Ein Großhändler bewegt fremde Produkte in großen Mengen und haftet dabei oft, als hätte er sie selbst gebaut. Wer aus China importiert, ist nach dem Produkthaftungsgesetz der Hersteller. Dazu kommen ein Lager voller Ware, Lkw auf der Straße und Kunden, die auf Ziel kaufen und manchmal nie zahlen.
Hafte ich als Großhändler für ein fehlerhaftes Produkt, das ich nicht hergestellt habe?
Ja, in zwei Fällen sicher: Wenn Sie ein Produkt in den Europäischen Wirtschaftsraum einführen, haften Sie nach dem Produkthaftungsgesetz wie der Hersteller. Und wenn Sie den Hersteller oder Ihren Vorlieferanten nicht rechtzeitig nennen können, haften Sie als Händler selbst. Eine Produkthaftpflicht mit Importeursrisiko ist deshalb im Großhandel kein Zusatz, sondern Kern.
Was in dieser Branche schiefgeht
01
Importware mit Mangel
Ein Ladegerät aus Fernost überhitzt beim Endkunden, die Wohnung brennt. Als Importeur stehen Sie in der Haftung, nicht der Hersteller in Shenzhen.
02
Einbaukosten beim Abnehmer
Fehlerhafte Dichtungen sind bereits verbaut. Der Kunde verlangt Aus- und Einbaukosten, die ein Vielfaches des Warenwerts betragen.
03
Kunde zahlt nicht
Ein großer Abnehmer meldet Insolvenz an, offen sind Rechnungen über 90 Tage. Ein einziger Ausfall kann die Jahresmarge auffressen.
04
Lagerbrand
Hochregal, Verpackung und Batterien: Ein Brand in der Lagerhalle vernichtet Ware, Regale und die Lieferfähigkeit auf Monate.
05
Ware unterwegs
Beim Verladen stürzt eine Palette vom Stapler, auf der Autobahn wird ein Anhänger aufgeschlitzt. Beides passiert öfter als gedacht.
06
Warenwirtschaft offline
Ohne ERP und Webportal keine Aufträge, kein Versand, keine Rechnungen. Angreifer wissen, dass Großhändler schnell zahlen müssen.
Risiko-Radar
Einschätzung im Vergleich zu anderen Branchen, 1 gering bis 5 hoch.
Schützt die Geschäftsführung einer GmbH, wenn ihr wegen einer Fehlentscheidung persönliche Haftung vorgeworfen wird.
Was es kostet: Beispielprämien
Im Großhandel richtet sich die Prämie nach Umsatz, Warengruppen, Importanteil und Lagerwert. Öffentliche Quellen nennen für die Betriebshaftpflicht in Österreich eine Spanne von etwa 200 Euro bis zu mehreren tausend Euro im Jahr.
Versicherung
Beispiel
Richtwert
Betriebshaftpflicht
Großhandel mit 3 Mio. Euro Umsatz, kaum Importe, 5 Mio. Euro Summe
etwa 800 bis 2.000 Euro im Jahr
Betriebshaftpflicht
Import von Elektro- oder Technikware, erweiterte Produkthaftpflicht
etwa 2.500 bis 7.000 Euro im Jahr
Betriebsinhalt
Lager mit 800.000 Euro Warenwert, Sprinkler nicht vorhanden
etwa 1.500 bis 3.500 Euro im Jahr
Transportversicherung
Eigener Werkverkehr in Österreich und Nachbarländern
etwa 500 bis 2.000 Euro im Jahr
Kreditversicherung
Versicherter Umsatz 5 Mio. Euro mit gewerblichen Abnehmern
etwa 5.000 bis 12.000 Euro im Jahr
Zum Vergleich: Der Grundschutz aus Produkthaftpflicht und Lagerversicherung kostet einen kleinen Großhandel im Jahr ungefähr so viel wie eine einzige volle Palette mittelteurer Ware.
Richtwerte ohne die 11 Prozent Versicherungssteuer, Stand September 2026.
Die allgemeine Spanne für die Betriebshaftpflicht stammt aus den genannten Quellen,
die einzelnen Beträge sind Richtwerte aus unserer Angebotspraxis.
Warenkreditprämien werden individuell nach Abnehmerliste gerechnet.
Sechs Schäden, die Großhändler tatsächlich erleben, hier alle an einem Montag im Jänner. Tippen Sie sich durch den Tag und sehen Sie, wer zahlt.
Schaden bis jetzt670.000 Euro
Ein Stapler rammt ein Hochregal, drei Paletten Elektroware stürzen ab und sind unverkäuflich.
18.000 Euro · Zahlt: Betriebsinhalt
Ein Installateur meldet undichte Pressfittings aus Ihrer Lieferung. Ein Wasserschaden beim Endkunden und der Austausch in zwölf Wohnungen.
