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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauche ich in Österreich, wenn ich mich selbständig mache?

Kurz gesagt

Wenn Sie sich in Österreich selbständig machen, sind Sie bei der SVS pflichtversichert: Kranken, Pensions und Unfallversicherung samt Vorsorge, 2026 mindestens rund 161 Euro im Monat. Selbst absichern müssen Sie die Haftung im Beruf, das Einkommen in den ersten sechs Krankheitswochen und eine Berufsunfähigkeit.

Welche Versicherungen brauche ich in Österreich, wenn ich mich selbständig mache?

Was es kostet

Richtwerte aus veröffentlichten Beiträgen und Prämienbeispielen für 2026.

BeispielRichtwert
SVS Pflichtversicherung beim Mindestbeitragrund 161 Euro im Monat
SVS Zusatzversicherung Krankengeld, Beitragsgrundlage 3.000 Euro75 Euro im Monat für 60 Euro am Tag
Privates Krankentaggeld 50 Euro am Tag ab dem 4. Tagetwa 20 bis 40 Euro im Monat
Berufshaftpflicht Berater, Umsatz bis 30.000 Euro, Summe 150.000 Eurorund 170 Euro netto im Jahr
Betriebshaftpflicht Ein-Personen-Unternehmen mit Büro oder Beratungetwa 100 bis 250 Euro im Jahr
Berufsunfähigkeit 1.500 Euro Rente, Büroberufetwa 50 bis 85 Euro im Monat

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Beiträgen und Beispielen.

Die Summe im Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ihre Prämien hängen von Gewinn, Beruf und Alter ab; die genauen Angebote holen wir ein.

Rechenbeispiel

Unternehmensberaterin, 34, erstes Jahr mit geringem Gewinn

So setzt sich das Monatsbudget zusammen, wenn sie beim SVS Mindestbeitrag liegt und die Lücken schließt.

SVS Pflichtversicherung, Mindestbeitragrund 161 Euro
Privates Krankentaggeld ab dem 4. Tagetwa 20 bis 40 Euro
Berufshaftpflicht, rund 170 Euro netto im Jahr plus Steueretwa 16 Euro
Berufsunfähigkeit, 1.500 Euro Renteetwa 50 bis 85 Euro

Zusammen etwa 250 bis 300 Euro im Monat. Steigt der Gewinn, wächst vor allem der SVS Anteil.

Was die SVS Pflichtversicherung abdeckt

Wer in Österreich ein Gewerbe anmeldet oder als neuer Selbständiger arbeitet, ist bei der SVS in Kranken, Pensions und Unfallversicherung pflichtversichert. Dazu kommt die Selbständigenvorsorge mit 1,53 Prozent der Beitragsgrundlage.

Die Beiträge richten sich nach dem Gewinn, liegen aber mindestens auf der Mindestbeitragsgrundlage von 551,10 Euro im Monat. Nach oben ist bei 8.085 Euro im Monat Schluss, darüber steigen die Beiträge nicht mehr.

ZweigBeitrag 2026
Krankenversicherung6,8 % der Beitragsgrundlage, mindestens 37,47 Euro
Pensionsversicherung18,5 %, mindestens 101,95 Euro
Unfallversicherungfix 12,96 Euro im Monat
Selbständigenvorsorge1,53 %, mindestens 8,43 Euro
Zusammen beim Mindestbeitragrund 161 Euro im Monat

Die Lücke bei Krankheit

Angestellte bekommen bei Krankheit ihr Entgelt weiter. Als Selbständiger zahlt die SVS ohne Zusatzversicherung erst, wenn Sie länger als 42 Tage krank sind, dann 40,04 Euro am Tag rückwirkend ab dem vierten Tag und höchstens 20 Wochen.

Mit der SVS Zusatzversicherung für Krankengeld, 2,5 Prozent der Beitragsgrundlage, oder einem privaten Krankentaggeld schließen Sie die ersten Wochen. Für viele Selbständige ist das wichtiger als die Sonderklasse.

