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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / D&O-Versicherung

Ist die D&O-Prämie für Geschäftsführer ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis?

Kurz gesagt

Nein, wenn die GmbH Versicherungsnehmerin und Begünstigte ist. Dann ist die D&O-Prämie für Geschäftsführer kein Vorteil aus dem Dienstverhältnis und bei der GmbH eine Betriebsausgabe (LStR 2002 Rz 393a). Schließt der Geschäftsführer selbst ab, sind seine Prämien Werbungskosten. Bei 1.000 Euro Nettoprämie und 23 Prozent Körperschaftsteuer trägt die GmbH nach Steuern rund 855 Euro samt Versicherungssteuer.

Ist die D&O-Prämie für Geschäftsführer ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis?

Was es kostet

Nettoprämien in Österreich aus einem veröffentlichten Tarifbeispiel, dazu der Steuereffekt bei der GmbH.

BeispielRichtwert
Bis 1 Mio. Euro Umsatz, Deckung 1 Mio. Eurorund 1.000 Euro netto im Jahr
Bis 1 Mio. Euro Umsatz, Deckung 500.000 Eurorund 800 Euro netto im Jahr
Bis 5 Mio. Euro Umsatz, Deckung 2 Mio. Eurorund 2.700 Euro netto im Jahr

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus einem veröffentlichten Tarifbeispiel,

ohne 11 Prozent Versicherungssteuer.

Steuerliche Aussagen nach den Lohnsteuerrichtlinien 2002 in der Fassung vom Dezember 2022;

keine Steuerberatung im Einzelfall.

Rechenbeispiel

GmbH in Linz, Firmenpolizze mit 1 Mio. Euro Deckung

So wirkt die Prämie steuerlich, wenn die GmbH Versicherungsnehmerin und Begünstigte ist.

Nettoprämie1.000 Euro
Versicherungssteuer 11 Prozent110 Euro
Betriebsausgabe der GmbH1.110 Euro
Körperschaftsteuer-Ersparnis 23 Prozentrund 255 Euro
Vorteil aus dem Dienstverhältnis beim Geschäftsführer0 Euro

Die GmbH trägt nach Steuern rund 855 Euro im Jahr, der Geschäftsführer versteuert nichts.

Was die Lohnsteuerrichtlinien zur D&O-Prämie sagen

Das Finanzministerium behandelt Haftpflichtversicherungen für Vermögensschäden aus Fehlern von Führungskräften in den Lohnsteuerrichtlinien ausdrücklich, unter dem Stichwort Vermögensschadenversicherung in Rz 393a. Entscheidend ist, wer Versicherungsnehmer ist und wem die Leistung zusteht.

Ist die GmbH Versicherungsnehmerin und Begünstigte, sind die D&O-Prämien bei ihr Betriebsausgaben, und beim Geschäftsführer entsteht kein Vorteil aus dem Dienstverhältnis. Er muss also nichts versteuern, und es fallen keine Lohnabgaben an. Das ist die übliche Gestaltung einer Firmenpolizze in Österreich.

Gestaltung nach Rz 393aBeim GeschäftsführerBei der GmbH
GmbH ist Versicherungsnehmerin und Begünstigtekein Vorteil aus dem DienstverhältnisBetriebsausgabe
Geschäftsführer ist Versicherungsnehmer, GmbH begünstigtPrämien sind Werbungskosten, Leistung keine EinnahmeLeistung fließt der GmbH zu
Geschäftsführer ist Versicherungsnehmer und BegünstigterPrämien sind Werbungskosten, Auszahlung an ihn ist Einnahmenichts
GmbH ist Versicherungsnehmerin, geschädigter Dritter begünstigtkein Vorteil aus dem DienstverhältnisBetriebsausgabe

Persönliche D&O: Werbungskosten statt Sachbezug

Schließt ein Geschäftsführer die D&O-Versicherung selbst ab und zahlt die Prämie, kann er sie nach Rz 393a als Werbungskosten absetzen. Das gilt etwa für eine persönliche Polizze bei mehreren Mandaten oder wenn die Firma keine D&O hat.

