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Welche Leistungen gibt es bei welcher Pflegestufe in Österreich?

Kurz gesagt

Welche Leistungen gibt es bei welcher Pflegestufe in Österreich? Das Pflegegeld beträgt 2026 von 206,20 Euro in Stufe 1 bis 2.214,80 Euro in Stufe 7 im Monat. Ab Stufe 3 fördert der Staat die 24-Stunden-Betreuung mit bis zu 1.600 Euro, ab Stufe 4 gibt es 134,30 Euro Angehörigenbonus. Eine 24-Stunden-Betreuung kostet trotzdem rund 3.500 bis 4.000 Euro im Monat.

Welche Leistungen gibt es bei welcher Pflegestufe in Österreich?

Was es kostet

Gesetzliche Beträge 2026 und öffentlich genannte Kosten der Pflege in Österreich.

BeispielRichtwert
Pflegegeld Stufe 1 bis 7206,20 bis 2.214,80 Euro im Monat
Förderung 24-Stunden-Betreuung ab Stufe 3400 bis 1.600 Euro im Monat
24-Stunden-Betreuung, Gesamtkostenrund 3.500 bis 4.000 Euro im Monat
Angehörigenbonus ab Stufe 4134,30 Euro im Monat
Private Pflegerente 400 Euro ab Stufe 3rund 21 Euro im Monat mit 25, rund 90 Euro mit 55

Stand Oktober 2026.

Pflegegeld, Angehörigenbonus und Förderung laut Übersicht des Pensionistenverbands vom Jänner

2026, Taschengeld und Pflegeregress laut oesterreich.gv.at, Steuer laut § 124b EStG.

Die Kosten der 24-Stunden-Betreuung stammen aus dem Preisblatt 2026 eines Trägers (rund 3.480 Euro

für 30 Tage) und einer Angabe der Wirtschaftskammer (rund 4.000 Euro).

Die Prämien der Pflegerente sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis,

Ihre Prämie hängt von Alter, Gesundheit und Leistungsstufen ab;

das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Mutter mit Pflegestufe 4, zu Hause mit 24-Stunden-Betreuung

Die Mutter, 82, hat eine Pension von 2.000 Euro netto. Zwei selbständige Betreuerinnen wechseln sich ab, mit Agentur, Fahrtkosten und Honorar fallen zusammen 3.500 Euro im Monat an.

Pflegegeld Stufe 4888,50 Euro
Förderung für zwei selbständige Betreuerinnen800 Euro
Lücke zu den 3.500 Euro1.811,50 Euro aus der Pension
Bleibt von der Pension für Wohnen und Essen188,50 Euro
Mit privater Pflegerente von 800 Euro988,50 Euro bleiben

Zu Hause reicht die staatliche Hilfe in Stufe 4 bei weitem nicht. Ohne Erspartes oder eine private Pflegerente bleibt fast nichts zum Leben, und die Familie zahlt zu. Rechnung mit Richtwerten.

Wie die Pflegestufe festgelegt wird

Den Antrag stellen Sie bei Ihrem Pensionsversicherungsträger, als Pensionist meist bei der PVA. Eine Ärztin oder eine Pflegefachkraft kommt zu Ihnen nach Hause und schätzt, wie viele Stunden Hilfe Sie im Monat brauchen, etwa beim Waschen, Anziehen, Essen, Einkaufen oder bei der Medikamenteneinnahme.

Aus den Stunden ergibt sich die Stufe. Bei schweren psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen, etwa Demenz, wird pauschal ein Erschwerniszuschlag von 45 Stunden im Monat dazugerechnet. Das kann eine ganze Stufe ausmachen.

Das Pflegegeld je Stufe

Das Pflegegeld wird jedes Jahr angehoben, 2026 um 2,7 Prozent. Es ist steuerfrei und wird unabhängig von Einkommen und Vermögen gezahlt. Ab Stufe 5 zählt nicht nur die Stundenzahl, sondern auch, wie aufwendig und wie wenig planbar die Pflege ist.

StufePflegebedarf im MonatPflegegeld 2026
1mehr als 65 Stunden206,20 Euro
2mehr als 95 Stunden380,30 Euro
3mehr als 120 Stunden592,60 Euro
4mehr als 160 Stunden888,50 Euro
5mehr als 180 Stunden, außergewöhnlicher Pflegeaufwand1.206,90 Euro
6mehr als 180 Stunden, Betreuung bei Tag und Nacht1.685,40 Euro
7mehr als 180 Stunden, keine zielgerichteten Bewegungen der Arme und Beine2.214,80 Euro

Leistungen neben dem Pflegegeld

Ab Pflegestufe 3 fördert der Staat die 24-Stunden-Betreuung zu Hause: 400 Euro je selbständiger Betreuungskraft, höchstens 800 Euro, oder 800 Euro je angestellter Kraft, höchstens 1.600 Euro im Monat. Voraussetzung ist ein Nettoeinkommen der betreuten Person von höchstens 2.500 Euro, Pflegegeld zählt dabei nicht.

