Alles zur Versicherung: Private Krankenversicherung
Brauche ich in Österreich eine private Krankenversicherung?
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Kurz gesagt
Zahlt der Arbeitgeber in Österreich etwas zur privaten Krankenversicherung? Verpflichtet ist er nicht, anders als in Deutschland. Zahlt er freiwillig, etwa über einen Gruppenvertrag, sind bis 300 Euro im Jahr je Mitarbeiter als Zukunftssicherung steuerfrei, also 25 Euro im Monat. Was darüber liegt, ist für Sie ein steuerpflichtiger Sachbezug.
Steuerliche Grenzen und Prämien rund um die private Krankenversicherung über den Arbeitgeber in Österreich, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Steuerfreie Zukunftssicherung je Arbeitnehmer | bis 300 Euro im Jahr, 25 Euro im Monat |
| Sonderklasse, gesunde Person um 30 | ab etwa 80 Euro im Monat |
| Wahlarzt und Sonderklasse, 30 Jahre | etwa 70 bis 190 Euro im Monat |
| Frist für die Fortsetzung nach dem Ausscheiden | 1 Monat |
Prämien aus veröffentlichten Marktbeispielen.
Das Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Rechenbeispiel
Der Arbeitgeber zahlt die Gruppenprämie von 600 Euro im Jahr.
| Gruppenprämie im Jahr | 600 Euro |
| Steuerfrei als Zukunftssicherung | 300 Euro |
| Sachbezug, steuerpflichtig | 300 Euro |
| Lohnsteuer darauf bei 30 Prozent Grenzsteuersatz | etwa 90 Euro im Jahr |
Für rund 90 Euro Steuer im Jahr hat sie eine Sonderklasse, die als Einzelvertrag deutlich mehr kosten würde. Beim Jobwechsel setzt sie binnen eines Monats fort.
In Deutschland ersetzt die private Krankenversicherung für Besserverdiener die gesetzliche, deshalb muss der Arbeitgeber dort die Hälfte zuschießen. In Österreich sind Angestellte unabhängig vom Einkommen nach dem ASVG pflichtversichert, der Arbeitgeber zahlt seinen Anteil an die Kasse.
Die private Krankenversicherung kommt als Zusatz für Sonderklasse oder Wahlarzt dazu. Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Zuschuss des Arbeitgebers dafür gibt es nicht.
| Fall | Was der Arbeitgeber zahlt | Steuer für Sie |
|---|---|---|
| Kein Angebot des Arbeitgebers | nichts | Sie zahlen die Prämie selbst, nicht absetzbar |
| Gruppenvertrag bis 300 Euro im Jahr | bis 25 Euro im Monat | steuerfrei |
| Gruppenvertrag über 300 Euro im Jahr | mehr als 25 Euro im Monat | Teil über 300 Euro ist Sachbezug |
| Ausscheiden aus dem Gruppenvertrag | nichts mehr | Einzelpolizze binnen eines Monats möglich |
Zahlt der Arbeitgeber für alle Arbeitnehmer oder für bestimmte Gruppen eine Krankenversicherung, ist das als Zukunftssicherung bis 300 Euro im Jahr steuerfrei. Unter bestimmten Voraussetzungen fallen darauf auch keine Sozialversicherungsbeiträge an.
Für eine volle Sonderklasse reichen 300 Euro selten, sie decken aber einen spürbaren Teil. Eine Sonderklasse kostet mit 30 Jahren ab etwa 80 Euro im Monat. Was der Arbeitgeber über 300 Euro hinaus zahlt, wird bei Ihnen als Sachbezug versteuert.
Gruppenkrankenversicherungen sind oft günstiger als Einzelverträge und manchmal mit erleichterter Aufnahme. Der Haken: Sie sind an das Dienstverhältnis gebunden.
Scheiden Sie aus, dürfen Sie den Schutz binnen eines Monats als gleichartige Einzelversicherung fortsetzen, ohne Wartezeit und ohne Risikoprüfung. Die Prämie richtet sich nach dem Eintrittsalter, mit dem Sie in die Gruppe gekommen sind. Der Versicherer muss Sie darauf hinweisen.
Wer aus Deutschland zuzieht, kennt den Arbeitgeberzuschuss von bis zu 508,59 Euro im Monat für die private Krankenversicherung. In Österreich gibt es ihn nicht, weil Sie hier ohnehin pflichtversichert sind und Ihr Arbeitgeber seinen Anteil an die Kasse zahlt.
Eine deutsche private Krankenversicherung brauchen Sie in Österreich als Angestellter in der Regel nicht mehr. Klären Sie vor einer Kündigung, ob eine Anwartschaft für eine spätere Rückkehr sinnvoll ist.
Ja. Für den Arbeitgeber ist die Gruppenkrankenversicherung bis 300 Euro im Jahr ein Vorteil ohne Lohnsteuer, für Sie ein günstiger Einstieg in Sonderklasse oder Wahlarzt.
Achten Sie aber darauf, was beim Jobwechsel passiert. Eine Gruppenversicherung, die Sie nach dem Ausscheiden nicht zu tragbaren Prämien fortsetzen können, ist im Alter wenig wert.
Fragen und Antworten
Nein.
Er zahlt seinen Anteil zur gesetzlichen Krankenversicherung,
für den privaten Zusatz gibt es keine Pflicht.
Bis 300 Euro im Jahr je Arbeitnehmer als Zukunftssicherung,
wenn er allen oder bestimmten Gruppen von Mitarbeitern zahlt.
Sie können sie binnen eines Monats als Einzelversicherung fortsetzen,
ohne Wartezeit und Risikoprüfung, nach Ihrem damaligen Eintrittsalter.
Nein, seit dem Veranlagungsjahr 2021 ist die private Krankenversicherung nicht mehr als
Sonderausgabe absetzbar.
Nein, einen Zuschuss gibt es nicht.
Ihre Pflichtbeiträge zur SVS sind Betriebsausgaben,
die private Zusatzversicherung bleibt Privatsache.
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