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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauche ich in Österreich, wenn ein Baby kommt?

Kurz gesagt

Wenn ein Baby kommt, brauchen Sie in Österreich drei Dinge: das Kind beitragsfrei als Angehörigen mitversichern, prüfen, ob die Haftpflicht Ihrer Haushaltsversicherung das Kind einschließt, und jeden Elternteil mit einer Ablebensversicherung absichern, mit 30 Jahren für 200.000 Euro etwa 9 bis 19 Euro im Monat. Eine Kinderunfallversicherung gibt es ab 7,90 Euro im Jahr.

Welche Versicherungen brauche ich in Österreich, wenn ein Baby kommt?

Was es kostet

Belegte Prämien für die Verträge, die mit einem Baby in Österreich zählen.

BeispielRichtwert
Baby als Angehöriger in der gesetzlichen Krankenversicherung0 Euro
Baby-Option in der privaten Zusatzversicherung eines Elternteilsetwa 3 bis 6 Euro im Monat
Ablebensversicherung, 30 Jahre, 200.000 Euro gleichbleibend, 20 Jahreetwa 9 bis 19 Euro im Monat
Eigene Privathaftpflicht ohne Haushaltsversicherung, Grundschutzab etwa 23 Euro im Jahr
Schülerunfallversicherung, Dauerinvalidität bis 100.000 Euro7,90 Euro für ein Jahr
Unfallversicherung für eine Familieab etwa 240 Euro im Jahr
Erhöhte Familienbeihilfe 2026 bei erheblicher Behinderung189,20 Euro im Monat zusätzlich

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus veröffentlichten Tarifbeispielen und Tests;

der Unfalltest stammt vom Juli 2023.

Ihre Prämie hängt von Alter, Gesundheit und Umfang ab.

Rechenbeispiel

Paar, beide 30, Haushaltsversicherung vorhanden, erstes Baby

Was die neuen Verträge im ersten Jahr zusammen kosten.

Mitversicherung des Babys0 Euro
Haftpflicht in der bestehenden Haushaltsversicherungkein Aufpreis für das Kind
Zwei Ablebensversicherungen, je 200.000 Euroetwa 216 bis 456 Euro im Jahr
Kinderunfallversicherung als Einstiegab 7,90 Euro im Jahr

Zusammen etwa 224 bis 464 Euro im Jahr, rund 19 bis 39 Euro im Monat, plus Versicherungssteuer auf die Ablebensversicherung. Der größte Posten ist der Schutz der Eltern, und genau der zählt am meisten.

Die Reihenfolge, wenn ein Baby kommt

Zuerst die Krankenversicherung, weil private Baby-Optionen kurze Meldefristen haben. Dann die Haftpflicht, bevor das Kind krabbelt. Danach der Schutz der Eltern, denn das Baby lebt von ihrem Einkommen, und zuletzt die Absicherung des Kindes selbst.

Die Tabelle zeigt die Verträge, die mit einem Baby in Österreich zählen, und was sie etwa kosten.

VersicherungWofürPrämie etwaWann
Gesetzliche MitversicherungArzt, Spital, Eltern-Kind-Pass0 Eurodirekt nach der Geburt
Baby-Option der privaten ZusatzversicherungSonderklasse ohne Gesundheitsfragen3 bis 6 Euro im Monatbinnen ein bis zwei Monaten
Haftpflicht in der HaushaltsversicherungSchäden, die die Familie anderen zufügtin der Haushaltsversicherung meist ohne AufpreisVertrag prüfen
Ablebensversicherung je ElternteilEinkommen der Familie, wenn ein Elternteil stirbt9 bis 19 Euro im Monat mit 30 Jahrenmöglichst bald
KinderunfallversicherungUnfälle zu Hause und in der Freizeitab 7,90 Euro im Jahrwenn das Kind mobil wird

Krankenversicherung: gesetzlich frei, privat mit Frist

Das Baby wird als Angehöriger eines versicherten Elternteils beitragsfrei mitversichert. Eine Einkommensgrenze wie in Deutschland gibt es dafür nicht. Melden Sie das Kind bei Ihrem Träger als Angehörigen an.

Hat ein Elternteil eine private Sonderklasse, zählt die Baby-Option. Sie kostet meist 3 bis 6 Euro im Monat und nimmt das Kind ohne Gesundheitsfragen auf, wenn Sie die Geburt binnen ein bis zwei Monaten melden. Details stehen auf unserer Seite zur Mitversicherung des Babys.

Haftpflicht: die Haushaltsversicherung prüfen

In Österreich steckt die Privathaftpflicht meist in der Haushaltsversicherung. Mitversichert sind dort in der Regel Partner und Kinder, solange sie im selben Haushalt leben. Mit dem Baby ändert sich am Vertrag meist nichts, es kommt automatisch dazu.

