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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Pflichten aus dem AI Act gelten schon für meinen Betrieb?

Kurz gesagt

Für Ihren Betrieb gelten aus dem AI Act schon drei Pflichten: seit 02.02.2025 die Verbote und die Förderung der KI-Kompetenz der Mitarbeiter, seit 02.08.2026 die Kennzeichnung von Chatbots und KI-Inhalten. Pflichten für Hochrisiko-KI, etwa bei der Bewerberauswahl, gelten erst ab 02.12.2027. Verstöße können bis 15 Mio. Euro oder 3 Prozent des Umsatzes kosten.

Welche Pflichten aus dem AI Act gelten schon für meinen Betrieb?

Was es kostet

Der AI Act schreibt keine Versicherung vor. Veröffentlichte Prämien in Österreich für Deckungen, die bei Schäden durch KI im Betrieb in Frage kommen.

BeispielRichtwert
IT-Vermögensschadenhaftpflicht, Versicherungssumme 125.000 Euro, Jahresumsatz bis 30.000 Euro170 Euro im Jahr
IT-Vermögensschadenhaftpflicht, Versicherungssumme 1 Mio. Euro, Jahresumsatz bis 30.000 Euro430 Euro im Jahr
IT-Vermögensschadenhaftpflicht, Versicherungssumme 1 Mio. Euro, Jahresumsatz bis 250.000 Euro580 Euro im Jahr

Werte aus einer veröffentlichten Prämientabelle (Selbstbehalt 250 Euro).

Ihre Prämie hängt von Branche, Umsatz und Summe ab.

Rechenbeispiel

Tischlerei mit 10 Mitarbeitern, nutzt Chatbot und Textgenerator

So sieht der Pflichtenstand nach dem AI Act im Oktober 2026 für einen typischen Betreiber aus.

KI-Kompetenzkurze Einschulung der 3 Nutzer, schriftlich festgehalten
Verbotene Praktikennicht betroffen
Chatbot auf der WebsiteKI-Hinweis beim ersten Kontakt
KI-Fotos echter Kunden in der Werbungals KI-erzeugt kennzeichnen
Hochrisiko-Pflichtennicht betroffen, keine KI bei Personalentscheidungen

Der Betrieb erfüllt die heute geltenden Pflichten mit wenigen Stunden Aufwand. Erst wenn er KI für die Bewerberauswahl nutzt, kommen ab 02.12.2027 weitere Pflichten dazu.

Für wen der AI Act in Österreich gilt

Die KI-Verordnung (EU) 2024/1689, kurz AI Act, gilt in Österreich unmittelbar, ohne eigenes Umsetzungsgesetz. Sie unterscheidet vor allem Anbieter, die ein KI-System entwickeln oder unter eigenem Namen vertreiben, und Betreiber, die es im eigenen Betrieb verwenden. Die meisten Klein- und Mittelbetriebe sind Betreiber.

Für Betreiber sind die Pflichten aus dem AI Act derzeit überschaubar. Risikomanagement, technische Dokumentation und Konformitätsbewertung treffen vor allem Anbieter von Hochrisiko-KI, und diese Pflichten gelten noch nicht.

Was der Digital-Omnibus im Juli 2026 verschoben hat

Mit der Verordnung (EU) 2026/1744 vom 08.07.2026, in Kraft seit 27.07.2026, wurde der AI Act geändert. Die Pflichten für Hochrisiko-KI nach Anhang III gelten erst ab 02.12.2027, jene für KI in Produkten nach Anhang I ab 02.08.2028.

Auch Art. 4 wurde entschärft: Anbieter und Betreiber müssen Maßnahmen setzen, die die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter fördern, ein bestimmtes Niveau jeder Person müssen sie nicht garantieren. Laut RTR gibt es derzeit keine offiziell anerkannten Zertifikate für KI-Schulungen.

Diese Pflichten aus dem AI Act gelten heute

Welche Pflichten ein Betrieb, der KI nur verwendet, jetzt erledigen sollte, zeigt die Tabelle.