Berufs- und Betriebshaftpflicht

Ihre private Haftpflicht, oft Teil der Haushaltsversicherung, gilt nicht für den Beruf. Beratende Berufe brauchen eine Vermögensschadenhaftpflicht, Handwerk und Handel eine Betriebshaftpflicht gegen Personen und Sachschäden.

Für manche Berufe ist sie Pflicht, etwa für Rechtsanwälte nach § 21a RAO und für Wirtschaftstreuhänder. Auf die Prämie kommen in Österreich 11 Prozent Versicherungssteuer.

Berufsunfähigkeit und Pension

Die SVS Pension allein reicht vielen Selbständigen später nicht, und eine Berufsunfähigkeit ist über die Pflichtversicherung nur eng abgesichert. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist umso günstiger, je jünger und gesünder Sie beim Abschluss sind.

Planen Sie die private Vorsorge als festen Monatsbetrag ein, auch in den ersten Jahren mit niedrigem Gewinn.

Was Sie als Selbständiger nicht brauchen

Eine zweite Unfallversicherung nur für den Beruf brauchen Sie nicht, die SVS deckt Arbeitsunfälle. Privat sinnvoll bleibt eine Unfallversicherung für die Freizeit, das ist aber keine Gründungsfrage.

Eine Betriebsunterbrechungsversicherung lohnt sich erst, wenn hohe Fixkosten wie Miete und Personal bei einem Brand weiterlaufen würden. Im Homeoffice ohne Mitarbeiter ist das selten der Fall.

Schritt für Schritt

  1. Gewerbe anmelden und die SVS Vorschreibung prüfen.
  2. Krankengeld klären: SVS Zusatzversicherung oder privates Krankentaggeld.
  3. Haftpflicht passend zum Beruf wählen und prüfen, ob sie Pflicht ist.
  4. Berufsunfähigkeit absichern, solange Sie gesund sind.
  5. Rücklagen für Nachzahlungen der SVS einplanen, denn der Gewinn wird erst später festgestellt.

Checkliste

  • SVS Anmeldung erledigt
  • Krankengeld für die ersten sechs Wochen geregelt
  • Berufs- oder Betriebshaftpflicht mit passender Summe
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Private Pensionsvorsorge mit festem Monatsbetrag

Häufige Fehler

  • Annehmen, die SVS zahle ab dem ersten Krankheitstag
  • Die private Haftpflicht aus der Haushaltsversicherung für ausreichend halten
  • Keine Rücklage für SVS Nachzahlungen bilden

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Welche Versicherungen brauche ich, wenn ich mich nur nebenbei selbständig mache?

Als Angestellter mit Nebengewerbe zahlen Sie zusätzlich SVS Beiträge,

sobald die Grenzen überschritten sind.

Wichtig ist dann vor allem eine Haftpflicht für die neue Tätigkeit.

Bin ich als Selbständiger automatisch versichert?

Ja, mit der Gewerbeanmeldung oder als neuer Selbständiger über der Versicherungsgrenze werden Sie

bei der SVS pflichtversichert.

Kranken, Pensions und Unfallversicherung sind dann dabei.

Was kostet die SVS mindestens?

2026 rund 161 Euro im Monat beim Mindestbeitrag, aufgeteilt auf Kranken,

Pensions und Unfallversicherung sowie Selbständigenvorsorge.

Bekomme ich als Selbständiger Krankengeld?

Ohne Zusatzversicherung nur bei mehr als 42 Tagen Krankheit 40,04 Euro am Tag.

Mit der SVS Zusatzversicherung oder privat sichern Sie früher ab.

Brauche ich eine Betriebshaftpflicht als Ein-Personen-Unternehmen?

Wenn Sie beim Kunden arbeiten, Waren verkaufen oder Kunden empfangen, ja.

Wer nur berät, braucht eher eine Vermögensschadenhaftpflicht.

Ist die Unfallversicherung der SVS genug?

Für Arbeitsunfälle ist sie die Grundlage.

Unfälle in der Freizeit deckt sie nicht, dafür gibt es die private Unfallversicherung.

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