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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Wer haftet in Österreich, wenn ein Auto im Level-3-Modus einen Unfall verursacht?

Kurz gesagt

In Österreich ist der Level-3-Modus für Serienautos noch nicht zugelassen. Wenn ein Auto trotzdem automatisiert fährt und einen Unfall verursacht, haftet der Halter nach § 5 EKHG ohne Verschulden, je Verletztem bis 2,13 Millionen Euro (§ 15 EKHG). Ein Fehler oder Versagen der Technik entlastet ihn nach § 9 EKHG nicht. Gezahlt wird aus der Kfz-Haftpflicht, bei einem Produktfehler haftet auch der Hersteller.

Wer haftet in Österreich, wenn ein Auto im Level-3-Modus einen Unfall verursacht?

Was es kostet

Für Autos mit automatisierten Funktionen gibt es keinen eigenen Tarif. Beispiel für die Prämien eines Kleinwagens in Österreich, monatlich mit motorbezogener Versicherungssteuer.

BeispielRichtwert
Kleinwagen 65 PS, Hybrid, Baujahr 2026, 30 Jahre, Wien, Bonus-Malus-Stufe 0, nur Haftpflichtab etwa 33 Euro im Monat
Gleiches Auto, Haftpflicht und Teilkaskoab etwa 52 Euro im Monat
Gleiches Auto, Haftpflicht und Vollkaskoab etwa 82 Euro im Monat
Gleiches Auto, Einsteigerstufe 9, nur Haftpflichtab etwa 55 Euro im Monat

Günstigste Angebote eines Rechners, berechnet 2026, mit 20 Millionen Euro Versicherungssumme.

Ein Angebot für Ihr Auto holt Norman Nammert als Versicherungsmakler ein.

Rechenbeispiel

Autobahnassistent aktiv, Auffahrunfall

Angenommene Beträge: Der Autobahnassistent hält die Spur, bremst aber vor einem Stauende nicht. Der Lenker reagiert zu spät.

Schaden am vorderen Auto7.000 Euro, zahlt Ihre Kfz-Haftpflicht
Verletzter Lenker vorneBehandlung und Schmerzengeld, zahlt Ihre Kfz-Haftpflicht
Eigenes Auto5.000 Euro, zahlt die Vollkasko abzüglich Selbstbehalt
Lenker hätte übernehmen müssenVerschulden des Lenkers, Rückgriff beim Hersteller nur bei nachgewiesenem Produktfehler

Das Opfer bekommt sein Geld aus Ihrer Kfz-Haftpflicht. Weil der Autobahnassistent kein Level 3 ist, bleibt die Verantwortung beim Lenker.

Level 3 ist in Österreich noch nicht erlaubt

Nach der Automatisiertes Fahren Verordnung dürfen in Österreich seit 2019 nur zwei Systeme in Serienautos genutzt werden: die Einparkhilfe und der Autobahnassistent mit automatischer Spurhaltung. Beim Autobahnassistenten müssen Sie jederzeit übernehmen können.

Einen Level-3-Modus, bei dem Sie sich vom Verkehr abwenden dürfen, hat der ÖAMTC im November 2025 als in Österreich nicht zugelassen beschrieben. Darüber hinaus erlaubt sind nur Testfahrten für bestimmte Anwendungsfälle, mit geschulten Testlenkern.

Wer nach dem EKHG haftet

Wird beim Betrieb eines Autos ein Mensch verletzt oder eine Sache beschädigt, haftet nach § 5 EKHG der Halter. Ein Verschulden braucht es nicht. Das gilt unabhängig davon, ob ein Mensch oder ein automatisiertes System gelenkt hat.

Wichtig für automatisierte Autos ist § 9 EKHG: Der Halter ist nur bei einem unabwendbaren Ereignis frei, das weder auf einem Fehler in der Beschaffenheit noch auf einem Versagen der Verrichtungen des Autos beruht. Ein Softwarefehler im Level-3-Modus entlastet ihn also nicht.

