Alles zur Versicherung: D&O-Versicherung
Haftet ein GmbH-Geschäftsführer in Österreich mit seinem Privatvermögen?
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Kurz gesagt
Eine D&O-Versicherung für einen GmbH-Geschäftsführer in Österreich kostet nach einem veröffentlichten Tarifbeispiel bei bis 1 Mio. Euro Umsatz und 1 Mio. Euro Deckungssumme rund 1.000 Euro Nettoprämie im Jahr, für 500.000 Euro Deckung rund 800 Euro. Dazu kommen 11 Prozent Versicherungssteuer, die Prämie zahlt meist die GmbH.
Nettoprämien in Österreich aus einem veröffentlichten Tarifbeispiel, ohne 11 Prozent Versicherungssteuer und ohne US-Geschäft.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Bis 1 Mio. Euro Umsatz, Deckung 500.000 Euro | rund 800 Euro netto im Jahr |
| Bis 1 Mio. Euro Umsatz, Deckung 1 Mio. Euro | rund 1.000 Euro netto im Jahr |
| Bis 5 Mio. Euro Umsatz, Deckung 2 Mio. Euro | rund 2.700 Euro netto im Jahr |
| Bis 10 Mio. Euro Umsatz, Deckung 3 Mio. Euro | rund 4.200 Euro netto im Jahr |
Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus einem veröffentlichten österreichischen Tarifbeispiel;
die Nettoprämien enthalten die 11 Prozent Versicherungssteuer nicht.
Ihre Prämie hängt von Bilanz, Branche und Bedingungen ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
So kommt die Jahresprämie zustande, wenn die GmbH eine Firmenpolizze mit 1 Mio. Euro Deckung abschließt.
| Deckungssumme | 1 Mio. Euro |
| Nettoprämie | rund 1.000 Euro |
| Versicherungssteuer 11 Prozent | rund 110 Euro |
| Zweites Mandat als Beirat in einer Tochter, 10 Prozent | rund 100 Euro netto, 111 Euro mit Steuer |
Zusammen rund 1.110 Euro im Jahr ohne zweites Mandat, rund 93 Euro im Monat. Mit dem Beiratsmandat rund 1.221 Euro im Jahr.
Die D&O-Prämie richtet sich nach der GmbH, nicht nach dem Geschäftsführer. Versicherer fragen nach Umsatz, Bilanzsumme, Eigenkapitalquote, Ergebnis der letzten Jahre, Gründungsjahr und Branche. Eine schwache Eigenkapitalquote ist in Österreich besonders heikel, weil sie das Risiko nach dem Unternehmensreorganisationsgesetz erhöht.
Bei Kleinfirmen genügt meist ein Fragebogen. Ab einigen Millionen Euro Umsatz, bei Verlusten oder Geschäft in den USA wird einzeln kalkuliert, und die Angebote liegen weit auseinander. In einem österreichischen Vergleichstest lagen das günstigste und das teuerste Angebot für dasselbe Unternehmen mehr als 150 Prozent auseinander.
| Umsatz | Deckungssumme | Nettoprämie ca. ohne Steuer |
|---|---|---|
| bis 1 Mio. Euro | 500.000 Euro | 800 Euro |
| bis 1 Mio. Euro | 1 Mio. Euro | 1.000 Euro |
| bis 2,5 Mio. Euro | 1 Mio. Euro | 1.250 Euro |
| bis 5 Mio. Euro | 2 Mio. Euro | 2.700 Euro |
| bis 10 Mio. Euro | 3 Mio. Euro | 4.200 Euro |
Für die meisten GmbH-Geschäftsführer in Österreich ist 1 Mio. Euro eine sinnvolle Untergrenze. Allein die Haftung nach § 22 URG kann je Organmitglied bis zu 100.000 Euro erreichen, dazu kommen Ansprüche des Masseverwalters wegen Zahlungen nach Insolvenzeintritt und die Kosten der Abwehr, die auf die Summe angerechnet werden.
In der Beratungspraxis wird als Faustregel oft eine Summe von 10 bis 15 Prozent der Bilanzsumme genannt. Die Deckungssumme gilt meist für alle Versicherten gemeinsam und für ein ganzes Jahr; eine doppelte Jahreshöchstleistung kostet daher einen Aufschlag, lohnt sich aber bei mehreren Geschäftsführern.
Wer mehrere Funktionen hat, etwa Geschäftsführer in einer GmbH und Aufsichtsrat in einer anderen, zahlt bei manchen Tarifen je weiterem Mandat 10 Prozent mehr. Mandate in einer Aktiengesellschaft kosten bei solchen Tarifen 45 Prozent Zuschlag je Mandat.
Teurer wird die D&O auch durch Tochtergesellschaften im Ausland, Investoren mit Mitspracherecht, eine geplante Kapitalerhöhung oder frühere Schadenfälle. Wer nur in Österreich tätig ist und eine solide Bilanz hat, sollte das im Antrag belegen.
Ein Einzelunternehmer haftet ohnehin selbst und braucht keine D&O. Bei einer ruhenden GmbH ohne Geschäftsbetrieb, Personal und Kredite ist der Nutzen gering, die Prämie für eine D&O lohnt sich dort kaum.
Auch der Gesellschafter-Geschäftsführer einer kleinen GmbH sollte ehrlich rechnen: Solange alles läuft, wird er sich selbst nicht klagen. In der Insolvenz macht aber der Masseverwalter die Ansprüche der Gesellschaft geltend, und genau dafür ist die D&O gedacht.
Fragen und Antworten
Für eine GmbH bis 1 Mio.
Euro Umsatz mit 1 Mio.
Euro Deckung nach einem Tarifbeispiel rund 93 Euro im Monat einschließlich Steuer.
Bezahlt wird meist jährlich.
Für kleine Firmen liegen die veröffentlichten Tarifbeispiele in beiden Ländern in einer ähnlichen
Größenordnung, rund 1.000 Euro netto für 1 Mio.
Euro Deckung.
Die Spanne ist aber groß, ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich.
Üblich die GmbH als Versicherungsnehmerin.
Für sie ist die Prämie Betriebsausgabe,
für den Geschäftsführer kein Vorteil aus dem Dienstverhältnis.
Bei der Firmenpolizze meist nicht, alle Organe sind gemeinsam versichert.
Die Summe teilen sich dann aber alle.
Nein.
Auch einen gesetzlichen Pflichtselbstbehalt wie für deutsche Vorstände gibt es nicht.
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