Ein Webshop hat kein Geschäftslokal, in das Kunden stolpern. Die Risiken liegen woanders: im Produkt, das Sie aus Asien importieren und für das Sie in Europa wie ein Hersteller haften, im Shop, der nach einem Angriff offline ist, und im Paket, das beim Kunden zerbrochen ankommt.
Hafte ich für Produkte, die ich nur weiterverkaufe?
Wenn Sie die Ware selbst aus einem Land außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums einführen, haften Sie nach dem Produkthaftungsgesetz wie ein Hersteller. Kaufen Sie bei einem Händler in der EU, haften Sie, wenn Sie den Lieferanten nicht rasch nennen können. Eine Betriebshaftpflicht mit erweiterter Produkthaftpflicht ist deshalb der wichtigste Baustein für fast jeden Shop.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Import aus Drittländern
Ladegerät, Spielzeug, Kosmetik: Wer direkt aus China oder den USA einkauft, gilt als Importeur und haftet für Brände, Verletzungen und Allergien wie der Hersteller.
02
Shop offline
Ein Angriff auf Shopsystem oder Hosting legt den Verkauf lahm, oft genau in der Aktionswoche vor Weihnachten.
03
Kundendaten
Adressen, Bestellungen, Zahlungsdaten: Ein Datenleck bringt Meldepflichten bei der Datenschutzbehörde, Kosten für Forensik und Schadenersatzforderungen.
04
Versandrisiko
Bei Verbrauchern geht die Gefahr erst mit der Übergabe über. Was auf dem Weg bricht oder verschwindet, ersetzen Sie.
05
Lager zu Hause
Viele Shops lagern im Keller oder in der Garage. Die Haushaltsversicherung zahlt für gewerbliche Ware in der Regel nicht.
06
Unterlassung und Abmahnung
Fehler im Impressum, bei Preisangaben oder im Rücktrittsrecht nach dem FAGG führen zu Unterlassungsklagen von Mitbewerbern oder Verbänden.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Für Shops, die Firmenkunden auf Rechnung beliefern und bei Insolvenz eines Großkunden sonst viel Geld verlieren.
Was es kostet: Beispielprämien
Für Webshops zählen vor allem Umsatz, Produktart und Herkunft der Ware. Elektronik und Kosmetik aus Drittländern kosten mehr als Bücher aus Österreich. Spezialanbieter für E-Commerce veröffentlichen Preisbeispiele nach Umsatzstufen.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Betriebshaftpflicht
Webshop bis 50.000 Euro Umsatz, Basisdeckung
ab etwa 180 Euro im Jahr
Betriebshaftpflicht
Webshop mit rund 250.000 Euro Umsatz, mit Produkthaftpflicht
etwa 350 bis 500 Euro im Jahr
Cyberversicherung
Shop mit rund 1 Mio. Euro Umsatz, Haftpflicht, Produkthaftung und Cyber-Betriebsunterbrechung
etwa 1.000 bis 1.500 Euro im Jahr
Betriebsinhalt
Lager mit Ware im Wert von 40.000 Euro
etwa 150 bis 350 Euro im Jahr
Transportversicherung
Versandpauschale für bis zu 5.000 Pakete im Jahr
etwa 200 bis 600 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Die Haftpflicht mit Produkthaftung für einen kleinen Shop kostet im Jahr etwa so viel wie das Porto für rund 90 Pakete innerhalb Österreichs.
Die ersten drei Beispiele sind veröffentlichte Nettopreise eines Spezialversicherers für
Onlinehändler in Österreich;
die übrigen sind Richtwerte aus unserer Angebotspraxis.
Alle ohne 11 Prozent Versicherungssteuer, Stand September 2026.
Sechs Schäden, die Onlinehändler wirklich erleben, gebündelt auf einen Black Friday. Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt49.200 Euro
Kurz nach Aktionsstart ist der Shop verschlüsselt. Ein IT-Forensiker arbeitet die Nacht durch, der Shop bleibt zwei Tage offline.
16.000 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
Eine Kundin meldet, dass eine importierte Powerbank beim Laden ihren Schreibtisch in Brand gesetzt hat.
12.500 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Eine Palette Glasvasen kommt beim Lager völlig zerbrochen an.
