Wer haftet in Österreich, wenn ein Auto im Level-3-Modus einen Unfall verursacht?
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Kurz gesagt
Wenn der Akku vom E-Auto in Österreich durch einen Unfall kaputtgeht, zahlt die Kasko nur als Vollkasko. Bei Kurzschluss und Marderbiss zahlt die Teilkasko oft nur begrenzt, in einem verbreiteten Tarif Folgeschäden nach Tierbiss bis 2.000 Euro. Den Kapazitätsverlust zahlt keine Kasko, dafür gilt die Herstellergarantie, meist 8 Jahre oder 160.000 Kilometer.
Veröffentlichte Richtwerte und Einstiegsprämien für Österreich, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Kfz-Haftpflicht für ein E-Auto der Mittelklasse | etwa 300 bis 700 Euro im Jahr, zuzüglich Versicherungssteuer |
| Vollkasko für ein neues E-Auto um 40.000 bis 60.000 Euro | etwa 600 bis 1.200 Euro im Jahr |
| Teilkasko, Einstiegsprämie eines Direktversicherers | ab 27,13 Euro im Monat, rund 326 Euro im Jahr |
| Vollkasko, Einstiegsprämie eines Direktversicherers | ab 60,58 Euro im Monat, rund 727 Euro im Jahr |
| Akkutausch je nach Modell | etwa 8.000 bis 20.000 Euro |
Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Beispielen und Einstiegsprämien.
Die Beträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Ihre Prämie hängt von Modell, Listenpreis, Bonus-Malus-Stufe und Selbstbehalt ab;
das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Ein drei Jahre altes E-Auto mit Teilkasko. Ein Marder beißt ein Hochvoltkabel an, der Kurzschluss beschädigt den Akku.
| Neues Hochvoltkabel | etwa 800 Euro |
| Diagnose und Akkumodule tauschen | etwa 9.000 Euro |
| Polizze mit Folgeschäden bis 2.000 Euro | zahlt Kabel und 2.000 Euro |
| Polizze mit Folgeschäden am Akku bis 15.000 Euro | zahlt Kabel und Akku |
Mit der einfachen Teilkasko bleiben rund 7.000 Euro bei Ihnen, zuzüglich Selbstbehalt. Mit einer Polizze, die Folgeschäden am Akku hoch absichert, tragen Sie nur den Selbstbehalt.
Beim gekauften E-Auto ist der Akku Teil des Fahrzeugwerts und damit für versicherte Ereignisse in der Kasko mitversichert. Ob die Kasko zahlt, hängt also nicht vom Bauteil ab, sondern davon, warum der Akku kaputtgeht.
Den selbst verschuldeten Unfall, etwa ein Aufsetzen auf einem Randstein, deckt nur die Vollkasko. Naturgewalten wie Hagel, Hochwasser oder Sturm über 60 Kilometer pro Stunde, Brand und Diebstahl sind schon in der Teilkasko enthalten.
| Ursache am Akku | Teilkasko | Vollkasko | Herstellergarantie |
|---|---|---|---|
| Selbst verschuldeter Unfall | nein | ja | nein |
| Brand | ja | ja | nur bei Herstellerfehler |
| Kurzschluss an einem Kabel, Akku als Folgeschaden | das Kabel, den Akku je nach Polizze | je nach Polizze | nur bei Herstellerfehler |
| Marder beißt Hochvoltleitung an | ja, Folgeschäden oft begrenzt | ja, Folgeschäden je nach Polizze | nein |
| Akku verliert mit den Jahren Kapazität | nein | nein | ja, meist unter 70 Prozent in 8 Jahren |
| Bedienfehler am Ladegerät | nur mit Elektropaket | nur mit Elektropaket | nein |
Hier liegt beim E-Auto die größte Lücke. In einer verbreiteten österreichischen Teilkasko sind Kurzschluss und Verschmoren an Kabeln gedeckt, Folgeschäden an angeschlossenen Geräten aber ausdrücklich ausgenommen. Brennt durch den Kurzschluss nur ein Kabel durch, ist das versichert. Ob ein danach defekter Akku ersetzt wird, klären Sie vor dem Abschluss schriftlich mit dem Versicherer.
Beim Marderbiss zahlt derselbe Tarif Bisse an Schläuchen, Kabeln und Dämmmaterial, Folgeschäden aber nur bis 2.000 Euro. Bisse von Haustieren sind ausgenommen. Bei einem Akku, der mehrere Tausend Euro kostet, reicht das nicht. Fragen Sie deshalb gezielt nach der Grenze für Folgeschäden am Akku.
Viele Versicherer bieten für E-Autos ein eigenes Paket zur Kasko. Ein Beispiel deckt Schäden durch indirekten Blitzschlag und Bedienfehler beim Ladegerät, den Diebstahl des Ladekabels und die Kosten, wenn ein Unbefugter die Fahrzeugsoftware manipuliert. Ein anderer Versicherer nennt eine Absicherung von Akkuschäden beim Laden bis 15.000 Euro.
Prüfen Sie, ob das Paket Folgeschäden am Akku nach Kurzschluss und Tierbiss mit einer ausreichenden Summe einschließt. Erst dann schließt es die eigentliche Lücke.
Wird die Reichweite über die Jahre kleiner, ist das kein Kaskoschaden. Dafür gilt die Garantie des Herstellers. Nach einem Langzeittest des ADAC sagen die allermeisten Hersteller 70 Prozent Restkapazität nach 8 Jahren oder 160.000 Kilometern zu. Ein getestetes E-Auto hatte nach 5 Jahren und 100.000 Kilometern noch 86 Prozent.
Bei einem gemieteten Akku, wie ihn einzelne ältere Modelle hatten, ist der Akku nicht automatisch in Ihrer Kasko. Klären Sie das mit dem Vermieter des Akkus und Ihrem Versicherer.
Haben Sie eine Vollkasko, deren Polizze Folgeschäden am Akku nach Kurzschluss und Tierbiss mit hoher Summe einschließt, ist der Akku für die typischen Ereignisse abgedeckt. Ein zusätzliches Paket lohnt dann vor allem für Ladekabel und Bedienfehler.
Für ein älteres E-Auto mit geringem Zeitwert kann eine Teilkasko genügen. Rechnen Sie aber damit, dass Sie einen Akkuschaden nach einem eigenen Fahrfehler selbst tragen.
Fragen und Antworten
Beim gekauften E-Auto ja, als Teil des Fahrzeugs und für die in der Polizze genannten Ereignisse.
Den normalen Kapazitätsverlust deckt die Kasko nicht.
Den Biss selbst meist ja.
Folgeschäden am Akku nur bis zur Grenze Ihrer Polizze, in einem verbreiteten Tarif 2.000 Euro.
Das ist ein möglicher Garantiefall.
Die meisten Hersteller sagen 70 Prozent nach 8 Jahren oder 160.000 Kilometern zu.
Ein österreichischer Versicherer nennt bis zu 25 Prozent höhere Kosten als bei vergleichbaren
Verbrennern, bei tendenziell weniger Unfällen.
Es lohnt sich,
wenn es Folgeschäden am Akku, Bedienfehler beim Laden und das Ladekabel abdeckt und Ihre Polizze
das nicht ohnehin enthält.
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