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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Wer haftet in Österreich für Fehler in Code, den eine KI geschrieben hat?

Kurz gesagt

In Österreich haftet für Fehler in Code, den eine KI geschrieben hat, wer den Code liefert, nicht das KI-Werkzeug: nach ABGB wie für selbst geschriebenen Code, mit dem Sorgfaltsmaßstab eines Fachmanns. Für Software ab 9. Dezember 2026 kommt nach Umsetzung der EU-Richtlinie die Produkthaftung hinzu. Haftpflicht für IT-Betriebe gibt es über die Wirtschaftskammer ab 150,59 Euro im Jahr.

Wer haftet in Österreich für Fehler in Code, den eine KI geschrieben hat?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämien für Haftpflichtdeckungen von IT-Betrieben in Österreich.

BeispielRichtwert
Rahmenvertrag der Wirtschaftskammer für UBIT-Mitglieder, Umsatz bis 350.000 Euro, Summe 2.511.981 Euro150,59 Euro im Jahr inklusive Versicherungssteuer
Derselbe Rahmenvertrag, Umsatz bis 500.000 Euro200,70 Euro im Jahr inklusive Versicherungssteuer
Rahmenvertrag mit Entfall des Selbstbehalts in der Berufshaftpflicht15 Prozent Zuschlag, rund 173 Euro im Jahr bei Umsatz bis 350.000 Euro
Cyberpolizze für kleine Betriebe, Online-Abschlussab 145,80 Euro netto im Jahr

Stand Oktober 2026.

Prämien und Zuschlag stammen aus dem Tarifblatt 2026 der Wirtschaftskammer,

der Betrag mit Zuschlag ist daraus gerechnet; welche Tätigkeiten der Rahmenvertrag deckt,

regelt der Gruppenvertrag.

Die Schadenbeträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Wiener Einzelunternehmer baut mit KI eine Schnittstelle für einen Webshop

Ein von der KI erzeugter Rechenfehler setzt eine Woche lang falsche Preise, der Shop verkauft unter dem Einkaufspreis.

Verlust des Shops durch falsche Preiseetwa 20.000 Euro
Fehlersuche und Sachverständigeretwa 3.000 Euro
Code vor Auslieferung getestetnein

Der Entwickler haftet nach ABGB für rund 23.000 Euro. Die IT-Haftpflicht zahlt, wenn sie den KI-Einsatz nicht ausschließt; die Produkthaftung greift nicht, weil nur ein Vermögensschaden entstanden ist.

Warum Sie für KI-Code wie für eigenen Code haften

Ein KI-Werkzeug ist rechtlich ein Hilfsmittel. Liefern Sie Code an einen Kunden, leisten Sie nach § 922 ABGB Gewähr, dass er dem Vertrag entspricht. Ob ein Fehler von Ihnen oder von der KI stammt, ändert an der Gewährleistung nichts.

Für Schadenersatz kommt es auf Ihr Verschulden an. Wer sich als Softwareentwickler anbietet, muss nach § 1299 ABGB die Kenntnisse und den Fleiß eines Fachmanns aufbringen. KI-Code ohne Prüfung zu übernehmen, entspricht diesem Maßstab in der Regel nicht.

AnspruchGrundlageWann er greift
Gewährleistung§ 922 ABGBCode entspricht nicht dem Vereinbarten
Schadenersatz§§ 1295 und 1299 ABGBFehler beruht auf mangelnder Sorgfalt, etwa fehlenden Tests
Produkthaftung heutePHGnur wenn eine körperliche Sache fehlerhaft ist
Produkthaftung künftigRichtlinie 2024/2853Software ab 9.12.2026 verursacht Personen-, Sach- oder private Datenschäden

Was die neue Produkthaftung für KI-Code bedeutet

Die EU-Richtlinie 2024/2853 macht Software zum Produkt und gilt für Produkte ab dem 9. Dezember 2026. Österreich muss sie bis dahin umsetzen; am 14.10.2026 ist im Rechtsinformationssystem des Bundes noch keine Änderung des PHG kundgemacht.

Nach der Umsetzung haftet, wer Software mit KI-Code in Verkehr bringt, ohne Verschulden, wenn ein Fehler Menschen verletzt, Sachen beschädigt oder private Daten zerstört. Ob ein Mensch oder eine KI den Code geschrieben hat, spielt dann keine Rolle.