WerHaftet wannGrundlage
Halterohne Verschulden, auch bei technischem Versagen§ 5 und § 9 EKHG
Lenkerbei eigenem Verschuldenallgemeines Schadenersatzrecht des ABGB
Kfz-Haftpflichtversichererzahlt für Halter und LenkerPolizze
Herstellerbei einem Produktfehler§ 1 Produkthaftungsgesetz

Wie viel höchstens gezahlt wird

Nach § 15 EKHG haftet der Halter je Verletztem bis 2,13 Millionen Euro Kapital oder 140.000 Euro Jahresrente. Bei mehreren Verletzten durch denselben Unfall gilt für ein Auto insgesamt eine Grenze von 6,45 Millionen Euro.

Für Sachschäden liegt die Grenze nach § 16 EKHG bei 1,34 Millionen Euro je Unfall. Weitergehende Ansprüche nach dem ABGB, etwa wegen eines Verschuldens, bleiben nach § 19 EKHG unberührt.

Wenn die Technik schuld ist: Produkthaftung

Verursacht ein Fehler des automatisierten Systems den Unfall, haftet auch der Hersteller nach § 1 Produkthaftungsgesetz für verletzte Menschen und für beschädigte andere Sachen. Hat Ihr Versicherer bezahlt, gehen Ihre Ansprüche gegen den Hersteller nach § 67 VersVG auf ihn über.

Den Schaden am Auto selbst ersetzt die Produkthaftung nicht, weil sie nur andere Sachen als das fehlerhafte Produkt erfasst. Für Ihr eigenes Auto bleibt nur die Vollkasko. Für Produkte, die nach dem 9. Dezember 2026 in Verkehr kommen, gilt die neue EU-Produkthaftungsrichtlinie (EU) 2024/2853, die Software ausdrücklich als Produkt nennt.

Schritt für Schritt

  1. In Österreich keine Level-3-Funktion nutzen, solange sie nicht zugelassen ist.
  2. Beim Autobahnassistenten jederzeit übernahmebereit bleiben.
  3. Nach einem Unfall notieren, welches System aktiv war.
  4. Schaden der Kfz-Haftpflicht melden und das System nennen.
  5. Eigenen Schaden über die Vollkasko abwickeln.

Checkliste

  • Versicherungssumme der Kfz-Haftpflicht mindestens so hoch wie die EKHG-Grenzen
  • Vollkasko für ein Neuauto mit teurer Sensorik
  • Bedienungsanleitung zum Assistenten gelesen
  • Wissen, welche Systeme in Österreich erlaubt sind
  • Rechtsschutz für einen Streit mit dem Hersteller geprüft

Häufige Fehler

  • Den Autobahnassistenten wie einen Level-3-Modus nutzen
  • Glauben, ein Softwarefehler entlaste den Halter
  • Annehmen, der Hersteller ersetze den Schaden am eigenen Auto
  • Eine Funktion, die in Deutschland erlaubt ist, in Österreich verwenden

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Darf ich in Österreich die Hände vom Lenkrad nehmen?

Nur mit Einparkhilfe oder Autobahnassistent nach der Automatisiertes Fahren Verordnung,

und Sie müssen jederzeit übernehmen können.

Haftet der Halter auch, wenn die Software versagt?

Ja.

Ein Versagen der Verrichtungen des Autos ist nach § 9 EKHG kein unabwendbares Ereignis.

Zahlt die Vollkasko einen Unfall mit Assistenzsystem?

Ja, die Vollkasko zahlt Unfallschäden am eigenen Auto, abzüglich Selbstbehalt.

Kann der Versicherer den Hersteller in Anspruch nehmen?

Ja, bei einem Produktfehler.

Ansprüche gehen nach § 67 VersVG auf den Versicherer über, soweit er gezahlt hat.

Wann kommt Level 3 nach Österreich?

Ein Datum gibt es nicht.

Stand Jänner 2026 sind in Serie nur Einparkhilfe und Autobahnassistent erlaubt.

Quellen

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