Übernimmt die GmbH die Prämie einer solchen persönlichen Polizze, ist das in den Richtlinien nicht ausdrücklich geregelt. Naheliegend ist dann ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis, dem bei Ihnen Werbungskosten in gleicher Höhe gegenüberstehen. Diese Einordnung sollten Sie vorher mit Ihrer Steuerberatung klären.

Wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer

Wer mit mehr als 25 Prozent an der GmbH beteiligt ist, erzielt als Geschäftsführer meist Einkünfte aus sonstiger selbständiger Arbeit und ist steuerlich kein Dienstnehmer. Die Lohnsteuerrichtlinien zur D&O-Prämie sind für Dienstnehmer geschrieben, die Logik passt aber auch hier: Eine Firmenpolizze im Interesse der GmbH ist deren Betriebsausgabe.

Heikel wird es, wenn die GmbH einem Gesellschafter-Geschäftsführer eine rein persönliche D&O bezahlt, ohne dass das im Geschäftsführervertrag vereinbart ist. Das Finanzamt kann darin eine verdeckte Ausschüttung sehen. Eine klare schriftliche Vereinbarung vorab vermeidet das.

Was die GmbH von der D&O-Prämie absetzt

Die GmbH setzt die D&O-Prämie samt 11 Prozent Versicherungssteuer als Betriebsausgabe ab. Eine Vorsteuer gibt es nicht, weil Versicherungsleistungen von der Umsatzsteuer befreit sind. Bei 23 Prozent Körperschaftsteuer sinkt die echte Belastung entsprechend.

Grenze dieser Seite: Die Lohnsteuerrichtlinien sind ein Auslegungsbehelf des Finanzministeriums und binden Gerichte nicht. Bei Konzernpolizzen, die Geschäftsführer mehrerer Firmen schützen, sollte die Aufteilung der Prämie vorher geklärt werden.

Schritt für Schritt

  1. In der Polizze nachsehen, wer Versicherungsnehmer und wer Begünstigter ist.
  2. Firmenpolizze und persönliche Polizzen getrennt erfassen.
  3. Persönliche Prämien in der Arbeitnehmerveranlagung als Werbungskosten angeben.
  4. Bei Gesellschafter-Geschäftsführern die Prämienübernahme vorab schriftlich regeln.
  5. Einordnung einmal mit der Steuerberatung und der Lohnverrechnung abstimmen.

Checkliste

  • GmbH ist Versicherungsnehmerin und Begünstigte
  • Alle Organe gemeinsam versichert
  • Persönliche Polizze selbst bezahlt oder sauber abgerechnet
  • Vereinbarung im Geschäftsführervertrag
  • Belege für Werbungskosten aufbewahrt

Häufige Fehler

  • Eine persönliche D&O über die Firma zahlen, ohne die Einordnung zu klären
  • Selbst bezahlte Prämien in der Veranlagung nicht als Werbungskosten angeben
  • Beim Gesellschafter-Geschäftsführer ohne Vereinbarung zahlen
  • Vorsteuer aus der Prämienrechnung ziehen, die es nicht gibt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss die D&O-Prämie im Lohnzettel stehen?

Bei einer Firmenpolizze, bei der die GmbH Versicherungsnehmerin und Begünstigte ist, nicht.

Es liegt kein Vorteil aus dem Dienstverhältnis vor.

Fallen Sozialversicherungsbeiträge an?

Bei der Firmenpolizze nicht, weil kein Entgelt aus dem Dienstverhältnis entsteht.

Kann ich eine persönliche D&O absetzen?

Ja, nach Rz 393a sind die Prämien Werbungskosten, wenn Sie selbst Versicherungsnehmer sind.

Gilt das auch für Aufsichtsräte und Beiräte?

Für sie gilt die Firmenpolizze ebenso.

Aufsichtsräte sind meist keine Dienstnehmer,

die Prämie bleibt aber Betriebsausgabe der Gesellschaft.

Ist eine Leistung aus der D&O steuerpflichtig?

Zahlt der Versicherer an die GmbH oder an den Geschädigten, haben Sie keine Einnahme.

Nur eine Auszahlung an Sie selbst aus Ihrer eigenen Polizze ist eine Einnahme.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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In Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit.

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