Lizenzrisiken in KI-generiertem Code

KI-Werkzeuge können Teile aus fremdem Code wiedergeben, der unter einer Lizenz mit Pflichten steht. Liefern Sie solchen Code ohne Lizenzhinweis aus, kann das ein Rechtsmangel sein, für den Sie dem Kunden Gewähr leisten.

Prüfen Sie KI-Code deshalb mit einem Werkzeug zur Lizenzanalyse und halten Sie fest, welche Teile mit KI entstanden sind.

Zahlt die IT-Haftpflicht für Fehler in KI-Code?

Die IT-Haftpflicht deckt Vermögensschäden Ihrer Kunden durch Fehler in Ihrer Arbeit, zum Beispiel einen Ausfall durch fehlerhaften Code. Eigene Klauseln zu KI-generiertem Code sind in den Bedingungen bisher selten.

Fragen Sie beim Versicherer nach, ob KI beim Programmieren eingeschlossen ist, und lassen Sie es sich schriftlich bestätigen. Fragen im Antrag zum KI-Einsatz beantworten Sie richtig, sonst gefährden Sie den Schutz nach § 16 VersVG.

Wann Sie nicht persönlich haften

Arbeiten Sie als Angestellter, ist Vertragspartner des Kunden Ihr Arbeitgeber, er haftet gegenüber dem Kunden. Eine eigene IT-Haftpflicht brauchen dann vor allem Selbstständige und Betriebe.

Hat der Kunde den KI-Code selbst erzeugt und Sie nur mit dem Einbau beauftragt, haften Sie für Ihren Auftrag: für die Prüfung nur, wenn sie vereinbart war.

Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler IT-Haftpflicht für Entwickler in Österreich, die mit KI programmieren. Die Courtage zahlt der Versicherer, für Sie ist die Beratung kostenlos.

Schritt für Schritt

  1. KI-Code wie fremden Code behandeln: lesen, testen, prüfen.
  2. Mit dem Kunden schriftlich festhalten, ob KI eingesetzt wird.
  3. KI-Code auf Lizenzen und Sicherheitslücken scannen.
  4. IT-Haftpflicht auf KI-Ausschlüsse prüfen und Einschluss bestätigen lassen.
  5. Umsetzung der Produkthaftungsrichtlinie im RIS verfolgen.

Checkliste

  • Tests und Code-Review für jeden KI-Beitrag
  • Lizenzprüfung vor der Auslieferung
  • IT-Haftpflicht ohne Ausschluss für KI-Werkzeuge
  • Produkthaftpflicht mit Software, wenn Sie Software verkaufen
  • Haftungsbegrenzung für Vermögensschäden im Vertrag, soweit zulässig

Häufige Fehler

  • KI-Code ungeprüft übernehmen, weil er läuft
  • Den Anbieter des KI-Werkzeugs für haftbar halten
  • Antragsfragen zum KI-Einsatz falsch beantworten

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich den Anbieter des KI-Werkzeugs in Anspruch nehmen?

Gegenüber Ihrem Kunden haften Sie.

Ob ein Rückgriff beim Anbieter möglich ist, hängt von dessen Nutzungsbedingungen ab;

rechnen Sie Ihr Risiko besser ohne ihn.

Muss ich dem Kunden sagen, dass Code von einer KI stammt?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht für Programmcode gibt es nicht,

viele Kunden regeln es aber im Vertrag.

Klare Absprachen vermeiden später Streit.

Welcher Sorgfaltsmaßstab gilt für Entwickler?

Nach § 1299 ABGB der eines Fachmanns.

Wer KI-Code ungeprüft liefert, erfüllt diesen Maßstab in der Regel nicht.

Gilt die Produkthaftung schon heute für Software?

Das PHG erfasst heute nur bewegliche körperliche Sachen.

Für Software ab 9.

Dezember 2026 ändert sich das mit der Umsetzung der EU-Richtlinie.

Was kostet eine IT-Haftpflicht in Österreich?

Über den Rahmenvertrag der Wirtschaftskammer 150,59 Euro im Jahr bei Umsatz bis 350.000 Euro,

200,70 Euro bis 500.000 Euro, jeweils inklusive Versicherungssteuer.

Quellen

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Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO mit Sitz in Deutschland.

Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37.

In Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit.

Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen.

Sie vermittelt Ihren Vertrag nicht.

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