64.000 Euro · Zahlt: Betriebshaftpflicht
Ihr größter Abnehmer beantragt ein Sanierungsverfahren. Offen sind Rechnungen über 140.000 Euro.
140.000 Euro · Zahlt: Kreditversicherung
Auf der Westautobahn wird die Plane eines Anhängers aufgeschlitzt, Werkzeugsätze fehlen.
23.000 Euro · Zahlt: Transportversicherung
Das ERP-System ist verschlüsselt. Zwei Tage kein Versand, externe Forensik, Wiederherstellung.
45.000 Euro · Zahlt: Cyberversicherung
Ein Akku im Retourenbereich fängt Feuer, ein Hallenteil brennt aus.
380.000 Euro · Zahlt: Betriebsinhalt
Welches Paket hätten Sie gehabt?
Davon zahlt die Versicherung: 0 Euro
Aus eigener Tasche: 670.000 Euro
Beispielhafte Summen ohne Selbstbeteiligung.
Was gezahlt wird, regeln die Bedingungen.
Konkrete Tipps vom Makler
Lassen Sie das Importeursrisiko aus Ländern außerhalb des EWR ausdrücklich in die Produkthaftpflicht schreiben und nennen Sie die Länder vollständig.
Vereinbaren Sie die erweiterte Produkthaftpflicht mit Aus- und Einbaukosten, wenn Ihre Ware verbaut wird, etwa im Bau-, Sanitär- oder Elektrobereich.
Bewahren Sie Lieferantennachweise zehn Jahre auf: Wer den Vorlieferanten benennen kann, entgeht der Händlerhaftung.
Wählen Sie für schwankende Lagerbestände eine Stichtagsversicherung oder einen Vorsorgebetrag, damit im Herbst keine Unterversicherung entsteht.
Prüfen Sie bei Batterien und Akkus die Brandschutzauflagen des Versicherers, sie werden zunehmend Bedingung für den Vertrag.
Setzen Sie Kreditlimits aus der Warenkreditversicherung auch im Verkauf durch: Lieferungen über dem Limit sind nicht gedeckt.
Warum NAMMERT für Ihren Betrieb
Wir vergleichen Bedingungen, nicht nur Prämien
Produkthaftpflicht ist nicht gleich Produkthaftpflicht. Als Makler legen wir die Klauseln zu Import, Einbaukosten und Rückruf mehrerer Versicherer nebeneinander.
Schaden von innen gekannt
In der Bootsversicherung bearbeiten wir Schäden selbst. Wir wissen, welche Unterlagen ein Versicherer sehen will, und helfen Ihnen, sie nach einem Großschaden schnell beizubringen.
Grenzüberschreitend und offen
Wir sind ein deutscher Makler, in Österreich im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit tätig. Für Großhändler mit Kunden in Deutschland ist das oft ein Vorteil, weil wir beide Märkte kennen.
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Betrieb, Fuhrpark und Privates laufen bei einem Ansprechpartner zusammen, erreichbar unter +49 3375 29 12 77. Die Vergütung zahlt der Versicherer, Sie zahlen nichts.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Muss ein Großhandel in Österreich versichert sein?
Gesetzlich ist nur die Kfz-Haftpflicht für Ihre Fahrzeuge vorgeschrieben.
Die Produkthaftung nach dem Produkthaftungsgesetz trifft Sie aber unabhängig davon,
ob Sie versichert sind.
Was ist der Unterschied zwischen Produkthaftpflicht und erweiterter Produkthaftpflicht?
Die einfache Produkthaftpflicht zahlt Personen- und Sachschäden durch ein fehlerhaftes Produkt.
Die erweiterte deckt zusätzlich reine Vermögensschäden Ihrer Abnehmer,
etwa Aus- und Einbaukosten oder Nachbesserung.
Was kostet eine Warenkreditversicherung?
Meist einen Bruchteil eines Prozents des versicherten Umsatzes, abhängig von Branche und Abnehmern.
Für 5 Mio.
Euro Umsatz sind einige tausend Euro im Jahr üblich.
Ist ein Rückruf versichert?
Nur mit einer eigenen Rückrufkostenversicherung oder einem ausdrücklichen Einschluss.
Die normale Produkthaftpflicht zahlt den Rückruf in der Regel nicht.
Brauche ich eine eigene Transportversicherung, wenn der Spediteur haftet?
Meist ja.
Frachtführer haften nach der CMR nur begrenzt nach Gewicht der Ware.
Bei hochwertiger Ware bleibt ohne Transportversicherung ein großer Teil des Schadens bei Ihnen.
Wer zahlt, wenn ein Lagerarbeiter vom Stapler verletzt wird?
Die AUVA für Behandlung und Rente.
Sie haften dem Dienstnehmer nur bei Vorsatz.
Bei grober Fahrlässigkeit kann die AUVA aber Regress nehmen,
dafür sollte die Betriebshaftpflicht eintreten.
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