Ab Pflegestufe 4 erhalten pflegende Angehörige einen Bonus von 134,30 Euro im Monat, wenn ihr eigenes Nettoeinkommen höchstens 1.710,90 Euro beträgt. Dazu kommen je nach Bundesland Zuschüsse für soziale Dienste, Tagesbetreuung und Kurzzeitpflege.

Im Heim zahlt die Pflegestufe vor allem das Heim

Ein Heimplatz kostet in der Regel deutlich mehr, als Pension und Pflegegeld zusammen ausmachen; die Tarife legen Länder und Träger fest. Reichen Pension und Pflegegeld nicht, zahlt das Land den Rest aus der Sozialhilfe. Ihnen bleiben dann 20 Prozent der Pension samt Sonderzahlungen und 10 Prozent des Pflegegelds der Stufe 3, also rund 59 Euro.

Auf Ihr Vermögen, das Ihrer Angehörigen und Erben darf seit 1. Jänner 2018 nicht mehr zugegriffen werden. Eine höhere Pflegestufe verbessert also vor allem die Finanzierung des Heims, Ihr eigenes Budget im Heim bleibt gleich knapp.

Wo eine private Pflegeversicherung ansetzt

Die Lücke entsteht vor allem zu Hause: Eine 24-Stunden-Betreuung kostet rund 3.500 bis 4.000 Euro im Monat, Pflegegeld und Förderung decken in Stufe 4 nur rund 1.700 Euro. Eine private Pflegerente zahlt einen festen Betrag je Pflegestufe dazu; je nach Tarif beginnt die Leistung ab Stufe 1 oder erst ab einer höheren Stufe.

Sie brauchen keine private Pflegeversicherung, wenn Sie ohnehin ins Heim gehen würden und mit Taschengeld zufrieden sind, denn Ihr Vermögen ist dort geschützt. Sinnvoll ist sie, wenn Sie möglichst lange zu Hause gepflegt werden wollen und Pension und Ersparnisse dafür nicht reichen.

Schritt für Schritt

  1. Den Antrag auf Pflegegeld beim Pensionsversicherungsträger stellen.
  2. Vor der Begutachtung zwei Wochen lang den Pflegebedarf in Stunden aufschreiben.
  3. Den Bescheid prüfen und bei zu niedriger Stufe binnen drei Monaten klagen.
  4. Ab Stufe 3 die Förderung der 24-Stunden-Betreuung beim Sozialministeriumservice beantragen.
  5. Ab Stufe 4 den Angehörigenbonus für die pflegende Person prüfen.
  6. Bei Verschlechterung eine Erhöhung der Stufe beantragen.

Checkliste

  • Pflegetagebuch mit Stunden geführt
  • Diagnose Demenz oder psychische Erkrankung für den Erschwerniszuschlag belegt
  • Förderung der 24-Stunden-Betreuung beantragt
  • Einkommensgrenzen für Förderung und Bonus geprüft
  • Angebote der Länder für mobile Dienste und Tagesbetreuung geprüft
  • Lücke zu Hause gegen Pension und Ersparnisse gerechnet

Häufige Fehler

  • Bei der Begutachtung den Bedarf aus Scham kleinreden
  • Den Erschwerniszuschlag bei Demenz nicht ansprechen
  • Die Klagefrist gegen einen zu niedrigen Bescheid verstreichen lassen
  • Annehmen, das Pflegegeld decke eine 24-Stunden-Betreuung
  • Eine Erhöhung nicht beantragen, wenn sich der Zustand verschlechtert

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ab wann gibt es Pflegegeld?

Ab einem Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden im Monat,

der voraussichtlich mindestens sechs Monate dauert.

Dann gibt es Stufe 1 mit 206,20 Euro.

Muss ich Pflegegeld versteuern?

Nein, es ist steuerfrei und hängt nicht von Einkommen oder Vermögen ab.

Nimmt das Land im Heim mein Erspartes?

Nein.

Seit 2018 ist der Zugriff auf Vermögen abgeschafft.

Pension und Pflegegeld werden aber weiter für die Heimkosten verwendet.

Werden die Beträge jedes Jahr erhöht?

Ja, seit 2020 jährlich.

2026 stiegen sie um 2,7 Prozent, auch für 2027 ist eine Erhöhung vorgesehen.

Ab welcher Stufe zahlt eine private Pflegeversicherung?

Das legt jeder Tarif selbst fest: manche zahlen ab Stufe 1, andere erst ab einer höheren Stufe.

Achten Sie darauf, was in Stufe 3 und 4 gezahlt wird, denn dort beginnt die teure Pflege zu Hause.

Kann ich die Prämie von der Steuer absetzen?

Nein.

Prämien für private Personenversicherungen waren nur bis zur Veranlagung 2020 als Sonderausgabe

absetzbar,

und nur für Verträge aus der Zeit vor 2016.

Quellen

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