Alles zur Versicherung: Photovoltaik
Reicht die Eigenheimversicherung für meine PV-Anlage?
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Kurz gesagt
Ja. In Österreich ist ein Balkonkraftwerk in vielen Haushaltsversicherungen nicht von selbst eingeschlossen, deshalb melden Sie es schriftlich, bei fester Montage am eigenen Haus auch der Eigenheimversicherung. Getrennt davon muss der Netzbetreiber spätestens 2 Wochen vor der Inbetriebnahme verständigt werden. Beides kostet meist nichts, das Versäumnis kann im Schaden teuer werden.
Richtwerte für Gerät und Meldung in Österreich, Stand Oktober 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Balkonkraftwerk 300 bis 600 Watt | ab rund 500 Euro |
| Balkonkraftwerk 800 Watt | unter 1.000 Euro |
| Speicher dazu | rund 1.000 Euro zusätzlich |
| Verständigung des Netzbetreibers | spätestens 2 Wochen vor Inbetriebnahme, keine Genehmigung bis 800 Watt |
| Meldung an die Haushaltsversicherung | oft 0 Euro, bei Zusatzdeckung etwa 10 bis 30 Euro im Jahr |
Gerätepreise und Fristen aus den genannten Quellen, Stand Oktober 2026.
Der Betrag für eine Zusatzdeckung ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Was Ihre Polizze abdeckt, steht in Ihren Bedingungen; wir sehen sie gern für Sie durch.
Rechenbeispiel
Sie meldet das Gerät beim Netzbetreiber, vergisst aber die Haushaltsversicherung. Ein Sturm reißt ein Modul vom Geländer, es beschädigt das Auto des Nachbarn.
| Neues Modul und Halterung | etwa 250 Euro |
| Schaden am Auto | etwa 2.000 Euro |
| Polizze nennt keine Sachen außen am Gebäude | 250 Euro trägt sie selbst |
| Haftpflicht ohne Ausschluss für Stromerzeugung | 2.000 Euro zahlt die Versicherung |
Mit einer Meldung wäre vorher klar gewesen, ob das Modul gedeckt ist. Die Beträge sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.
In Österreich fallen beim Balkonkraftwerk zwei Verständigungen an. Die eine geht an den Netzbetreiber und ist Pflicht für den Betrieb am Stromnetz. Die andere geht an Ihre Versicherung und entscheidet, ob Sie bei Sturm, Hagel oder Brand Geld bekommen.
Der Netzbetreiber gibt keine Daten an Ihre Versicherung weiter. Wer nur das Online-Formular seines Netzbetreibers ausfüllt, hat seine Haushaltsversicherung damit nicht informiert.
| Stelle | Pflicht? | Was dort gemeldet wird |
|---|---|---|
| Netzbetreiber | ja, spätestens 2 Wochen vor Inbetriebnahme | Anlage bis 800 Watt, Zählpunkt, Wechselrichter |
| Haushaltsversicherung | dringend empfohlen | Gerät, Wert, Montageort, Speicher |
| Haftpflicht in der Haushaltsversicherung | mit derselben Meldung | Betrieb einer Anlage zur Stromerzeugung |
| Eigenheimversicherung | bei fester Montage am eigenen Haus | Anlage als Gebäudebestandteil |
| Vermieter oder Eigentümergemeinschaft | Zustimmung nötig | Montage an Fassade oder Geländer |
Nach Paragraf 23 VersVG dürfen Sie nach Vertragsschluss die Gefahr nicht ohne Einwilligung des Versicherers erhöhen, und wer eine solche Erhöhung bemerkt, muss sie unverzüglich anzeigen. Ein Gerät mit Modulen außen am Geländer und einem Wechselrichter an der Steckdose kann so eine Erhöhung sein, ein Akku erst recht.
Paragraf 25 VersVG regelt die Folgen. Ohne Verschulden bleibt der Versicherer grundsätzlich zur Leistung verpflichtet, bei unterlassener Anzeige kann er aber leistungsfrei werden, wenn der Schaden mehr als einen Monat nach dem Zeitpunkt eintritt, zu dem die Anzeige hätte eingehen müssen. Hatte die Anlage keinen Einfluss auf den Schaden, muss er trotzdem zahlen. Diese Abgrenzung im Ernstfall zu führen, ist mühsam; eine Meldung erspart sie.
Schreiben Sie mit Polizzennummer: Hersteller, Leistung von Modulen und Wechselrichter, Kaufpreis samt Rechnungsdatum, Montageort und ob ein Speicher angeschlossen ist. Bitten Sie um schriftliche Bestätigung, dass das Balkonkraftwerk gegen Sturm, Hagel, Feuer, Blitz und Überspannung gedeckt ist.
Fragen Sie ausdrücklich nach Diebstahl im Freien und nach der Haftpflicht für Schäden durch Betrieb und Einspeisung. Manche Haushaltsversicherer bieten das Balkonkraftwerk nur über eine Elektrogeräte- oder Zusatzdeckung an; dann sehen Sie die Mehrprämie, bevor Sie zustimmen.
Ein Speicher kostet in Österreich rund 1.000 Euro zusätzlich und damit oft mehr als das Balkonkraftwerk selbst. Er gehört in eine eigene Meldung, weil er Wert und Brandrisiko ändert.
Ziehen Sie um oder wechseln Sie die Haushaltsversicherung, melden Sie das Gerät neu. Auch eine neue Montage, etwa vom Balkon auf das Carport, ist eine Änderung, die der Versicherer kennen sollte.
Als Mieter brauchen Sie für die Montage an Fassade oder Geländer die Zustimmung des Vermieters. Einen gesetzlichen Anspruch wie in Deutschland gibt es nicht, ein freundliches Schreiben mit Foto und Befestigungsart hilft.
Im Wohnungseigentum gilt seit 1. September 2024 eine Erleichterung: Die Zustimmung der anderen Eigentümer gilt als erteilt, wenn sie nach Verständigung zwei Monate nicht widersprechen. Hängt die Anlage am Gemeinschaftseigentum, informiert die Hausverwaltung idealerweise auch die Gebäudeversicherung des Hauses.
Nennt Ihre Haushaltsversicherung steckerfertige Anlagen bis 800 Watt bereits ausdrücklich und ist die Grenze höher als der Gerätewert, ist die Meldung vor allem Beweissicherung. Lassen sollten Sie sie trotzdem nicht.
Eine eigene Photovoltaikpolizze nur für das Balkonkraftwerk brauchen Sie nicht. Bei einem Gerät um 500 bis 1.000 Euro steht ihre Mindestprämie in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Fragen und Antworten
Ja.
Bis 800 Watt brauchen Sie keine Genehmigung, die Verständigung des Netzbetreibers ist aber nötig.
Oft nicht.
Manche Versicherer verlangen für eine Zusatzdeckung oder für Diebstahl im Freien eine kleine
Mehrprämie.
Jetzt melden.
Für Schäden ab der Meldung haben Sie dann Klarheit.
Besser schriftlich, damit Sie im Schaden eine Bestätigung vorlegen können.
Steht es lose und nehmen Sie es beim Umzug mit, gehört es zum Hausrat.
Die Eigenheimversicherung ist bei fester Montage am eigenen Haus gefragt.
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