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Warum steigt die Prämie meiner Pflegeversicherung in Österreich?

Kurz gesagt

Die Prämie Ihrer Pflegeversicherung steigt in Österreich meist wegen einer vereinbarten Indexanpassung oder weil im Tarif mehr Leistungen anfallen als kalkuliert. Warum steigt sie nicht? Wegen Ihres Älterwerdens oder Ihrer Gesundheit allein, das verbietet § 178f VersVG bei Pflegegeldtarifen der Krankenversicherung. Auf Verlangen muss Ihnen der Versicherer die gleiche Prämie mit angepasster Leistung anbieten.

Warum steigt die Prämie meiner Pflegeversicherung in Österreich?

Was es kostet

Veröffentlichte Prämienbeispiele für private Pflegeversicherungen in Österreich.

BeispielRichtwert
Eintritt mit 25 Jahren, Beispieltarifrund 21 Euro im Monat
Eintritt mit 55 Jahren, Beispieltarifrund 90 Euro im Monat
Sinnvolle Absicherung mit 50 Jahrenetwa 50 bis 100 Euro im Monat
Sehr günstige Tarife für Erwachseneab etwa 30 Euro im Monat

Werte ohne spätere Anpassungen.

Wie stark ein Tarif angepasst wird, lässt sich nicht vorhersagen;

die erlaubten Gründe stehen in § 178f VersVG.

Rechenbeispiel

Pflegegeldtarif, Abschluss mit 45, Erhöhung nach acht Jahren

Der Versicherer kündigt eine Erhöhung an, weil im Tarif mehr Leistungen anfallen. Was die Kundin tun kann.

Bisherige Prämie60 Euro im Monat
Angekündigte Erhöhungplus 12 Prozent, also 67,20 Euro
Wirksam abdem Monatsersten nach Absendung
Alternative60 Euro weiter, mit angemessen geringerer Leistung

Sie verlangt beide Varianten schriftlich und vergleicht. Passt die geringere Leistung noch zu ihrer Pflegelücke, bleibt sie bei 60 Euro.

Welche Gründe für eine Erhöhung erlaubt sind

Ist Ihre private Pflegeversicherung ein Pflegegeldtarif eines Krankenversicherers, regelt § 178f VersVG streng, wann die Prämie steigen darf: nur wegen eines vereinbarten Index, der Lebenserwartung, der Häufigkeit und Höhe der Leistungen im Tarif, des Verhältnisses zu den Leistungen der Sozialversicherung oder der Entgelte im Gesundheitswesen.

Verboten sind Anpassungen nur deshalb, weil Sie älter werden oder Ihre Gesundheit schlechter wird. Auch eine von Anfang an zu knapp kalkulierte Alterungsrückstellung darf nicht über spätere Erhöhungen nachgeholt werden.

GrundErlaubt bei Pflegegeldtarifen der Krankenversicherung
Vereinbarter Index, etwa Verbraucherpreisindexja
Mehr Leistungsfälle im Tarif als kalkuliertja
Steigende Lebenserwartungja
Ihr Älterwerdennein
Ihre persönliche Gesundheitnein

Ihr Recht auf gleiche Prämie

Erhöht der Versicherer die Prämie Ihrer Pflegeversicherung, muss er Ihnen auf Verlangen anbieten, den Vertrag mit höchstens gleichbleibender Prämie und angemessen geänderten Leistungen fortzusetzen. Das ist eine Alternative zur Kündigung, bei der Sie Ihren erworbenen Schutz behalten.

Rückwirkende Erhöhungen sind unwirksam. Eine Änderung wirkt erst ab dem Monatsersten nach Absendung der Erklärung. Der Versicherer muss jede Änderung zudem Stellen wie Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und dem Verein für Konsumenteninformation melden, die gegen unzulässige Erhöhungen klagen können.

Pflegerente als Lebensversicherung

Nicht jede private Pflegeversicherung ist ein Pflegegeldtarif der Krankenversicherung. Eine Pflegerente kann auch als Lebensversicherung gebaut sein. Dann gilt § 178f VersVG nicht, und ob die Prämie steigen kann, steht in Ihrem Vertrag.

Sehen Sie in der Polizze nach, welche Sparte und welche Wertanpassung vereinbart ist. Bei einer Indexanpassung steigen je nach Vertrag Prämie und Leistung, damit das Pflegegeld mit den Kosten Schritt hält.

Kündigen ist meist die schlechteste Lösung

Wer eine Pflegeversicherung wegen einer Erhöhung kündigt, steigt später älter und mit neuer Gesundheitsprüfung wieder ein. Eine Pflegeversicherung mit 25 Jahren kostet im Beispiel rund 21 Euro im Monat, mit 55 Jahren rund 90 Euro.

Prüfen Sie zuerst das Angebot mit gleicher Prämie und geänderter Leistung und rechnen Sie nach, ob die verbleibende Leistung Ihre Pflegelücke noch sinnvoll deckt.

Schritt für Schritt

  1. Im Schreiben den genannten Grund der Erhöhung suchen.
  2. Prüfen, ob es ein Pflegegeldtarif der Kranken- oder eine Lebensversicherung ist.
  3. Das Angebot mit gleicher Prämie und geänderter Leistung verlangen.
  4. Beide Varianten mit Ihrer Pflegelücke vergleichen.
  5. Bei Zweifeln an der Zulässigkeit die Arbeiterkammer fragen.

Checkliste

  • Grund der Erhöhung genannt
  • Sparte der Pflegeversicherung geklärt
  • Variante mit gleicher Prämie angefordert
  • Keine rückwirkende Erhöhung akzeptiert
  • Kündigung erst nach Vergleich erwogen

Häufige Fehler

  • Sofort kündigen und später älter neu abschließen
  • Eine Erhöhung wegen des Alters ohne Nachfrage hinnehmen
  • Das Recht auf gleiche Prämie nicht nutzen
  • Pflegerente und Pflegegeldtarif verwechseln

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Warum steigt die Prämie meiner Pflegeversicherung, obwohl ich gesund bin?

Angepasst wird für den Tarif, etwa wegen Index oder mehr Leistungsfällen.

Ihre persönliche Gesundheit darf kein Grund sein.

Darf die Prämie steigen, weil ich älter werde?

Bei Pflegegeldtarifen der Krankenversicherung nein, das verbietet § 178f VersVG.

Kann ich die Erhöhung ablehnen?

Sie können verlangen, den Vertrag mit höchstens gleicher Prämie und angemessen geänderten

Leistungen fortzusetzen.

Ab wann gilt die neue Prämie?

Frühestens ab dem Monatsersten nach Absendung der Erklärung, rückwirkend nie.

Wer kontrolliert die Erhöhungen?

Versicherer müssen sie unter anderem Arbeiterkammer und VKI melden.

Diese können auf Unterlassung klagen.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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In Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit.

Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen.

Sie vermittelt Ihren Vertrag nicht.

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