PflichtGilt seitWas Sie konkret tun
KI-Kompetenz fördern (Art. 4)02.02.2025, entschärft seit 27.07.2026Mitarbeiter, die KI nutzen, schulen und das schriftlich festhalten
Verbotene Praktiken meiden (Art. 5)02.02.2025keine Emotionserkennung bei Mitarbeitern, kein Social Scoring
Chatbot als KI erkennbar machen (Art. 50 Abs. 1)02.08.2026Hinweis spätestens bei der ersten Interaktion
Deepfakes offenlegen (Art. 50 Abs. 4)02.08.2026KI-erzeugte Bilder, Videos oder Stimmen echter Personen kennzeichnen
KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse offenlegen02.08.2026entfällt bei redaktioneller Prüfung durch einen Menschen

Noch nicht in Kraft: Hochrisiko-KI ab Dezember 2027

Wer KI für Personalentscheidungen verwendet, etwa zum Vorsortieren von Bewerbungen oder zur Leistungsbewertung, setzt künftig Hochrisiko-KI nach Anhang III ein. Ab 02.12.2027 müssen Betreiber dann unter anderem die Gebrauchsanweisung einhalten, eine menschliche Aufsicht bestimmen, Protokolle aufbewahren und Mitarbeiter vorab informieren.

Wer heute ein Bewerbertool anschafft, sollte sich vom Anbieter schriftlich bestätigen lassen, wie es die Anforderungen des AI Act ab Dezember 2027 erfüllt.

Strafen und Haftung nach dem AI Act

Für verbotene Praktiken sieht der AI Act bis 35 Mio. Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor, für Verstöße etwa gegen die Transparenzpflichten bis 15 Mio. Euro oder 3 Prozent. Für Klein- und Mittelbetriebe gilt jeweils der niedrigere Betrag. Für Art. 4 selbst gibt es keine eigene Strafe.

Laut RTR kann fehlende Schulung trotzdem Folgen haben: Mangelnde Unterweisung der Mitarbeiter ist dem Unternehmer in der Regel nach § 1313a ABGB zuzurechnen. Ob eine Polizze Geldstrafen einschließt, steht in den Bedingungen, verlassen Sie sich nicht darauf. Ansprüche von Kunden nach einem KI-Fehler kann aber eine Vermögensschadenhaftpflicht decken.

Beratung zur Absicherung

Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler Vermögensschadenhaftpflicht, Betriebshaftpflicht und Cyberversicherungen und prüft, ob Ihre Polizzen den Einsatz von KI im Betrieb abdecken. Die Courtage zahlt der Versicherer, für Sie ist die Beratung kostenlos.

Schritt für Schritt

  1. Alle KI-Werkzeuge im Betrieb und ihren Zweck auflisten.
  2. Prüfen, ob eines unter die Verbote fällt.
  3. Mitarbeiter, die KI nutzen, einschulen und das dokumentieren.
  4. Chatbots und KI-erzeugte Inhalte mit echten Personen kennzeichnen.
  5. Bei KI in der Personalauswahl die Pflichten ab 02.12.2027 einplanen.
  6. Haftpflicht- und Cyberpolizzen auf KI-Klauseln prüfen lassen.

Checkliste

  • Liste der genutzten KI-Werkzeuge vorhanden
  • Keine verbotenen Praktiken im Einsatz
  • Einschulung zur KI-Kompetenz dokumentiert
  • KI-Hinweis im Chatbot und auf KI-Inhalten
  • Hochrisiko-Einsatz geprüft, Termin 02.12.2027 vorgemerkt

Häufige Fehler

  • Glauben, der AI Act betreffe nur Softwarehersteller
  • Die Verschiebung der Hochrisiko-Pflichten für eine Verschiebung aller Pflichten halten
  • Deepfakes in der Werbung ohne Kennzeichnung verwenden
  • Annehmen, ohne österreichische Behörde gebe es kein Risiko

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Gilt der AI Act auch für meinen Betrieb, wenn er klein ist?

Ja, es gibt keine Untergrenze.

Für Klein- und Mittelbetriebe gilt bei Strafen jeweils der niedrigere Höchstbetrag.

Brauche ich ein Zertifikat zur KI-Kompetenz?

Nein.

Laut RTR gibt es derzeit keine offiziell anerkannten Zertifikate, und seit Juli 2026 verlangt Art.

4 Maßnahmen zur Förderung, kein bestimmtes Niveau.

Wer kontrolliert den AI Act in Österreich?

Die KI-Servicestelle der RTR berät.

Eine nationale Marktüberwachungsbehörde ist laut RTR derzeit noch nicht eingerichtet,

die Pflichten gelten trotzdem.

Wurden durch den Digital-Omnibus alle Fristen verschoben?

Nein.

Verschoben wurden vor allem die Hochrisiko-Pflichten.

Die Transparenzpflichten gelten seit 02.08.2026.

Zahlt eine Versicherung Strafen nach dem AI Act?

Darauf sollten Sie nicht bauen.

Ob eine Polizze Geldstrafen einschließt, steht in ihren Bedingungen.

Versicherbar sind eher Ansprüche Dritter nach einem KI-Fehler.

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In Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit.

Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen.

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