Alles zur Versicherung: Private Pensionsvorsorge
Brauche ich in Österreich überhaupt eine private Pensionsvorsorge?
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Kurz gesagt
Für Anleger in Österreich bedeutet die Riester-Reform 2027 wenig, denn Riester gibt es hier nicht. Wer aus Deutschland einen Vertrag mitgebracht hat, kann ihn weiterlaufen lassen; die neue Grundzulage von bis zu 540 Euro bekommt aber nur, wer in Deutschland förderberechtigt ist. Das österreichische Gegenstück, die Zukunftsvorsorge, bringt 2026 höchstens 162,22 Euro Prämie.
Gesetzliche Zahlen zur deutschen Reform und zur österreichischen Zukunftsvorsorge, Stand Oktober 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Grundzulage im alten deutschen Riester-Vertrag | bis 175 Euro im Jahr, nur für Förderberechtigte |
| Grundzulage nach der Riester-Reform 2027 | bis 540 Euro im Jahr, nur für Förderberechtigte |
| Wechselkosten im deutschen Vertrag | je Anbieter höchstens 150 Euro |
| Zukunftsvorsorge 2026, Prämie | 4,25 Prozent, höchstens 162,22 Euro im Jahr |
| Zukunftsvorsorge, Bindung | mindestens 10 Jahre |
Stand 14.
Oktober 2026.
Ob Sie in Deutschland förderberechtigt sind,
hängt von Ihrer Versicherung in der deutschen Rentenversicherung ab;
klären Sie das mit dem Anbieter oder der Zentralen Zulagenstelle.
Rechenbeispiel
Was der Vertrag nach der Reform bringt, wenn keine Förderberechtigung in Deutschland mehr besteht.
| Neue Zulagen im Riester-Vertrag | 0 Euro |
| Wechsel in die neue Förderung | bis 300 Euro Kosten, keine Mehrzulage |
| Zukunftsvorsorge mit 3.817,04 Euro Einzahlung | 162,22 Euro Prämie 2026 |
| Bereits erhaltene Riester-Zulagen | bleiben im Vertrag, solange Sie nicht kündigen |
Den Riester-Vertrag ruhen lassen und neue Beiträge in Österreich anlegen ist hier meist günstiger als ein Wechsel ohne Zusatzförderung.
Die Riester-Reform ändert deutsches Einkommensteuerrecht. In Österreich wird kein Riester-Vertrag verkauft, und die neuen deutschen Produkte wie das Altersvorsorgedepot können hier nicht gefördert abgeschlossen werden.
Betroffen sind vor allem Menschen, die aus Deutschland zugezogen sind und dort einen Riester-Vertrag haben, sowie Grenzgänger, die in Deutschland arbeiten und dort rentenversichert sind.
Der Vertrag bleibt nach der Reform 2027, wie er ist. Ruht er seit dem Umzug, bleiben die schon gutgeschriebenen Zulagen darin; innerhalb der EU müssen sie in der Regel nicht zurückgezahlt werden.
Ab 2027 dürfen Sie das Guthaben in die neue deutsche Förderung übertragen. Der bisherige Anbieter darf dafür in den ersten fünf Jahren nach Abschluss höchstens 150 Euro verlangen, der neue Anbieter einmalig höchstens 150 Euro.
Wer in Österreich wohnt, aber in Deutschland arbeitet und dort pflichtversichert ist, bleibt meist förderberechtigt. Für Grenzgänger kann die neue Grundzulage von bis zu 540 Euro im Jahr deshalb ein echter Vorteil sein.
Wer nur noch in Österreich arbeitet, bekommt in aller Regel weder alte noch neue Zulagen. Dann bringt ein Wechsel höchstens niedrigere Kosten im Vertrag, aber keine zusätzliche Förderung.
| Ihre Lage | Neue Zulagen ab 2027 | Sinnvoller Schritt |
|---|---|---|
| Wohnsitz und Arbeit in Österreich | meist keine | Vertrag ruhen lassen, Kosten prüfen |
| Wohnsitz Österreich, Arbeit in Deutschland | meist ja | Umstellung auf neues Recht durchrechnen |
| Rückkehr nach Deutschland geplant | wieder möglich | Vertrag halten, nach Rückkehr entscheiden |
| Rente beginnt in wenigen Jahren | kaum Wirkung | alten Vertrag bis zur Auszahlung behalten |
Für neue Beiträge in Österreich ist die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge das nächste Gegenstück. 2026 legt der Staat 4,25 Prozent auf Einzahlungen bis 3.817,04 Euro drauf, also höchstens 162,22 Euro im Jahr.
Kinderzulagen wie in Deutschland gibt es nicht, das Geld ist mindestens zehn Jahre gebunden, und die Prämie gibt es nur bis zum Beginn der gesetzlichen Alterspension. Gegenüber der neuen deutschen Förderung ist das deutlich weniger.
Auch in Österreich wird über ein gefördertes Vorsorgedepot nach deutschem Vorbild gesprochen. Stand Oktober 2026 gibt es dafür aber kein beschlossenes Gesetz und keine steuerliche Begünstigung.
Warten Sie mit neuen Beiträgen deshalb nicht auf eine Reform, deren Inhalt noch niemand kennt. Was heute gilt, ist die Zukunftsvorsorge mit ihren Grenzen.
Fragen und Antworten
Nein.
Riester und das neue deutsche Altersvorsorgedepot gibt es nur in Deutschland.
Nein.
Er läuft unverändert weiter, ein Wechsel ist freiwillig und ohne Frist.
Wenn Sie in Deutschland arbeiten und dort pflichtversichert sind, in der Regel ja.
Lassen Sie sich die Förderberechtigung vom Anbieter bestätigen.
Innerhalb der EU dürfen Sie die Riester-Rente in der Regel ohne Rückzahlung beziehen.
Wie sie in Österreich besteuert wird, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.
Diskutiert wird ein gefördertes Vorsorgedepot, beschlossen ist Stand Oktober 2026 nichts.
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