Alles zur Versicherung: Berufsunfähigkeit
Bekomme ich eine Pension, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann?
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Kurz gesagt
In Österreich sind es vor allem drei: die Grundfähigkeitsversicherung, die private Unfallversicherung mit Progression und die Versicherung gegen schwere Krankheiten. Keine ersetzt die Berufsunfähigkeitsversicherung ganz, jede zahlt nur bei einem Teil der Ursachen. Eine Grundfähigkeitsrente von 1.000 Euro beginnt laut veröffentlichten Beispielen bei rund 20 Euro im Monat.
Veröffentlichte Prämienbeispiele österreichischer Tarife. Bei Grundfähigkeit und Unfall sind die Beispiele älter und als Größenordnung zu lesen.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Berufsunfähigkeit zum Vergleich, 29 Jahre, Softwareentwickler, 1.000 Euro Rente | ab etwa 20 Euro im Monat |
| Berufsunfähigkeit zum Vergleich, 43 Jahre, Elektriker, 3.000 Euro Rente | ab etwa 240 Euro im Monat |
| Grundfähigkeit, 25 bis 35 Jahre, Köchin, 1.000 Euro Rente | etwa 18 bis 23 Euro im Monat |
| Grundfähigkeit, 25 bis 35 Jahre, Dachdecker, 1.000 Euro Rente | etwa 27 bis 33 Euro im Monat |
| Unfall, 35 Jahre, 100.000 Euro Versicherungssumme, 400 Prozent Progression | etwa 14,50 bis 18 Euro im Monat je nach Bundesland |
| Unfall, Frau Ende 20, 141.000 Euro Versicherungssumme | etwa 173 bis 405 Euro im Jahr je nach Anbieter |
Stand Oktober 2026. Die Grundfähigkeitsprämien stammen aus einem veröffentlichten Tarifbeispiel von 2013, die Unfallprämien aus Veröffentlichungen von 2014 und 2018; heutige Prämien können höher liegen und gelten als Richtwert aus der Angebotspraxis. Für schwere Krankheiten veröffentlichen österreichische Anbieter kaum Beispiele. Ihr genaues Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Ein Bandscheibenvorfall vor drei Jahren führt zum Ausschluss der Wirbelsäule. Gerade das ist in der Pflege das größte Risiko. Sie baut deshalb aus zwei Bausteinen.
| Grundfähigkeit, 1.200 Euro Rente, deckt Heben, Knien, Gehen | etwa 30 bis 45 Euro |
| Unfall, 150.000 Euro Versicherungssumme, 400 Prozent Progression | etwa 20 bis 30 Euro |
| Zusammen | etwa 50 bis 75 Euro im Monat |
| Berufsunfähigkeit mit Rückenausschluss zum Vergleich | Rente fehlt genau im wahrscheinlichsten Fall |
Kann sie nach einem neuen Vorfall dauerhaft nicht mehr heben, zahlt die Grundfähigkeit. Nach einem schweren Unfall zahlt zusätzlich die Unfallversicherung. Eine Lücke bleibt bei psychischen Erkrankungen und wenn sie nur ihren Beruf nicht mehr schafft. Die Prämien im Beispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Die eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung ist in Österreich weniger verbreitet als in Deutschland, und nur ein Teil der Anbieter hat sie im Programm. Dazu kommen hohe Prämien in Handwerk und Pflege und Ablehnungen wegen Vorerkrankungen.
Der Preis lässt sich oft anders lösen, etwa mit einer kleineren Rente oder einer kürzeren Laufzeit. Eine Ablehnung ist der echte Fall für eine Alternative. Wer nur die Gesundheitsfragen umgehen will, wird enttäuscht: Auch Grundfähigkeit und schwere Krankheiten fragen nach Ihrer Gesundheit.
