Alles zur Versicherung: Gruppenunfallversicherung
Was bringt eine Gruppenunfallversicherung, wenn die Mitarbeiter über die AUVA versichert sind?
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Kurz gesagt
Wie die Gruppenunfallversicherung für Dienstnehmer in Österreich versteuert wird, hängt vom Betrag ab. Zahlt der Dienstgeber die Prämie für alle oder eine abgegrenzte Gruppe, ist sie bis 300 Euro je Dienstnehmer und Jahr als Zukunftssicherung lohnsteuerfrei und sozialversicherungsfrei. Was darüber liegt, ist ein steuerpflichtiger Vorteil aus dem Dienstverhältnis.
Wie sich der steuerfreie Rahmen bei veröffentlichten Gruppenprämien ausnutzen lässt, je Dienstnehmer und Jahr.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Angestellte, 24 Stunden, 37.500 Euro Invalidität mit Progression 300 Prozent | Prämie 33,25 Euro, voll im steuerfreien Rahmen |
| Angestellte, 24 Stunden, 75.000 Euro Invalidität mit Progression 300 Prozent | Prämie 66,50 Euro, voll im steuerfreien Rahmen |
| Unfall 66,50 Euro plus Lebensversicherung 250 Euro | 16,50 Euro über dem Rahmen, dieser Teil ist steuerpflichtig |
| Steuerfreier Rahmen der Zukunftssicherung | höchstens 300 Euro je Dienstnehmer |
Prämien aus einem veröffentlichten Rahmenvertrag für touristische Organisationen in Oberösterreich
(Stand 2021, Bürotätigkeiten);
die Prämien sind deshalb Richtwert aus der Angebotspraxis und für andere Betriebe abweichend.
Kombinationsrechnung eigenes Beispiel.
Rechenbeispiel
Der Dienstgeber zahlt eine Gruppenunfallpolizze rund um die Uhr zusätzlich zum Lohn, Prämie 95 Euro je Kopf, sonst keine Zukunftssicherung.
| Prämie gesamt (14 × 95 Euro) | 1.330 Euro |
| Steuerfreier Rahmen je Dienstnehmer | 300 Euro, genutzt 95 Euro |
| Lohnsteuer und Sozialversicherung | 0 Euro |
| Noch frei für andere Zukunftssicherung | 205 Euro je Dienstnehmer |
Die Tischlerei zahlt 1.330 Euro als Betriebsausgabe, die Dienstnehmer haben keinen Abzug am Lohnzettel.
In Österreich gibt es keine eigene Pauschalsteuer für die Gruppenunfallversicherung wie in Deutschland. Stattdessen nutzt man die Zukunftssicherung: Nach § 3 Abs. 1 Z 15 lit. a EStG sind Zuwendungen des Dienstgebers für die Zukunftssicherung seiner Dienstnehmer bis 300 Euro jährlich je Person steuerfrei.
Dazu zählt neben Pensions- und Krankenversicherungen ausdrücklich auch eine Unfallversicherung. Die gleiche Grenze von 300 Euro steht in § 49 Abs. 3 Z 18 lit. a ASVG, die Prämie bleibt also auch sozialversicherungsfrei.
| Prämie je Dienstnehmer und Jahr | Lohnsteuer | Sozialversicherung |
|---|---|---|
| bis 300 Euro, für alle oder eine Gruppe | frei | frei |
| Teil über 300 Euro | steuerpflichtiger Vorteil | beitragspflichtig |
| nur für einzelne, ausgewählte Personen | steuerpflichtig | beitragspflichtig |
Die Steuerfreiheit der Gruppenunfallversicherung setzt voraus, dass der Dienstgeber sie allen Dienstnehmern oder einer bestimmten Gruppe gewährt. Eine Gruppe muss sachlich abgegrenzt sein, etwa alle Monteure, alle Angestellten eines Standorts oder alle mit einer bestimmten Funktion.
Eine Auswahl nach Sympathie oder nur für die Geschäftsführung reicht nicht. Dann ist die Prämie für die Betroffenen ein steuerpflichtiger Sachbezug.
Die 300 Euro gelten je Dienstnehmer für alle Zukunftssicherungen gemeinsam. Zahlt der Betrieb schon eine Lebens- oder Pensionsversicherung, die den Rahmen ausschöpft, wird die Gruppenunfallversicherung für Dienstnehmer zum steuerpflichtigen Vorteil.
Eine Gruppenunfallpolizze kostet je Kopf oft deutlich weniger als 300 Euro. Häufig bleibt daher Platz, um Unfall und eine kleine Krankenzusatzversicherung zu kombinieren. Die Aufteilung sollte in der Lohnverrechnung je Person nachvollziehbar sein.
Wird die Prämie der Gruppenunfallversicherung nicht zusätzlich, sondern aus einem Teil des bisherigen Gehalts finanziert, gelten für Steuer und Sozialversicherung Sonderregeln. Diese Gestaltung sollte die Steuerberatung vorab prüfen.
Beteiligen sich Dienstnehmer freiwillig selbst an der Prämie, zahlen sie diesen Teil aus versteuertem Einkommen. Steuerfrei ist nur, was der Dienstgeber zusätzlich aufwendet.
Die steuerfreie Zukunftssicherung betrifft nur die Prämie der Gruppenunfallversicherung. Wie eine spätere Leistung behandelt wird, hängt davon ab, ob sie als Kapital oder als Rente fließt und ob sie über den Dienstgeber läuft; das gehört vor der Auszahlung in die Lohnverrechnung.
Für den Betrieb ist die Prämie eine Betriebsausgabe. Neben Lohnsteuer und Sozialversicherung entfällt im steuerfreien Rahmen auch der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds.
Fragen und Antworten
Je Dienstnehmer und Jahr bei jedem Dienstgeber.
Wer zwei Dienstverhältnisse hat, kann ihn bei beiden nutzen.
Ja, wenn die Lehrlinge zur begünstigten Gruppe gehören oder alle Dienstnehmer versichert sind.
Nein, der steuerfreie Teil wird nicht erfasst.
Ein steuerpflichtiger Teil darüber läuft bereits über die Lohnverrechnung.
Ja, als Betriebsausgabe, unabhängig davon, ob sie für den Dienstnehmer steuerfrei ist.
Nein.
Die deutsche Pauschalsteuer von 20 Prozent gilt nur dort.
In Österreich ist der Weg die steuerfreie Zukunftssicherung bis 300 Euro.
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