Das Sterbegeld geht direkt an ihn und gehört nicht zur Verlassenschaft.
Ist die Zahlung an die Erben ohne nähere Bestimmung vereinbart, sind im Zweifel die zur Zeit des Todes berufenen Erben nach ihren Erbteilen bezugsberechtigt. Eine Ausschlagung der Erbschaft hat auf diese Berechtigung keinen Einfluss, § 167 Absatz 2 VersVG. Fehlt jedes Bezugsrecht, steht die Leistung dem Versicherungsnehmer zu, also seiner Verlassenschaft.
| Eintrag in der Polizze | Sterbegeld nach Ausschlagung |
|---|---|
| Sie namentlich bezugsberechtigt | Sie bekommen es |
| Die Erben bezugsberechtigt | Sie bekommen Ihren Anteil trotzdem |
| Kein Bezugsrecht | fällt in die Verlassenschaft |
| Staat als Erbe | kein Bezugsrecht nach § 167 Absatz 3 VersVG |
Die Ausschlagung ist in § 805 ABGB geregelt. Sie wird meist erklärt, wenn die Verlassenschaft überschuldet ist. Ausschlagung und Erbantrittserklärung lassen sich nach § 806 ABGB nicht widerrufen. Überlegen Sie deshalb in Ruhe und lassen Sie sich im Verlassenschaftsverfahren vom Notar die Folgen erklären.
Ein Sterbegeld mit Bezugsrecht bleibt Ihnen in diesem Fall erhalten, die Gläubiger der Verlassenschaft kommen nicht daran.
Nach § 549 ABGB gehören die Kosten für ein ortsübliches, den Lebensverhältnissen und dem Vermögen angemessenes Begräbnis zu den Lasten der Verlassenschaft. Weil das Verfahren dauert, legen meist die Angehörigen zuerst aus.
Mit dem Sterbegeld aus der eigenen Bezugsberechtigung können Sie das Begräbnis bezahlen, ohne die Erbschaft anzutreten. Ist niemand da, der zahlen kann, sorgt die Gemeinde für eine einfache Bestattung.
Fragen Sie beim Versicherer nach, wer in der Polizze bezugsberechtigt ist, und melden Sie den Todesfall unverzüglich. Mit dieser Auskunft wissen Sie, ob das Sterbegeld bei Ihnen bleibt, bevor Sie sich im Verlassenschaftsverfahren festlegen.
Ist die Verlassenschaft nicht überschuldet, gibt es keinen Grund auszuschlagen. Dann bekommen Sie das Sterbegeld als Bezugsberechtigter oder über die Verlassenschaft.
Fragen und Antworten
Ja, wenn Sie bezugsberechtigt sind oder das Bezugsrecht auf die Erben lautet.
§ 167 Absatz 2 VersVG stellt klar, dass die Ausschlagung keinen Einfluss hat.
Dann gehört das Sterbegeld zur Verlassenschaft.
Wer ausschlägt, bekommt es nicht.
Nein, nach § 806 ABGB lässt sie sich nicht widerrufen.
Sie sind eine Last der Verlassenschaft.
Praktisch legen die Angehörigen oft aus und verwenden dafür das Sterbegeld.
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