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Was passiert, wenn ich die Zukunftsvorsorge kündige?

Kurz gesagt

Riester-Verträge gibt es in Österreich nicht, das Gegenstück ist die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge. In den ersten zehn Jahren können Sie sie nicht auflösen. Danach ist eine Barauszahlung möglich, kostet aber die Hälfte der staatlichen Prämie und 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer auf die Erträge. Die Übertragung in eine Pensionszusatzversicherung oder Pensionskasse ist ohne diese Folgen möglich.

Was passiert, wenn ich die Zukunftsvorsorge kündige?

Was es kostet

Gesetzliche Werte für Österreich 2026 und ein Rechenbeispiel.

BeispielRichtwert
Staatliche Prämie 20264,25 Prozent auf bis zu 3.817,04 Euro, höchstens 162,22 Euro
Rückzahlung bei Barauszahlung50 Prozent der erhaltenen Prämien
Nachversteuerung der Erträge27,5 Prozent Kapitalertragsteuer
Mindestbindung10 Jahre ab der ersten Einzahlung

Prämie, Bindung und Steuersatz sind gesetzlich festgelegt, Stand September 2026. Der Vertragswert im Beispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis; die echten Zahlen stehen in Ihrer jährlichen Mitteilung. Keine Steuerberatung.

Rechenbeispiel

Vertrag über zehn Jahre, 100 Euro im Monat, Barauszahlung

So sieht die Rechnung aus, wenn nach Ablauf der Bindung ausgezahlt wird.

Eigene Einzahlungen12.000 Euro
Erhaltene Prämien, 10 mal 51 Euro510 Euro
Vertragswert13.500 Euro (Richtwert aus der Angebotspraxis)
Erträge990 Euro
Halbe Prämie zurück255 Euro
27,5 Prozent auf die Erträgerund 272 Euro

Ausgezahlt werden rund 12.970 Euro. Die Kosten der Auszahlung liegen bei rund 530 Euro. Eine Übertragung in eine Pensionszusatzversicherung würde nichts davon kosten.

Die Bindung in den ersten zehn Jahren

Die Zukunftsvorsorge ist gesetzlich für mindestens zehn Jahre ab der ersten Einzahlung gebunden. In dieser Zeit können Sie sich das Geld nicht auszahlen lassen, auch nicht gegen einen Abschlag.

Was Sie in der Regel tun können: die Einzahlungen einstellen. Dann fließen keine neuen Prämien, das Kapital bleibt im Vertrag und arbeitet weiter. Fragen Sie beim Anbieter nach, ob dabei Kosten oder Änderungen an der Garantie anfallen.

Was bei einer Auszahlung nach zehn Jahren passiert

Nach Ablauf der Bindung dürfen Sie sich das Kapital bar auszahlen lassen. Der Staat holt sich dann die Hälfte der gutgeschriebenen Prämien zurück, und die bisher steuerfreien Erträge werden mit 27,5 Prozent nachversteuert.

Fragen Sie außerdem, ob die Kapitalgarantie bei einer Auszahlung wegfällt. Bei manchen Verträgen gilt sie nur bis zum vereinbarten Ende.

WegFolge
Einzahlungen einstellenkeine Rückzahlung, Kapital bleibt im Vertrag
Barauszahlung nach zehn Jahrenhalbe Prämie zurück, 27,5 Prozent auf Erträge
Übertragung in eine Pensionszusatzversicherungkeine Rückzahlung, keine Nachversteuerung
Übertragung in eine Pensionskasse oder betriebliche Kollektivversicherungkeine Rückzahlung, keine Nachversteuerung
Auszahlung als lebenslange Pensionsteuerfrei, Prämie bleibt vollständig

Wann eine Auszahlung trotzdem sinnvoll ist

Wenn der Vertrag hohe Kosten hat und kaum Ertrag bringt, kann die Auszahlung nach zehn Jahren der ehrlichere Schritt sein. Ist wenig Ertrag da, fällt auch wenig Steuer an, und die halbe Prämie ist oft ein kleiner Betrag.

Rechnen Sie vorher nach: Was bleibt nach Rückzahlung und Steuer, und was würde das Geld in einem günstigeren Vertrag oder Fondssparplan bringen? Wer eine lebenslange Zusatzpension will, prüft zuerst die Übertragung.

Wenn Sie noch einen deutschen Riester-Vertrag haben

Wer aus Deutschland zugezogen ist, hat manchmal noch einen Riester-Vertrag. Eine Kündigung gilt dort als schädliche Verwendung, dann gehen alle Zulagen und Steuervorteile zurück.

Innerhalb der EU können Sie den Vertrag in der Regel ruhen lassen, ohne Zulagen zurückzuzahlen. Klären Sie das schriftlich mit dem deutschen Anbieter, bevor Sie kündigen.

Schritt für Schritt

  1. Datum der ersten Einzahlung prüfen: Sind zehn Jahre schon vorbei?
  2. Beim Anbieter Vertragswert, Summe der Prämien und Erträge schriftlich abfragen.
  3. Halbe Prämie und 27,5 Prozent auf die Erträge abziehen.
  4. Fragen, ob die Kapitalgarantie bei Auszahlung wegfällt.
  5. Übertragung in eine Pensionszusatzversicherung oder Pensionskasse als Alternative anfragen.
  6. Erst dann entscheiden, ob Auszahlung, Übertragung oder Weiterlaufen am besten passt.

Checkliste

  • Bindungsfrist von zehn Jahren abgelaufen
  • Vertragswert, Prämien und Erträge schriftlich vom Anbieter
  • Folgen für die Kapitalgarantie geklärt
  • Angebot für eine Übertragung eingeholt
  • Einstellen der Einzahlungen als Zwischenlösung geprüft

Häufige Fehler

  • Vor Ablauf von zehn Jahren kündigen wollen und nur Ärger mit dem Anbieter haben
  • Nur die halbe Prämie sehen und die Steuer auf Erträge vergessen
  • Auszahlen lassen, obwohl eine Übertragung ohne Nachteile möglich wäre
  • Einen alten deutschen Riester-Vertrag kündigen, statt ihn ruhen zu lassen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich die Zukunftsvorsorge in den ersten zehn Jahren kündigen?

Nein, eine Auszahlung ist in dieser Zeit nicht vorgesehen. Sie können aber in der Regel die Einzahlungen einstellen.

Was kostet die Auszahlung nach zehn Jahren?

Die Hälfte der erhaltenen Prämien und 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer auf die Erträge. Bei geringem Ertrag ist das oft wenig.

Geht es auch ohne Rückzahlung?

Ja, wenn Sie das Kapital in eine Pensionszusatzversicherung, Pensionskasse oder ähnliche Einrichtung übertragen oder als lebenslange Pension beziehen.

Bleibt die Kapitalgarantie bei Auszahlung erhalten?

Nicht immer. Fragen Sie beim Anbieter nach, bei manchen Verträgen gilt sie nur bis zum vereinbarten Ende.

Gibt es in Österreich eine Riester-Kündigung?

Nein, Riester ist ein deutsches Produkt. Für einen alten deutschen Vertrag gelten die deutschen Regeln, eine Kündigung kostet dort alle Zulagen.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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