Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Österreich?
Für 1.500 Euro Monatsrente zahlen Sie in einem Büroberuf meist etwa 50 bis 85 Euro Prämie im …
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Kurz gesagt
Welche Versicherungen angestellte Handwerker in Österreich brauchen: zuerst Schutz der Arbeitskraft. Gelernte Facharbeiter haben zwar Berufsschutz im ASVG, aber erst unter der Hälfte der Arbeitsfähigkeit. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kostet im Handwerk deutlich mehr als im Büro, ein 43-jähriger Elektriker zahlt für 3.000 Euro Rente ab etwa 240 Euro im Monat. Dazu eine Unfallpolizze für die Freizeit.
Prämienbeispiele aus österreichischen Vergleichen, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Berufsunfähigkeit, Metallbearbeiter, 38 Jahre, 1.000 Euro Rente | ab etwa 55 Euro im Monat |
| Berufsunfähigkeit, Elektriker, 43 Jahre, 3.000 Euro Rente | ab etwa 240 Euro im Monat |
| Zum Vergleich: Softwareentwickler, 29 Jahre, 1.000 Euro Rente | ab etwa 20 Euro im Monat |
| Private Unfallversicherung, Angestellter, 350.000 Euro | etwa 170 bis 220 Euro im Jahr |
| Rechtsschutz, Familie mit Kfz und Privat | etwa 233 bis 484 Euro im Jahr |
Werte aus veröffentlichten Vergleichen;
der Wert im Beispiel unten ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Ihre Prämie hängt von Gewerk, Alter und Gesundheit ab.
Rechenbeispiel
Er kann nicht mehr knien und keine schweren Teile tragen, Planung und Kundenberatung schafft er aber noch.
| Unfallversicherung | nichts, weil kein Unfall |
| Invaliditätspension nach § 255 ASVG | nur wenn seine Arbeitsfähigkeit im Berufsfeld unter die Hälfte sinkt |
| Private BU mit 1.500 Euro Rente | zahlt, wenn er seinen Beruf zu weniger als 50 Prozent ausüben kann |
| Prämie | Richtwert etwa 90 bis 160 Euro im Monat |
Der gesetzliche Berufsschutz hilft erst spät. Die private Polizze überbrückt die Zeit, bis er in einem anderen Beruf Fuß gefasst hat.
Wer im Handwerk arbeitet, belastet Rücken, Knie und Gelenke täglich und arbeitet mit Maschinen, auf Leitern und Gerüsten. Versicherer stufen angestellte Handwerker deshalb bei Berufsunfähigkeit und Unfall teurer ein als Büroberufe.
Das zeigt ein veröffentlichter Vergleich: Ein 29-jähriger Softwareentwickler zahlt für 1.000 Euro Rente ab etwa 20 Euro im Monat, ein 38-jähriger Metallbearbeiter für dieselbe Rente ab etwa 55 Euro. Für Handwerker lohnt sich der frühe Abschluss deshalb besonders.
Für Handwerker, die überwiegend in erlernten oder angelernten Berufen gearbeitet haben, gilt nach § 255 ASVG ein Berufsschutz: Sie gelten als invalid, wenn ihre Arbeitsfähigkeit auf weniger als die Hälfte einer gesunden Person mit ähnlicher Ausbildung sinkt. Nötig sind mindestens 90 Pflichtversicherungsmonate in diesem Beruf in den letzten 15 Jahren.
Ungelernte Hilfskräfte haben diesen Schutz nicht. Und auch Facharbeiter bekommen nichts, solange sie in ihrem Berufsfeld noch mehr als die Hälfte leisten. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dagegen, sobald Sie Ihren Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu weniger als 50 Prozent ausüben können.
| Ereignis | Wer zahlt | Was bleibt |
|---|---|---|
| Sturz vom Gerüst auf der Baustelle | gesetzliche Unfallversicherung | private Unfallpolizze zahlt zusätzlich |
| Bandscheibenvorfall ohne Unfall | Entgeltfortzahlung, dann Krankengeld | keine Leistung der Unfallversicherung |
| Facharbeit nur noch zur Hälfte möglich | Invaliditätspension erst darunter | private Berufsunfähigkeitsrente |
| Unfall in der Freizeit | Krankenversicherung für die Behandlung | private Unfallpolizze |
Beschädigen Sie als angestellter Handwerker beim Kunden etwas, haftet der Betrieb dem Kunden für das Verschulden der Personen, deren er sich zur Erfüllung bedient, wie für sein eigenes (§ 1313a ABGB). Dafür hat der Betrieb seine Betriebshaftpflicht.
Ihre eigene Haftung gegenüber dem Betrieb regelt das Dienstnehmerhaftpflichtgesetz: Das Gericht kann den Ersatz nach Verschulden, Verantwortung und Ausbildung mäßigen. Vom Lohn abziehen darf der Betrieb einen Schaden nur, wenn Sie nicht binnen 14 Tagen widersprechen.
Für angestellte Handwerker in Österreich ergibt sich diese Reihenfolge. Was oben steht, sichert das Einkommen.
| Priorität | Polizze | Typische Prämie |
|---|---|---|
| 1 | Berufsunfähigkeitsversicherung oder Grundfähigkeit | ab etwa 55 Euro im Monat mit 38 Jahren für 1.000 Euro, ab etwa 240 Euro mit 43 Jahren für 3.000 Euro |
| 2 | Haushaltsversicherung mit Privathaftpflicht | nach Wohnfläche und Ort |
| 3 | Private Unfallpolizze | Vergleichswert etwa 170 bis 220 Euro im Jahr für einen Angestellten, Ihr Gewerk wird eigens eingestuft |
| 4 | Rechtsschutz | für Arbeitsrecht hilft die Arbeiterkammer kostenlos, für Privat und Kfz eigene Polizze |
| meist unnötig | eigene Betriebshaftpflicht, Versicherung für Firmenwerkzeug | Sache des Betriebs |
Eine eigene Betriebshaftpflicht ist für angestellte Handwerker unnötig, weil der Betrieb dem Kunden haftet. Erst mit einem eigenen Gewerbe ändert sich das; dafür gibt es eigene Seiten zu den Betriebsarten.
Für Streit um Lohn, Überstunden oder Kündigung berät und vertritt die Arbeiterkammer ihre Mitglieder kostenlos, auch vor dem Arbeits- und Sozialgericht. Eine Rechtsschutzpolizze nur wegen des Arbeitsrechts brauchen Handwerker in Österreich deshalb selten. Norman Nammert vermittelt als Versicherungsmakler; die Courtage zahlt der Versicherer.
Fragen und Antworten
Gelernte und angelernte Facharbeiter ja, nach § 255 ASVG,
wenn sie überwiegend in ihrem Beruf gearbeitet haben.
Die Pension gibt es aber erst unter der Hälfte der Arbeitsfähigkeit.
Dem Kunden haftet der Betrieb für seine Erfüllungsgehilfen.
Gegenüber dem Betrieb gilt das Dienstnehmerhaftpflichtgesetz.
Meist nicht, die Arbeiterkammer vertritt ihre Mitglieder im Arbeits- und Sozialrecht kostenlos.
Ein 38-jähriger Metallbearbeiter zahlt für 1.000 Euro Rente ab etwa 55 Euro,
ein 43-jähriger Elektriker für 3.000 Euro ab etwa 240 Euro im Monat.
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