Prüfen sollten Sie trotzdem zwei Dinge: ob Ihre Polizze die Haftpflicht überhaupt enthält, sonst gibt es eine eigene Privathaftpflicht ab etwa 23 Euro im Jahr, und ob die Versicherungssumme der Haushaltsversicherung nach Kinderwagen, Babymöbeln und neuer Ausstattung noch reicht.

Die Eltern absichern, nicht das Baby

Stirbt ein Elternteil, fehlt das Einkommen für viele Jahre. Eine Ablebensversicherung auf jeden Elternteil, etwa über das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens, bis das Kind selbst verdient, ist deshalb der wichtigste neue Vertrag. Mit 30 Jahren kosten 200.000 Euro über 20 Jahre meist etwa 9 bis 19 Euro im Monat, dazu kommen 4 Prozent Versicherungssteuer.

Eine Ablebensversicherung auf das Baby selbst brauchen Sie nicht. Bei Kindern unter sieben Jahren ist über die gewöhnlichen Beerdigungskosten hinaus ohnehin die Einwilligung des Kindes nötig.

Für das Kind selbst: was die AUVA nicht deckt

Die gesetzliche Unfallversicherung der AUVA schützt Kindergartenkinder erst im letzten Jahr vor der Schulpflicht. Ein Baby, ein Kleinkind in der Krippe und jedes Kind zu Hause und in der Freizeit sind dort nicht versichert. Eine private Kinderunfallversicherung schließt diese Lücke, als Schülerpolizze ab 7,90 Euro im Jahr, als Familienpaket ab etwa 240 Euro im Jahr.

Eine Unfallversicherung zahlt aber nie, wenn eine Krankheit die Ursache ist. Für Kinder mit einer erheblichen Behinderung zahlt der Staat die erhöhte Familienbeihilfe, 2026 sind das 189,20 Euro im Monat zusätzlich. Ob es dafür einen privaten Schutz gibt, erklären wir auf unserer Seite zur Kinderinvaliditätsversicherung.

Was Sie nicht brauchen, wenn ein Baby kommt

Eine Sonderklasse für das Baby, wenn die Eltern selbst keine haben: die medizinische Versorgung zahlt die Kasse, die Sonderklasse bringt Komfort und Arztwahl. Ebenso wenig Spar- oder Ausbildungspolizzen mit ein wenig Unfallschutz; trennen Sie Sparen und Versichern.

Auch eine zweite Unfallpolizze ist überflüssig, wenn das Kind schon im Familienpaket eines Elternteils steckt. Prüfen Sie dort vor allem, ob das Kind namentlich oder pauschal bis zu einem Alter mitversichert ist, damit es nicht unbemerkt herausfällt.

Schritt für Schritt

  1. Das Baby beim Träger als Angehörigen anmelden.
  2. Bei privater Sonderklasse die Geburt binnen der Frist der Baby-Option melden.
  3. In der Haushaltsversicherung nachsehen, ob die Haftpflicht enthalten ist und Kinder mitversichert sind.
  4. Für jeden Elternteil eine Ablebensversicherung abschließen, bis das Kind selbst verdient.
  5. Eine Kinderunfallversicherung abschließen, wenn das Kind mobil wird.

Checkliste

  • Baby als Angehöriger angemeldet
  • Frist der Baby-Option eingetragen, falls privat versichert
  • Haftpflicht in der Haushaltsversicherung enthalten
  • Versicherungssumme der Haushaltsversicherung nach den Anschaffungen geprüft
  • Ablebensversicherung für beide Eltern
  • Begünstigte der Ablebensversicherung festgelegt

Häufige Fehler

  • Annehmen, die AUVA schütze das Baby schon in der Krippe
  • Eine Ablebensversicherung auf das Kind statt auf die Eltern abschließen
  • Die Frist der Baby-Option verstreichen lassen
  • Eine Unfallversicherung für Schutz bei Krankheit halten

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ich das Baby extra krankenversichern?

Nein.

Es wird als Angehöriger eines Elternteils beitragsfrei mitversichert.

Privat geht es nur zusätzlich, etwa für die Sonderklasse.

Ist das Baby in meiner Haftpflicht?

Wenn Ihre Haushaltsversicherung eine Haftpflicht enthält,

sind Kinder im gemeinsamen Haushalt in der Regel mitversichert.

Prüfen Sie es in der Polizze.

Ist mein Kind in der Krippe unfallversichert?

Nicht über die AUVA.

Sie schützt Kindergartenkinder erst im letzten Jahr vor der Schulpflicht.

Welche Versicherungen brauche ich mit einem Baby zuerst?

Die Ablebensversicherung der Eltern, weil das Kind von ihrem Einkommen lebt.

Mit 30 Jahren kostet sie für 200.000 Euro etwa 9 bis 19 Euro im Monat.

Was zahlt der Staat, wenn mein Kind schwer krank wird?

Bei einer erheblichen Behinderung gibt es die erhöhte Familienbeihilfe,

2026 zusätzlich 189,20 Euro im Monat, ab einem Grad der Behinderung von 50 Prozent.

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