Alles zur Versicherung: Berufsunfähigkeit
Bekomme ich eine Pension, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann?
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Kurz gesagt
Ja. Die private BU-Versicherung zahlt in Österreich auch, wenn Sie schon Krankengeld von der Gesundheitskasse bekommen. Eine private Rente ist kein Entgelt und lässt das Krankengeld nicht ruhen. Entscheidend ist, ob Sie Ihren Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu 50 Prozent nicht ausüben können. Krankengeld gibt es meist bis 52 Wochen.
Was in Österreich bei langer Krankheit nebeneinander fließen kann und was eine private BU kostet.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Krankengeld der Gesundheitskasse | ab dem 4. Tag 50 Prozent, ab dem 43. Tag 60 Prozent der Bemessungsgrundlage |
| Unterstützungsleistung der SVS für Selbständige, 2026 | 40,04 Euro am Tag, höchstens 20 Wochen |
| Private BU, Büroberuf, 1.500 Euro Rente | meist etwa 50 bis 85 Euro im Monat |
| Private BU, Elektriker, 43 Jahre, 3.000 Euro Rente | ab etwa 240 Euro im Monat |
Stand Oktober 2026.
Krankengeld nach ASVG, Werte der SVS und der WKO für 2026,
Prämien aus öffentlich genannten Tarifbeispielen.
Wie lange ein Tarif eine Einschränkung als Berufsunfähigkeit gelten lässt und ob er Leistungen
anrechnet, regelt jede Polizze selbst;
die sechs Monate sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Rechenbeispiel
Krankenstand ab Jänner, nach der Operation ist klar: Heben und Nachtdienste gehen auf längere Zeit nicht. Sie meldet die Berufsunfähigkeit im Juni.
| Jänner bis Ende Februar | volles Entgelt vom Dienstgeber |
| danach vier Wochen | halbes Entgelt, das Krankengeld ruht zur Hälfte |
| ab Ende März | volles Krankengeld der Gesundheitskasse |
| Berufsunfähigkeit laut Befund ab März | BU-Rente nach den Bedingungen ihrer Polizze |
| Anrechnung des Krankengeldes | keine, wenn die Polizze nichts anderes regelt |
Ab Anerkennung erhält sie Krankengeld und BU-Rente nebeneinander. Endet das Krankengeld, läuft die BU weiter, solange die Berufsunfähigkeit besteht.
Das Krankengeld der Gesundheitskasse ruht nach § 143 ASVG vor allem, solange Ihnen der Dienstgeber mehr als die Hälfte des Entgelts weiterzahlt, und bei bestimmten anderen Leistungen wie dem Übergangsgeld. Eine Rente aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist kein Entgelt.
Die private BU wiederum zahlt nach ihren Bedingungen, unabhängig davon, ob die Gesundheitskasse leistet. Eine Anrechnung des Krankengeldes ist in Österreich unüblich; prüfen Sie aber Ihre Polizze, denn die Bedingungen sind hier die einzige Rechtsgrundlage.
Für das Krankengeld reicht die Krankmeldung. Die BU-Versicherung prüft, ob Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Das muss ärztlich belegt sein.
Viele Tarife lassen auch eine schon eingetretene lange Einschränkung gelten: Waren Sie eine bestimmte Zeit ununterbrochen zu mindestens 50 Prozent außerstande, gilt das als Berufsunfähigkeit. Ein langer Krankenstand ist daher oft der richtige Moment, die BU zu informieren.
Zuerst zahlt der Dienstgeber das Entgelt weiter, je nach Dienstjahren 6 bis 12 Wochen voll. Danach kommt das Krankengeld der Gesundheitskasse, meist bis 52 Wochen. Ist eine Rückkehr in den Beruf auf längere Zeit nicht absehbar, folgt für ab 1964 Geborene meist das Rehabilitationsgeld statt einer befristeten Pension.
Die private BU steht neben all dem. Sie ersetzt keine der staatlichen Leistungen, sie kommt dazu, sobald die Bedingungen erfüllt sind.
| Phase | Wer zahlt | Wie lange |
|---|---|---|
| Beginn des Krankenstands | Dienstgeber, Entgeltfortzahlung | 6 bis 12 Wochen voll, je nach Dienstjahren |
| danach | Gesundheitskasse, Krankengeld | meist bis 52 Wochen, nach Satzung bis 78 |
| ab Eintritt der Berufsunfähigkeit | private BU, zusätzlich | bis zum vereinbarten Leistungsende |
| bei längerer Invalidität, ab Jahrgang 1964 | Rehabilitationsgeld oder Pension, dazu die private BU | solange die Voraussetzungen bestehen |
Selbständige bekommen von der SVS ohne Zusatzversicherung erst bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 42 Tagen eine Unterstützungsleistung, dann rückwirkend ab dem 4. Tag, 2026 rund 40 Euro am Tag. Das ersetzt kein Einkommen.
Für Selbständige ist die private BU deshalb noch wichtiger. Sie läuft neben der Unterstützungsleistung und einem privaten Krankengeld, wenn der Vertrag nichts anderes vorsieht.
Bei einer Grippe, einer kurzen Operation oder einem Krankenstand von wenigen Wochen lohnt die Meldung bei der BU nicht. Die Prüfung ist aufwendig und verlangt ausführliche Befunde.
Sobald aber absehbar ist, dass Sie Ihren Beruf über Monate höchstens zur Hälfte schaffen, sollten Sie neben dem Krankengeld die Meldung vorbereiten. Die Meldefrist steht in Ihren Bedingungen.
Fragen und Antworten
Nein.
Das Krankengeld ruht vor allem, wenn der Dienstgeber Entgelt weiterzahlt.
Eine private Rente ist kein Entgelt.
26 Wochen, mit ausreichender Vorversicherung bis 52 Wochen, nach Satzung der Kasse bis 78 Wochen.
Nein, weder staatlich noch privat.
Die BU prüft die Prognose für Ihren konkreten Beruf,
die Pensionsversicherung prüft Invalidität oder Berufsunfähigkeit nach dem ASVG.
Ja, wenn die Bedingungen erfüllt sind.
Das Rehabilitationsgeld ist eine staatliche Leistung, die private BU kommt dazu.
Ohne Zusatzversicherung gibt es erst ab dem 43.
Tag eine Unterstützungsleistung, rückwirkend ab dem 4.
Tag.
Die private BU läuft unabhängig davon.
In der Regel ja.
Viele Tarife erstatten sie bei Anerkennung oder stunden auf Antrag;
steht das nicht in der Polizze, fragen Sie nach.
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