2.400 Euro · Zahlt: Transportversicherung
Ein Mitbewerber klagt wegen fehlerhafter Grundpreisangaben auf Unterlassung.
3.800 Euro · Zahlt: Firmenrechtsschutz
Die Datenschutzbehörde fragt nach dem Datenleck von heute Nacht; eine Anwaltskanzlei übernimmt Meldungen und Kundeninformation.
5.500 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
Im Kellerlager platzt ein Wasserrohr. Kartons und Ware stehen im Wasser.
9.000 Euro · Zahlt: Betriebsinhalt
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon zahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 49.200 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Lassen Sie Importe aus Drittländern ausdrücklich in die Produkthaftpflicht aufnehmen und prüfen Sie, ob Lieferungen in die USA und nach Kanada gedeckt sind.
Wählen Sie eine Cyberversicherung mit 24-Stunden-Hotline und Deckung für den Umsatzausfall, nicht nur für Datenwiederherstellung.
Melden Sie Ihr Heimlager als Betriebsstätte, sonst zahlt weder die Haushalts- noch die Betriebsversicherung.
Rechnen Sie Ihren Spitzenlagerstand vor Weihnachten ein und vereinbaren Sie eine Vorsorge für saisonale Ware.
Prüfen Sie die Haftung Ihres Paketdienstes: Sie liegt oft bei wenigen hundert Euro je Paket, eine Transportdeckung schließt die Lücke.
Klären Sie beim Firmenrechtsschutz vorher, ob Wettbewerbsstreit und Markenrecht eingeschlossen sind, denn das ist häufig ausgeschlossen.
Warum NAMMERT für Ihren Betrieb
Wir lesen das Kleingedruckte zu Importen
Als Makler vergleichen wir mehrere Anbieter, gerade bei Produkthaftung für Drittlandware und Cyber-Umsatzausfall, wo die Bedingungen stark auseinandergehen.
Schäden kennen wir von der anderen Seite
In der Bootsversicherung bearbeiten wir Schäden selbst. Deshalb wissen wir, welche Belege ein Versicherer nach einem Cyberangriff oder einem Produktschaden sehen will.
Shop und Privates zusammen
Webshop, Lager, Auto und Ihre private Vorsorge betreuen wir gemeinsam, per Mail oder unter +49 3375 29 12 77.
Familienbetrieb seit 1989
Wir sind ein deutscher Makler und in Österreich im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit tätig. Unsere Beratung ist kostenlos, der Versicherer zahlt die Vergütung.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Brauche ich als Onlinehändler eine Betriebshaftpflicht?
Gesetzlich nicht, aber Amazon und andere Marktplätze verlangen ab gewissen Umsätzen einen Nachweis.
Wichtiger noch: Als Importeur haften Sie für Produktschäden unbegrenzt mit Ihrem Vermögen.
Was kostet eine Versicherung für einen Webshop?
Spezialanbieter starten bei etwa 180 Euro im Jahr für kleine Shops.
Mit Produkthaftpflicht und rund 250.000 Euro Umsatz liegen Sie meist bei 350 bis 500 Euro,
jeweils netto.
Wer zahlt, wenn ein Paket beim Kunden beschädigt ankommt?
Bei Verbrauchern Sie, denn die Gefahr geht erst mit der Übergabe über.
Der Paketdienst haftet nur begrenzt, eine Transportversicherung ersetzt den Rest.
Deckt die Cyberversicherung auch Strafen der Datenschutzbehörde?
Verwaltungsstrafen sind in Österreich meist nicht versicherbar.
Versichert sind aber Anwalts- und Forensikkosten,
Kundeninformation und Schadenersatzansprüche Betroffener.
Ist Dropshipping versichert?
Ja, wenn es im Antrag steht.
Weil Sie die Ware nie sehen, prüfen Versicherer genau, woher sie kommt.
Ohne Angabe riskieren Sie im Schadenfall den Schutz.
Bin ich als Einzelunternehmer unfallversichert?
Ja, über die gesetzliche Unfallversicherung der Selbstständigen;
2026 kostet sie 12,95 Euro im Monat.
Die Leistungen sind begrenzt, für Einkommensschutz brauchen Sie eine private Vorsorge.
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Wir melden uns innerhalb eines Werktags. Wenn etwas eilt: +49 3375 29 12 77.