Entscheidend ist der Leistungsauslöser, also das, was passieren muss, damit Geld fließt. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung reicht es, dass Sie Ihren Beruf zur Hälfte nicht mehr ausüben können. Alle Alternativen setzen eine andere Hürde.
| Alternative | Zahlt, wenn | Psyche gedeckt | Form der Leistung |
|---|---|---|---|
| Berufsunfähigkeit (Vergleich) | Beruf zu 50 Prozent nicht mehr möglich | ja | Monatsrente |
| Grundfähigkeit | Verlust einer Fähigkeit wie Sehen, Gehen, Greifen | nur eingeschränkt | Monatsrente |
| Unfallversicherung | bleibende Invalidität nach einem Unfall | nein | Einmalzahlung, mit Progression vervielfacht |
| Schwere Krankheiten | Diagnose wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall | kaum | Einmalzahlung |
| Berufsunfähigkeitsbaustein in der Ablebensversicherung | Berufsunfähigkeit nach den Bedingungen | je nach Bedingungen | oft nur Prämienbefreiung, manchmal eine kleine Rente |
Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn Sie eine klar beschriebene Fähigkeit dauerhaft verlieren, etwa Sehen, Hören, Sprechen, Gehen oder den Gebrauch der Hände. Ob Sie weiterarbeiten, ist egal. Für Fliesenleger, Pflegekräfte oder Mechaniker ist das oft ein greifbarer Schutz.
Die Listen der Fähigkeiten unterscheiden sich stark. Psychische Erkrankungen führen selten zum Verlust einer solchen Fähigkeit und sind deshalb meist nicht oder nur für schwere Verläufe abgedeckt.
In Österreich hat etwa jeder Zweite eine private Unfallversicherung. Sie zahlt bei bleibender Invalidität nach einem Unfall einen Betrag, der sich nach der Gliedertaxe und der Progression richtet. Mit 400 Prozent Progression werden aus 100.000 Euro Versicherungssumme bei voller Invalidität 400.000 Euro.
Als Ersatz für die Berufsunfähigkeitsversicherung taugt sie trotzdem wenig. Die meisten Berufslaufbahnen enden durch Krankheit, etwa durch Rücken, Gelenke, Herz oder Psyche, und dann zahlt die Unfallversicherung nichts.
Die Versicherung gegen schwere Krankheiten zahlt eine Einmalsumme bei Diagnose. Das hilft bei Umbau, Therapie oder einer Auszeit, ersetzt aber kein Einkommen über Jahrzehnte.
Viele Österreicher haben eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zur Ablebens- oder Lebensversicherung. Lesen Sie genau, was sie leistet: Häufig übernimmt sie nur die Prämie des Hauptvertrags, eine Rente zahlt sie dann nicht.
Krankengeld der Krankenkasse fließt nur zeitlich begrenzt. Rehabilitationsgeld gibt es bei vorübergehender Invalidität, mindestens 1.308,39 Euro im Monat für Alleinstehende im Jahr 2026, aber nur solange das Verfahren läuft. Beides überbrückt, ersetzt aber nichts auf Dauer.
Die Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension gibt es nur, wenn die Pensionsversicherung Ihnen keinen anderen zumutbaren Beruf mehr zuschreibt. Ohne Berufsschutz ist das eine hohe Hürde.
Erst alle Wege zur Berufsunfähigkeitsversicherung ausschöpfen: Voranfrage bei mehreren Anbietern, kleinere Rente, Ausschluss statt Ablehnung. Dann bei körperlicher Arbeit die Grundfähigkeit. Unfall und schwere Krankheiten nur als Ergänzung.
Wenn das Budget es erlaubt, deckt eine Grundfähigkeitsrente zusammen mit einer guten Unfallversicherung mehr ab als jeder Baustein allein. Die Lücke bei psychischen Erkrankungen bleibt dabei bestehen, sagen Sie sich das ehrlich.
Fragen und Antworten
Für körperliche Berufe meist die Grundfähigkeitsversicherung. Sie zahlt eine Rente und ist leichter zu bekommen. Bei psychischem Risiko gibt es keine gute Alternative, dort lohnt sich jeder Versuch, doch eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen.
Nur für Unfälle. Die meisten Menschen müssen ihren Beruf wegen Krankheit aufgeben, und dann zahlt sie nichts.
Oft nur die Übernahme der Prämie des Hauptvertrags. Eine Rente gibt es nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart ist. Lesen Sie die Polizze.
Die Unfallversicherung fragt meist wenig nach der Gesundheit. Ein vollwertiger Schutz bei Krankheit ohne Fragen ist uns nicht bekannt.
Meist nicht oder nur bei sehr schweren Verläufen mit eigenem Baustein. Prüfen Sie die Bedingungen genau.
Es ist eine Untergrenze für eine Übergangszeit und hängt an einem Verfahren mit offenem Ende. Für den dauerhaften Erhalt Ihres Lebensstandards reicht es selten.
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NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand
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